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17 Projekte, die Berg zum Radeln motivieren

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Von: Sandra Sedlmaier

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Ende eines Radwegs: Von Allmannshausen nach Weipertshausen müssen Radler auf der schmalen Staatsstraße fahren. 
Ende eines Radwegs: Von Allmannshausen nach Weipertshausen müssen Radler auf der schmalen Staatsstraße fahren.  © SPD

17 Projekte, um den Radverkehr in Berg attraktiver zu machen, listet die Arbeitsgruppe Radverkehr der Bürgerbeteiligung auf – in der Hoffnung, aus Berg eine „fahrradfreundliche Kommune“ zu machen. Vor allem sollten die Radwege entlang der beiden Hauptverkehrsachsen endlich besser werden.

Berg – Was üblicherweise ein Beratungsbüro leistet, liefert die Arbeitsgruppe Radverkehr dem Berger Gemeinderat frei Haus. Auf 25 Seiten nennt die Gruppe 17 Projekte, die – mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand – das Rad fahren in Berg deutlich attraktiver machen und vor allem Gefahrenstellen entschärfen würden. Im Ausschuss für nachhaltige Entwicklung des Gemeinderats ist die Präsentation der Arbeitskreis-Vertreter Bernhard von Rosenbladt und Florian Fumelli auf positive Resonanz gestoßen. Und auf großes Lob: „Eine Gemeinde wäre dumm, wenn sie sich dieser Geschichte nicht bedienen würde, wir müssen loslegen“, forderte Werner Streitberger (SPD).

Aufs Rad zu steigen, ist nicht nur wegen der Spritpreise geboten, es ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz. Die Menschen steigen aus unterschiedlichsten Gründen aufs Rad: zum Vergnügen, um in die Arbeit zu kommen oder um das Kind in den Kindergarten zu bringen, wie es Florian Fumelli und seine Frau täglich tun, indem sie bis nach Icking radeln.

Von den 17 möglichen Radverbesserungsprojekten stellte von Rosenbladt vor allem zwei heraus: die beiden Hauptverkehrsachsen von Percha nach Allmannshausen und von Berg nach Höhenrain. „Das wichtigste Projekt ist ein durchgehender Radschutzstreifen vom Ortseingang in Aufkirchen bis zum Ortsende von Aufhausen“, sagte er. „Das würde viele Probleme auf einmal lösen.“ Zum Beispiel wäre die gefährliche Einmündung an der Zugspitzstraße dann entschärft.

Von Rosenbladt und seinen Mitstreitern ist klar, dass viele der angesprochenen Punkte nicht unbedingt im Handlungsspielraum der Gemeinde liegen. Dennoch unterstrich er: „Wir haben nichts aufgeschrieben, was die Gemeinde nicht machen könnte.“ Nicht immer sei Platz für einen Radschutzstreifen, deshalb sei es auf manchen Kreisstraßen auch möglich, ein Tempolimit einzuführen, um die Sicherheit für Radler zu erhöhen. Oder etwa aus der Seestraße eine Fahrradstraße zu machen. Von Rosenbladt regte an, aus beliebten Wegen abseits der Verkehrsstraßen ordentliche Routen zu machen. „Die Ertüchtigung dieser Wege ist ein wichtiger Bestandteil. Sie wären auch für Pendler nutzbar und nehmen Verkehr von den Straßen.“ Die Arbeitsgruppe sei gerne bereit zu helfen.

Florian Fumelli warb für mehr Radverkehr. „Die beste Infrastruktur bringt nichts, wenn sie niemand nutzt.“ Mit indirekten Maßnahmen, etwa Radständer in der ersten Reihe, könnte man den Radverkehr attraktiver machen. „Die Gemeinde könnte ein Lastenfahrrad anschaffen, um es den Leuten auszuleihen.“ Sobald die Wege zur Schule sicherer seien, würden die Elterntaxis weniger, war Fumelli überzeugt. „Wir wollen die Leute zum Umdenken animieren.“

Auch Bürgermeister Rupert Steigenberger zeigte sich aufgeschlossen und lobte die „Superarbeit“ der Arbeitsgruppe. Der Gemeinderat müsse sich jetzt positionieren. Der Rathauschef sah auch einen Paradigmenwechsel, einen Verteilungskampf um die Verkehrsflächen. „Wir müssen Schwerpunkte setzen“, forderte er den Gemeinderat auf.

Der Ausschuss nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Demnächst ist das Radverkehrskonzept Thema im Gemeinderat.

Kritik gab es am Staatlichen Bauamt Weilheim, weil beim Radweg zwischen Allmannshausen und Weipertshausen nichts passiert. Der Weg ist auch Thema im Radverkehrskonzept der Arbeitsgruppe Radverkehr. Seit 2013 bemühen sich Berg und Münsing beim Staatlichen Bauamt um dessen Realisierung, die Planung haben sie im Voraus bezahlt, um die Sache anzuschieben. Doch es passiere nichts, wie Robert Schmid (CSU) im Ausschuss bemängelte.

Die Ursache liegt, wie mehrfach berichtet, in Problemen beim Grunderwerb. Der Allmannshauser Peter Sebald (EUW) wurde deutlich: „Das Staatliche Bauamt will sich nicht mit den Leuten treffen und arbeitet auf Enteignung hin. 3,50 Euro für Wald zu bieten, ist eine Frechheit. “ Bürgermeister Rupert Steigenberger beschwichtigte, ließ aber auch Kritik durchblicken. „Da wechseln die Köpfe permanent. Ich würde es mir auch anders wünschen.“

Tatsächlich ist nun wieder die für den Landkreis Starnberg zuständige Mitarbeiterin Silke Schweigler mit dem landkreisübergreifenden Radweg betraut. Vergangenes Jahr war es noch ihr Kollege für Bad Tölz-Wolfratshausen. Im Frühjahr würden die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingereicht, sagte sie auf Anfrage. Gleichzeitig liefen die Grundstücksverhandlungen, etwa für Tauschflächen in den Staatsforsten. „Wir sind dran“, versicherte Schweigler.

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