+
Geballte Imker-Kompetenz: Werner Bader, Hubert Dietrich, Prof. Dr. Hubert Weiger, Dr. Leopold Herz, Franz Vollmaier, Dr. Regina Eberhart, Dr. Andreas Schierling, Walter Niedermeier, Gisela Sengl, Alois Habeck, Elisabeth Jordan, Dr. Christof Janko, Eckard Radke, Dr. Stefan Berg und Tanja Schorer-Dremel (v.l.)

Bienenzucht

Imker setzen den Blinker

  • schließen

Die Varroamilbe bleibt das größte Problem für die Bienenzüchter. Sie fordern mehr Investitionen in die Forschung.

Starnberg – Für das Wohl der Bienen und Imker ist Hubert Dietrich viel unterwegs. Zuletzt war der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Starnberg in München, um sich mit Vertretern von Bauernverband und Landwirtschaftsministerium auszutauschen. Dietrich sagt: „Die Quintessenz war, dass wir miteinander und nicht übereinander reden müssen.“

Das war auch das Ziel beim Bayerischen Imkergespräch, das kürzlich in der Schlossberghalle stattfand. Schnell kamen die 230 Imker aus Bayern auf ein Thema zu sprechen: Die Varroamilbe. Der Parasit sorgt in Wintern für Bienensterben. „Die Varroamilbe werden wir nicht mehr wegbekommen“, sagt Dietrich. „Es wird aber Bienen geben, die damit klar kommen.“ Die Imker wollen sich aber nicht alleine auf die Resistenz der Tiere verlassen. Beim Bayerischen Imkergespräch ging es daher auch um ein neues Bekämpfungsmittel auf dem Markt. Ein bisheriges Mittel hinterlässt Rückstände. „Immer wieder findet man im Wachs Varroazide und Pflanzenschutzmittel.“ Aber Dietrich hat Verständnis: „Landwirte müssen eben auch Pflanzenschutz betreiben.“ Im Honig würden nur selten Rückstände gefunden – und wenn, dann unter der Höchstgrenze.

Wunsch: Nachhaltiger Landschaftsschutz

Wie viele Themen die Imker beschäftigen, zeigte sich beim Gespräch deutlich. Von 18 bis 22 Uhr gab es Vorträge und Nachfragen, lediglich zwei kurze Pausen. Damit war genügend Zeit für ein wichtiges Thema, das Hubert Weiger vorstellte: nachhaltige Landschaftsschutzpolitik. „Längst überfällig“, befand der Experte. Imker und Naturschützer müssten zusammenarbeiten. Über die Jahrzehnte hat sich einiges getan. In der Landwirtschaft wurde rationalisiert und mechanisiert. Dietrich sagt: „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo es so nicht weitergeht.“ Etwa werde das Gras aus wirtschaftlichen Gründen immer öfter gemäht, bevor es geblüht hat. Mittlerweile gebe es eine „richtige Blühdelle im Sommer“. Eine Lösung seien etwa Blühstreifen, auf denen auch nicht gespritzt wird.

Beim inzwischen neunten Gespräch waren mehr Imker als in den Vorjahren, aber auch Politiker aus mehreren Fraktionen vertreten. „Politisch hat sich eine ganze Menge getan“, sagt Dietrich. Erfreulicherweise nehme der Freistaat jährlich mehr Geld für die Imkerschaft in die Hand. „Da wird sehr viel mehr unternommen als noch vor zehn Jahren.“

Züchter wollen Spurwechsel

Und doch reichen die Bemühungen noch nicht aus im Kampf gegen die Varroamilbe. „Wenn man nicht weiterkommt, muss man die Strategie wechseln“, sagt Dietrich. „Auf der Autobahn muss man zum Überholen auch die Spur wechseln.“ Also müsste man Geld für Forschung in die Hand nehmen, um eine andere Strategie zu finden. Den Blinker haben Dietrich und seine Kollegen schon einmal gesetzt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

79-Jähriger will wenden: 9000 Euro Schaden
Beim Wenden nicht aufgepasst: Das ist die Ursache für einen Unfall, den ein 79-jähriger Autofahrer aus Hessen am Donnerstag in Feldafing verursachte. Schaden: rund 9000 …
79-Jähriger will wenden: 9000 Euro Schaden
Randale im Hotel
Sturzbetrunken hat ein 56-Jähriger in der Nacht zum Freitag im Frühstücksraum und im Foyer eines Hotels in Wieling randaliert.
Randale im Hotel
Quad-Fahrer rutscht in Weidezaun: schwer verletzt
Eine Fahrt mit dem Quad endete für einen 31-jährigen Starnberger am Donnerstagabend im Krankenhaus. Er stürzte in Maising und rutschte in einen Weidezaun. Dabei …
Quad-Fahrer rutscht in Weidezaun: schwer verletzt
Happy End für die Anwohner
Dass Recht und Gerechtigkeit nicht unbedingt dasselbe sein müssen, haben die Anwohner der Alten Traubinger Straße in den vergangenen Monaten erlebt. Doch nun zeichnet …
Happy End für die Anwohner

Kommentare