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Hier, im Berger Rathaus, soll die Ehrung für Oskar Maria Graf nicht stattfinden.

50. Todestag

Berg ehrt Graf, aber nicht im Rathaus

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Die Gemeinde Berg will ihren bekanntesten Sohn, den Autor Oskar Maria Graf, zu dessen 50  Todestag ehren. Dabei kommen Erinnerungen hoch – an die Feier zum 100. Geburtstag Grafs 1994, als der damalige Bürgermeister Josef Ücker zusammenbrach und starb.

Berg – Nein, er sei nicht abergläubisch, sagt Bergs Rathauschef Rupert Monn. Dennoch unterstrich er am Dienstagabend während der Gemeinderatssitzung im Rathaussaal, als es um die Planung der Feierlichkeiten zum 50. Todestag des Autors Oskar Maria Graf ging: „Ich möchte in diesem Saal keine Veranstaltung haben.“

Das sind ungewöhnliche Töne von einem sonst sehr hilfsbereiten und kooperativen Rathauschef, der die Feierlichkeiten zum Graf-Jubiläum heuer sonst nach Kräften unterstützt. Der Grund für Monns Verhalten liegt auf der Hand: Beim letzten Graf-Jahrtag 1994 zu dessen 100. Geburtstag starb der damalige Bürgermeister Josef Ücker bei der Eröffnung einer Graf-Ausstellung genau in diesem Rathaussaal, wo am Dienstag die Ratssitzung stattfand.

Ücker war der erste Bürgermeister Bergs, der Graf ehrte

Bürgermeister Rupert Monn hat schlimme Erinnerungen an den 100.Graf-Geburtstag.

„Ich möchte die Veranstaltung an dieser Stelle nicht wiederholen“, präzisierte Monn am Mittwoch auf Anfrage. Welche: die Ehrung Grafs oder gar einen erneuten tragischen Todesfall? „Beides – das würde mich zu sehr an den Tod von Bürgermeister Ücker erinnern, das war ein sehr schlimmes Erlebnis“, sagt Monn. „Man würde weder Ücker noch Graf einen Gefallen damit tun.“

Monn war dabei an jenem extrem heißen Sommerabend am 27. Juni 1994, als Ücker während der Eröffnungrede zur Graf-Ausstellung zusammenbrach, weil sein Herz versagt hatte. Ücker und Graf sind daher unweigerlich miteinander verbunden. Und weil Ücker der erste Bürgermeister war, der Graf die längst fällige Ehre erwies.

Mittlerweile sind die Verdienste  unbestritten

Denn der Sohn der Gemeinde, der 1894 als neuntes von elf Kindern der Bäckerfamilie Graf in Berg zur Welt kam, war bei den Bergern nicht beliebt. „Bis zu seinem 100. Geburtstag wurde Graf totgeschwiegen beziehungsweise ignoriert“, weiß Monn. Graf hat das Leben in Berg in seinen Büchern ungeschönt dargestellt – für viele kaum zu ertragen. „Wer nicht Tag und Nacht gearbeitet, aber Romanheftl gelesen hat, der galt damals nichts“, lautet Monns Erklärung. Als 1994 der 100. Geburtstag Oskar Maria Grafs anstand, waren sich die Berger daher alles andere als einig, ob das ein Grund zum Feiern ist. Ücker setzte sich aber durch.

Bürgermeister Josef Ücker startete die öffentliche Ehrung Grafs in Berg.

23 Jahre später, zum 50. Todestag, ist das anders: Die Verdienste Grafs sind inzwischen unbestritten. „Berg ist sich bewusst, dass es einen großen Schriftsteller hervorgebracht hat“, sagt Monn. „Und es identifiziert sich mit Graf.“ Ein gemeindlicher Arbeitskreis aus Dritter Bürgermeisterin Elke Link, Gemeinderäten Dr. Andreas Ammer und Sissi Fuchsenberger sowie Kulturvereinschef Joachim Kaske, Katja Sebald, Jörn Kachelrieß, Familie Reihl und Künstler der Ateliertage organisiert zwei Festwochen zum Jahrestag. Geplant ist eine Ausstellung mit Graf-Devotionalien sowie eine Kunstaktion.

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