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Verwaist: Die Berger Zeltstadt am nördlichen Ortseingang ist nur halb abgebaut. Viele Bürger der Gemeinde ärgern sich, dass nichts weiter passiert. 

Verlassene Asyl-Unterkunft

Ärger über Zeltstadt - Anwohner: „Verwaltungsversagen erster Güte“

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In Berg gibt es mächtig Ärger über die Zeltstadt am Ortseingang. Das wurde bei der Bürgerversammlung und bei der Jahreshauptversammlung der örtlichen CSU deutlich.

Berg – Die Zeltstadt am Kreisverkehr am Huberfeld in Berg-Nord wird immer mehr zum Ärgernis – weil die Zelte nicht abgebaut werden. Die Unterkunft ist seit November vergangenen Jahres verwaist, ihre früheren Bewohner leben längst im Containerdorf auf der anderen Seite des Ortes. Die Zelte am Huberfeld sind nur zum Teil abgebaut, zum Teil liegt Dämmmaterial herum. Das ganze hinter einem Bauzaun direkt am Ortseingang: „Kein schönes Bild, wie das dort vor sich hin gammelt“, stellte Bergs CSU-Chef Andreas Hlavaty in der Ortsversammlung am Donnerstagabend fest. „Da stellt es einem die Haare auf, das hat über eine Million Euro gekostet und war nur für ein Jahr in Betrieb.“

Hajo Köster,unmittelbarer Nachbar am Huberfeld und sichtlich verärgert, fand in der Bürgerversammlung drastische Worte: „Das ist ein Verwaltungsversagen erster Güte“, warf er Landrat Karl Roth vor. „Vor Jahren hat man sich aufgeregt wegen der Kunst am Kreisel – und jetzt ist dort so etwas.“

Der Landrat hatte seinerseits deutliche Worte gefunden für das, was am Huberfeld passiert. „Ich schäme mich auch dafür, wie es im Moment aussieht.“ Der Landkreis bezahle noch Pacht für die Nutzung des Areals. „Deshalb ist mein Gewissen aber auch nicht besser.“ Er wolle Hausmeister aus den Unterkünften zum Huberfeld schicken, damit die dort ein bisschen aufräumen, kündigte Roth an.

Die Zelte gehen an gemeinnützige Organisationen, die im Katastrophenschutz tätig sind (wir berichteten). Das passiert allerdings ganz langsam – Anfang April wurden einige abgeholt. Seitdem ist Ruhe am Huberfeld. „Ich habe gedacht, die reißen uns die Zelte aus den Händen“, sagte Roth. Der Landkreis dürfe die Zelte nur an bestimmte Organisationen abgeben, darunter das Rote Kreuz, die DLRG und der Arbeiter-Samariter-Bund. „Die holen sie ab, aber sie sagen nicht, wann“, berichtete der Landrat in der Bürgerversammlung.

„Etwas zu bekommen ist manchmal leichter, als etwas loszuwerden“, stellte Bergs Bürgermeister Rupert Monn fest.

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