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Reste einer Eiche: Dieser einst stolze Baum stand am Kapellenweg in Berg. 

Kataster geplant

Alte Eiche gefällt: Jetzt will Berg besondere Bäume schützen

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Immer wieder werden alte, aber gesunde Bäume in der Gemeinde Berg gefällt, oft für Bauvorhaben. Jetzt will der Gemeinderat mit einer Art Baumkataster entgegenwirken.

Berg – Die Fällung einer Eiche auf einem Privatgrundstück am Kapellenweg erregt die Gemüter in Berg. Der Baum war Schätzungen zufolge mehr als 200 Jahre alt, und viele Berger bedauern, dass er umgesägt wurde. Auch Dritte Bürgermeisterin Elke Link, die das Ereignis zum Anlass nahm, im Gemeinderat nachzufragen, wie man so etwas künftig verhindern kann. Nun sollen sich die Gemeinderäte überlegen, welche besonderen Bäume im Gemeindegebiet schützenswert sind. Sie sollen kartiert und bestenfalls unter Denkmalschutz gestellt werden.

„Es geht darum, orts- und landschaftsprägende Bäume zu erhalten“, fordert Link. „Wir sollten nochmal über eine Baumschutzverordnung nachdenken – wie die aussehen könnte, liegt in unserer Hand.“ Letzteres sagte sie, weil sie genau weiß, dass Teile des Gemeinderats und Bürgermeister Rupert Monn einer Baumschutzverordnung extrem skeptisch gegenüber stehen. Monn ist überzeugt davon, dass eine solche Satzung vor allem dafür sorgt, dass Bäume abgesägt werden, bevor sie schutzwürdig werden. Zudem sei Berg gut durchgrünt. Link ergänzte deshalb: „Ich will nicht jeden Strauch oder jeden zu groß geratenen Weihnachtsbaum schützen.“ Doch die Gemeinde sei angehalten, auf besondere Bäume, vor allem auf gemeindlichem Grund, zu achten.

Die Dorflinde in Höhenrain steht unter Denkmalschutz

Das stellte Monn gar nicht in Abrede. Er verwies auf die Dorflinde in Höhenrain, die seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz stehe. Und auf die Lindenallee, um die sich die Gemeinde gut kümmere. Die Eiche, die nun gefällt worden sei, habe mitten im Wohngebiet gestanden. „Es kann sein, dass auf dem Grundstück eine Baumaßnahme ansteht.“

Robert Schmid (CSU) widersprach dem. Er habe gehört, dass die Fällung eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen sei. „Das ist genau unser Problem: dass alles bebaut wird. Deshalb sollten wir zumindest einzelne prägende Bäume schützen.“ Man müsse ja nicht jede Fichte retten, aber: „Die Eiche war ein so schöner Baum, das ist selten.“

Diese Richtung der Diskussion sagte Monn zu. „Schöne Solitärbäume zu schützen, das könnte ich mittragen.“ Das koste allerdings auch Geld, warnte er den Gemeinderat. Das damit gut investiert sei, antwortete ihm Elke Link.

Es ist nun an den Gemeinderäten, Ausschau nach besonderen Bäumen zu halten, sie dem Rathaus melden, damit sie unter Schutz gestellt werden können.

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