Bauausschuss

1,8 Millionen Euro für die klamme Kasse

Gauting – Der Gautinger Bauausschuss hat einen Bebauungsplan für das zu verkaufende kommunale Grundstück am Buchendorfer Berg aufgestellt.

Um den eng gestrickten Gautinger Haushalt einzuhalten, muss die Gemeinde bekanntlich ihr Tafelsilber verscherbeln: Der Bauausschuss schritt in seiner jüngsten Sitzung deshalb zur Tat. Für das zu verkaufende kommunale Grundstück mit ehemaligem Behelfsheim und Grünfläche am Buchendorfer Berg beschloss das Gremium einen Bebauungsplan. Denn für den Erlös sind im aktuellen Haushalt 1,8 Millionen Euro eingeplant. 

Verdichtung gewünscht: ein großer Plan aus einem Guss

Auf dem reizvoll oben am Buchendorfer Berg gelegenen Grundstück steht schon ein genehmigtes Behelfsheim aus der Nachkriegszeit mit später angestückeltem Anbau, erläuterte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger in der Sitzung. Doch trotz Bestandsgebäude hatte das Landratsamt das kommunale Grundstück an der Buchendorfer Straße 27 einst als öffentliche Grünfläche klassifiziert. Deshalb „müssen wir nun den Bebauungsplan ändern“, erklärte Dr. Kössinger. 

Am Zacherlweg gebe es aber einen Bauwerber, der seine Abstandsflächen auf die Noch-Grünfläche der Gemeinde legen will, äußerte Rosa Strenkert (CSU) Bedenken. Darauf „gibt‘s keinen Rechtsanspruch“, machte Rathauschefin und Juristin Dr. Kössinger klar. Der Bauwerber sei auch im Bilde, dass die Gemeinde ihr Grundstück bebauen will. „Wo können wir verdichten?“, hakte Ariane Eiglsperger (parteilos) nach. Weil auf der gegenüberliegenden Seite der Buchendorfer Straße bereits Mehrfamilienhäuser stehen, empfahl die Gemeinderätin gleich einen großen Plan aus einem Guss. 

Bürgermeisterin Kössinger: "Auch wir haben fiskalische Interessen"

Denn damit bekäme auch die klamme Gemeinde mehr Baurecht und mehr Erlös für ihr Grundstück. Aufgrund der Topografie am Hang sei das Baurecht auf der gemeindlichen Grünfläche „mit üppigem Baumbestand“ begrenzt, sagte Rainer Härta, Chef der Gautinger Plan-Abteilung. Das steile Grundstück müsse zudem umständlich über eine Tiefgarage angefahren werden. Das Gremium beschloss daher einen eigenen Bebauungs-Plan fürs gemeindliche Areal. Für zwei Nachbargrundstücke gibt es einen weiteren Plan mit Veränderungssperre. Ziel: Grundsätzlich keine Abstandsflächen auf kommunalem Grund, denn: „auch wir haben fiskalische Interessen“, betonte Dr. Kössinger.

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