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Idyll zwischen Obstbäumen: Mit Hilfe eines Bebauungsplanes will die Gemeinde Berg den dörflichen Charakter Harkirchens bewahren. Das Kirchlein St. Peter und Paul ist eines der ältesten im Landkreis Starnberg. Die Vorgängerkirche wurde um 950 zerstört, um 1000 wurde sie wieder aufgebaut. Foto: Andrea Jaksch

Harkirchen soll ein Dorf bleiben

Harkirchen - Der Verkauf des alten Gutshof in Harkirchen könnte gravierende Veränderungen fürs Ortsbild bedeuten. Die Gemeinde Berg baut vor.

Harkirchen - Ein Gebäude mit neun Mietwohnungen kann in einem Dörfchen wie Harkirchen mit seinen Einfamilienhäusern und den knapp 100 Einwohnern ein unangenehmer Fremdkörper werden. Die Stadt München, die dort ein inzwischen leerstehendes, großes Gebäude besitzt, will den alten Gutshof an Investoren verkaufen. Um zu große Bausünden zu vermeiden und den Ortscharakter zu erhalten, beschloss die Gemeinde einen Bebauungsplan und erließ vergangenes Jahr eine Veränderungssperre.

Vor zehn Jahren war der Verkauf schon einmal Thema, dann schlief die Sache wieder ein. Vergangenes Jahr startete die Landeshauptstadt einen neuerlichen Vorstoß - diesmal allerdings sollten nicht mehrere Einfamilienhäuser auf dem Areal entstehen, sondern ein Mehrfamilienhaus anstelle des weitgehend leerstehenden Gutshauses. Es ist das größte Gebäude im Ort. Ein Ersatzbau könnte neun Wohneinheiten mit durchschnittlich 80 Quadratmeter Fläche bieten, sagte Architektin Manuela Skorka, die die Planung des Bebauungsplans für die Gemeinde übernommen hat.

Die Planerin stellt sich einen L-förmigen Baukörper vor, dessen langer Teil an der Straße entlang verläuft. Das Problem dabei: Eine Kante des Gebäudes ragt genau in den Bereich nahe der Kirche St. Peter und Paul hinein, der vermutlich ein Bodendenkmal aufweist. „Warum gehen wir dort hinein?“, fragte Rupert Steigenberger (BG). „Es geht ja darum, die Informationen darin zu sichern“, hielt Skorka dagegen. Steigenberger erinnerte daran, dass das Prozedere einen erheblichen Zeitverlust und auch finanziellen Aufwand für den Bauwerber bedeuten würde. Doch ein Verschieben des Baukörpers sei schwierig, stellte Rathauschef Rupert Monn fest. „Würden wir damit Baurecht wegnehmen?“ Ja, sagte Skorka.

Den rettenden Einfall hatte Dr. Andreas Ammer (QUH). Er schlug vor, das Gebäude um 90 Grad zu drehen. Das prüft die Architektin nun. Werner Streitberger (SPD) erinnerte daran, dass es auch mal ein Thema war, Sichtachsen zur Kirche zu retten oder zu erneuern. Nun soll Skorka die Planung noch einmal überarbeiten. Damit Harkirchen seinen dörflichen Charakter bewahren kann. Der neue Entwurf des Bebauungsplans soll demnächst dem Gemeinderat noch einmal vorgestellt werden.

Das andere Gebäude, das der Stadt München östlich der Kirche gehört, ein forstwirtschaftlich genutztes, großes Haus, soll unangetastet bleiben. An dessen Verkauf ist nicht gedacht.

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