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Ein dickes Dankeschön der Pfarrgemeinderäte (vl.): Josef Wacker (Höhenrain), Anneliese Doll (Aufkirchen) und Hubert Fersch (Percha) mit Pfarrer Piotr Wandachowicz und dem Vorsitzenden des Pfarrverbandsrats, Heinz Diehl.

Abschiedsfeier für Aufkirchens Pfarrer Piotr Wandachowicz

„Ohne Sie ist ein Pfarrer ein armer Hund“

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Ein Pfarrer wie ein Entertainer, der mit seinem Esprit die Herzen der Gläubigen erreicht: In seinem Abschiedsgottesdienst lief Piotr Wandachowicz zur Hochform auf. Und bekam zum Abschied die Berger Bürgermedaille in Silber.

Percha/Aufkirchen – Es sollte kein Abschiedsgottesdienst sein, sondern ein Fest- und Dankgottesdienst. Schließlich war das Patrozinium der Kirche St. Christophorus zu feiern, den Feuerwehrfahrzeugen den kirchlichen Segen zu geben und eine wunderbare Salieri-Messe des Kirchenchors unter Leitung von Nils Schad zu hören. Deshalb unterstrich der Leiter des Pfarrverbands Aufkirchen, Pfarrer Piotr Wandachowicz, gleich zu Beginn der Messe, dass er danken möchte für die gute Zeit, die er mit den Gläubigen am Starnberger See hatte. „Vergelt’s Gott“, sagte er. „Dankeschön.“

Durch Wandachowicz’ persönliche Worte gleich zu Beginn und seine lockere, humorvolle Art bekam die Messe eine bemerkenswerte Dynamik. Der Gottesdienst wurde zu einer Feier Gottes unter Freunden. In seiner Predigt, die er mit Mikrofon und Heiliger Schri10ft ausgestattet in der Mitte der Kirche hielt, begrüßte er viele namentlich und erinnerte dabei fast an einen Entertainer. Er ließ Revue passieren, was in 13 Jahren in Percha und Wangen und seit 2009 in Aufkirchen und Höhenrain passiert ist. Etwa das einige Jahre lang monatlich stattfindende Seniorenfrühstück in Percha – es schuf einen völlig neuen Zusammenhalt zwischen den morgendlichen Kirchgängern.

Apropos zusammenwachsen: Der Gottesdienst und die anschließende Feier im Pfarrgarten waren auch ein eindrucksvoller Beweis, wie die vier Pfarreien seit ihrer Zusammenlegung 2011 zu einer Einheit verschmolzen sind. Dabei räumte Wandachowicz mit einem Lächeln ein, dass er – damals schon vier Jahre lang Perchaer Pfarrer – zunächst selbst nicht wusste, wo Höhenrain ist.

Jetzt weiß er es, und er weiß, was die Menschen in den Pfarreien Höhenrain, Aufkirchen, Percha und Wangen für ihre Kirche tun. „Ohne Sie wäre das alles nicht denkbar, ohne sie ist ein Pfarrer ein armer Hund“, sagte er bei der Feier im Pfarrgarten zu Pfarrverbandsratsvorsitzendem Heinz Diehl. Die vier Pfarrgemeinderäte hatten einen Pilger-Gutschein und ein Fotobuch als Abschiedsgeschenk vorbereitet. „Sie haben eine so tolle Wandlung, eine tolle Entwicklung durchgemacht“, sagte Diehl. „Wir lassen Sie sehr ungern ziehen.“ Wie berichtet, wechselt Wandachowicz zum 1. September in die Stadtpfarrei Germering. Den Pfarrverband Aufkirchen übernimmt Pfarrer Albert Zott.

Starnbergs Bürgermeisterin Eva John dankte Wandachowicz für sein Engagement. Sie hatte ihm ein Zeugnis ausgestellt – in Teamfähigkeit, Fleiß, Kooperationsbereitschaft und Aufgeschlossenheit bekam er ein Sehr gut. „Wir hätten Sie gerne länger in unserer Mitte gehabt.“ Aber Kardinal Reinhard Marx habe verfügt, dass er den Zug des Lebens in Richtung Germering nehmen solle.

Der Berger Bürgermeister Rupert Monn sprach auch über Marx, aber subtiler: „Ohne übergeordnete Instanzen wäre vieles einfacher, näher am Menschen und der Sache dienlich gewesen.“ Er spielte auf die Gespräche über die Nutzung des Berger Kirchengrundstücks an, wo eventuell ein neues Rathaus entsteht. „Sie haben Pfarrgeschichte geschrieben – als Finanzmanager, Personalchef und Immobilienverwalter“, sagte Monn. Dass der Pfarrverband zusammengewachsen sei, sehe man an der „großen Fangemeinde“, die zum Abschied gekommen sei. Monn überreichte Wandachowicz für seine Leistungen die Bürgermedaille in Silber.

Auch die Ökumene hatte ihren Platz bei der Abschiedsfeier. Der evangelische Berger Pfarrer Johannes Habdank dankte für Wandachowicz’ Unterstützung dabei. „Wir hoffen, Ihr Nachfolger führt das fort.“ Denn letztlich machen die Geistlichen beider Kirchen dasselbe: „Wir vertreten das Christliche in der modernen Gesellschaft.“

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