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Die Helden der Raiffeisenbank in Gilching: Bettina Jannack und Thomas Jandl.

Seniorin die Ersparnisse gerettet

Diese beiden Gilchinger Banker sind Helden

Gilching – Einer Reihe von glücklichen Zufällen und zwei Bankern ist es zu verdanken, dass eine 88-jährige Gilchingerin nicht Opfer eines gemeinen Betrügers wurde.

Die Helden der Raiffeisenbank in Gilching, die für die Rentnerin Schlimmeres verhindert haben, heißen Bettina Jannack und Thomas Jandl. Sie sind beide ganz alte Hasen, was das Bankgeschäft angeht: Jannack arbeiteit seit 35 Jahren in der Filiale in Gilching, Jandl seit 15 Jahren. „Ich kenne die Dame schon sehr lange“, erzählt Bettina Jannack, die sich an besagtem Tag nur deswegen im Servicebereich aufhielt, weil die Personaldecke dünn war. „Ich habe mich schon sehr gewundert, als die Kundin auftauchte, ihr Sparbuch zückte und plötzlich 40 000 Euro abheben wollte – das wären fast ihre gesamten Ersparnisse gewesen.“ Die 52-Jährige fragte vorsichtig nach, und tatsächlich erzählte die Dame dann, dass sie die Summe für einen Immobilienkauf brauche. „Da bin ich schon hellhörig geworden, weil sie das auch nicht überweisen wollte.“ Zum Glück habe auch Kollege Jandl Zeit gehabt in dem Moment. „Wenn da ein jüngerer Kollege gewesen wäre, weiß ich nicht, wie es ausgegangen wäre“, sagt Jannack erleichtert.

Thomas Jandl sprach in aller Ruhe mit der Frau. „Ich habe ihr dann klar gemacht, dass ich ihr das Geld natürlich direkt überweisen kann. Sie hat immer nur gesagt: Ich brauche es aber heute.“ Nach und nach habe sich dann herausgestellt, dass es zuvor einen Anruf gegeben hatte. „Ich habe dann auch versucht, diesen angeblichen Neffen Klaus zu erreichen“, erzählt Jandl. Doch Neffe Klaus, den es in der Familie der alten Dame tatsächlich gibt, war nicht erreichbar. Schließlich trat die Seniorin den Heimweg an – und Jandl verständigte die Polizei. Dabei schwitzten er und seine Kollegin Jannack auch ein bisschen: „Wir haben uns gedacht: Entweder kommt die Kundin morgen wieder und ist stocksauer, oder wir haben Glück und wirklich Schlimmeres verhindert“, erklärt Jannack. Schließlich wolle die Bank ja auf gar keinen Fall vermitteln, dass sie der alten Dame ihr Geld nicht gibt.

Im Nachhinein sind die beiden Angestellten natürlich glücklich. Beide haben schon ihre Erfahrungen gemacht mit Kunden, die von Betrügern unter Druck gesetzt worden wurden. „Erst in diesem Jahr hat eine Kundin von uns 25 000 Euro verloren. Leider hat sie diese Summe im Laufe von Wochen nach und nach am Automaten abgehoben. Als uns das auffiel, war es schon zu spät“, erzählt Jandl geknickt.

Wie Andreas Ruch, stellvertretender Inspektionsleiter der Polizei in Germering, gestern berichtete, haben sich die Betrüger mit der Dame nicht mehr in Verbindung gesetzt. Über die Möglichkeiten der Polizei in diesen Fällen, was Observierung und ähnliches angeht, möchte er sich nicht auslassen. Beamte der Germeringer Polizei hätten die Senioren aber mehrmals aufgesucht und intensive Gespräche geführt. „Ihre Verwandten kümmern sich nun rührend um sie“, sagt Ruch.

Mit großer Spannung haben auch Gilchings Senioren die Angelegenheit verfolgt. „Wir würden uns sehr gerne bei den aufmerksamen Bankangestellten bedanken“, kündigt Bernhard Feilzer vom Seniorenbeirat an.

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