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Festgäste und Gastgeber: (v.l.) Dr. Stefan Ahrens, Jürgen Schneider, Josef Mederer, Herzogin Elisabeth in Bayern, Stephanie Jacobs, Dr. Monika Himmighoffen, Professor Ingo Kleiter und Franz Georg Strauß.

Jubiläum

30 Jahre Marianne-Strauß-Klinik: „Wir haben Großes vor“

Die Marianne-Strauß-Klinik in Kempfenhausen hat mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür 30-jähriges Bestehen gefeiert. Gleichzeitig verkündete die Klinikleitung Pläne für eine Erweiterung.

Kempfenhausen – Die Sonne strahlte zum Anlass passend: Mit zahlreichen Festgästen haben die Verantwortlichen der Marianne-Strauß-Klinik in Kempfenhausen am Freitag das 30. Jubiläum der Einrichtung gefeiert – mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür.

Die Schirmherrin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Herzogin Elisabeth von Bayern, machte den Anfang in einer langen Reihe von Rednern und dankte den Unterstützern, die diese Klinik mittragen: „Hier steht der Mensch im Mittelpunkt, dem ganzheitlich geholfen wird.“ Die Referentin für Gesundheit und Umwelt der Stadt München, Stephanie Jacobs, lobte den „unglaublich guten Ruf“, der der Klinik weit über die Landesgrenzen vorauseile: „Ihre Klinik schließt eine große Versorgungslücke, die Stadt München will, dass das so bleibt.“

Dr. Monika Himmighoffen, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) hob hervor, der Dreiklang von Medizin, Psychologie und sozialer Arbeit, verbunden mit der Herzenswärme aller Beteiligten, sei entscheidend für den therapeutischen Erfolg. Dr. Nicolaus König, ehemals Chefarzt der Einrichtung, führte in seinem Vortrag durch die bewegte Geschichte des Hauses: „Auch wenn es hier aussieht wie im Paradies, wir haben immer gekämpft, mit äußerlichen Widrigkeiten wie Personalmangel, Belegungsproblemen. Im Innen haben wir nie gekämpft. Unter den Mitarbeitern herrschte immer eine gute Stimmung“. Und Dr. Stefan Arend (KWA Kuratorium Wohnen im Alter) betonte: „Unser Gesundheitswesen braucht Einrichtungen wie die Marianne-Strauß-Klinik.“

Wie gut die Klinik heute dasteht, erklärte der neue ärztliche Leiter und medizinische Geschäftsführer Professor Ingo Kleiter: „Wir haben eine Sonderregelung, wir fallen nicht unter den Kostenoptimierungsdruck des Gesundheitswesens. Daher stehen wir wirtschaftlich sehr gut da. Wir haben ja auch Großes vor.“ Eine umfangreiche Renovierung und Erweiterung der Einrichtung ist in Planung (siehe Kasten). „Bezüglich der MS-Therapie können wir optimistisch in die Zukunft blicken, auch in die Zukunft der Marianne-Strauß-Klinik.“

Der Abend klang fröhlich in einem großen Fest für die 250 Mitarbeiter im Klinikgarten aus, mit buntem Kinderprogramm, Zaubershow und einer Liveband. „Die Gesellschafter und Aufsichtsräte unserer Einrichtung haben die Gelegenheit genutzt, sich mit unseren Mitarbeitern auszutauschen und sie für ihre großartige Arbeit wertzuschätzen“, so der kaufmännische Geschäftsführer der Klinik, Jürgen Schneider. Am Tag der offenen Tür nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich die Therapiemöglichkeiten in der Klinik erläutern zu lassen.

Die Planung der Erweiterung der Marianne-Strauß-Klinik in Kempfenhausen ist weitgehend abgeschlossen. Und sie fällt deutlich moderater aus als ursprünglich angedacht. „Eigentlich war vorgesehen, einen großen Neubau in den Park zu setzen. Wir haben davon nun abgesehen und uns mehr auf die Erweiterung und Renovierung des Bestands konzentriert“, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer der Klinik, Jürgen Schneider. Vorgesehen sind einepalliativ-medizinische Station, eine Tagesklinik mit 15 Plätzen, Mutter-Kind-Zimmer und mehr Platz für Physio- und Ergotherapie.

2800 Quadratmeter Flächewerden insgesamt gewonnen, zunächst durch den Anbau von zwei kleineren Flügeln im westlichen Teil des Haupthauses. Auf dem bestehenden Parkdeck entsteht Raum für die Tagesklinik. Der zweite Flügel führt nach Süden in Richtung Garten hinaus und wird neue Räume für die Physio- und Ergotherapie beherbergen. Zum ersten Bauabschnitt gehört dann auch der Ausbau des gesamten Dachgeschosses. „Dort entsteht Platz für 20 neue Betten, die wir dringend brauchen“, erklärt Schneider.

Im Anschluss wird das Dach aufgestockt und erneuert. Die Patienten des Stockwerks darunter ziehen während dieser Zeit in die neuen Anbauten um. „Die neuen Zimmer sind dann genau auf die Bedürfnisse unserer Patienten zugeschnitten“, berichtet der Geschäftsführer. „Wir bauen größere Bäder, offene Duschen, und dimensionieren alles so, dass die Patienten mit großen Rollstühlen im Zimmer manövrieren können.“

Im östlichen Teil des Hauses werden Balkone und Wintergärten ergänzt, damit die Patienten den Blick in den Park genießen können. Um Platz für die therapeutische Versorgung der Patienten zu gewährleisten, zieht die gesamte Verwaltungin ein Nachbargebäude. Gewünscht wäre, mit dem Bau Mitte nächsten Jahres zu beginnen. Für diesen ersten Bauabschnitt ist ein Budget von 20 Millionen Euro eingeplant, von dem der Freistaat Bayern etwa 13 Millionen Euro übernehmen wird. Im zweiten Bauabschnitt steht die umfangreiche Renovierung der bestehenden Patientenzimmer auf dem Programm. Vor allem die Bäder sollen vergrößert und komplett barrierefrei gestaltet werden. Die Verwaltung rechnet mit einem Zeitraum von vier Jahren, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Von Susanne Bayer

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