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Zwei Männer verfolgen einen Plan: Die Geschäftsführer des Montessori-Vereins Gut Biberkor, Michael Nowak (l.) und Christoph Borchardt machen sich an die Planung eines neues Schulgebäudes.

Gut Biberkor

Startschuss für die letzte Phase

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Die Montessori-Schule auf Gut Biberkor startet mit einem neuen Geschäftsführer ins neue Jahr. Der Neue heißt Michael Nowak und verfolgt zusammen mit dem alten Geschäftsführer Christoph Borchardt die Pläne für die voraussichtlich letzte Phase zur Erweiterung der Schule.

Berg – Auf Gut Biberkor ist die Arbeit nie zu Ende. Seit die Montessori-Schule mit dem ersten und bislang einzigen Montessori-Gymnasium Bayerns im Jahr 2001 in Behelfscontainern startete, wird permanent geplant, gebaut, gewerkelt. Seit kurzem ist Michael Nowak mit an Bord. Der 55-jährige ehemalige Unternehmensberater ist nun neben dem langjährigen Geschäftsführer Christoph Borchardt dafür verantwortlich, dass es auf Gut Biberkor weitergeht. Er sei Montessori-erfahren, betont er: „Ich hatte drei Kinder in Montessori-Einrichtungen.“

Vieles auf Gut Biberkor ist schon geschafft, rund 23 Millionen Euro sind auf dem Gelände nördlich von Höhenrain bereits verbaut. Der geschwungene Neubau der Schule mit Dreifachturnhalle wurde 2009 bezogen, die neue Grundschule 2014. Auch das Kinderhaus mit Kinderkrippe, wo rund 50 Kinder betreut werden, ist seit 2014 fertig. Derzeit sind 530 Schüler auf Gut Biberkor. „Das Gymnasium ist inzwischen zweizügig“, sagt Borchardt nicht ohne Stolz.

Die Container vom Anfang aus dem Jahr 2001 stehen immer noch. „Dort ist die Oberstufe ab der zehnten Klasse untergebracht“, erklärt Borchardt. Dieser so genannte Campus bietet 1650 Quadratmeter Platz. Die Zeit der Container scheint nun endgültig befristet. Das nächste Projekt soll ihre Existenz endgültig überflüssig machen – auch wenn es das schon oft hieß. Der Montessori-Verein als Träger der Schule plant an der Stelle des jetzigen Stalls ein weiteres Schulgebäude für die Oberstufe. „Der Stall wird umgebaut oder abgerissen und neu gebaut – vermutlich letzteres“, erklärt Borchardt. Auf den rund 1000 Quadratmetern Grundfläche sind zweieinhalb Geschosse angedacht, Aufzug inklusive, schließlich ist Gut Biberkor eine Inklusionsschule.

Der Neubau des Stalls wäre das letzte Schulgebäude, das auf dem Gelände entsteht. Zuvor müssen allerdings Genehmigungen eingeholt werden. Unter anderem muss das Raumprogramm für die Schule erweitert werden. „Zwei Drittel des Raumprogramms haben wir schon im Neubau verbaut“, erklärt Borchardt. „Der Rest sollte im Erdgeschoss des Gutshauses unterkommen. Doch das war zu teuer und statisch nicht leicht.“ Deshalb also ein Neubau an Stelle des Stalls, der jetzt als Abstellkammer für Graffiti-Künstler und für den jährlichen Daxenmarkt genutzt wird. Borchardt rechnet mit Kosten im hohen einstelligen Millionenbereich. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Bestenfalls rechnet er mit einer Fertigstellung des Stall-Neubaus Ende 2020, vielleicht auch erst 2021. Und dann könnten auch die Außenanlagen wie Rasenspielfeld und Allwetterplatz fertiggestellt werden. „Das haben wir zurückgestellt“, sagt Borchardt. „Würden wir die Außenanlagen gleich machen, müssten wir sehr viel Erdreich bewegen – das kostet auch Geld.“ Das Erdreich müsse ohnehin später bewegt werden, wenn die Container abgebaut werden. Da könne man es sich vorher sparen.

Es bleibt spannend auf Gut Biberkor. Auch was die außerschulischen Aktivitäten angeht. Die vom Verein geführte Montessori-Akademie im Alten Gutshaus floriert. Dort vertiefen Montessori-Lehrer ihre Ausbildung für die Sekundarstufe. Derzeit gibt es 15 laufende Kurse, drei davon finden auf Gut Biberkor statt. Zudem gibt es Jahreskurse für die Ausbildung zum Montessori-Lehrer. „Wir sind vermutlich die größte Montessori-Einzelakademie im Bundesgebiet, zumindest, was die Zahl der Lehrer betrifft“, berichtet Borchardt.

Inzwischen bietet die Akademie auch Coachings in Russland an. „Die Kurse finden auf Englisch statt, zwei waren in Moskau, einer in St. Petersburg.“ Die Nachfrage aus Russland sei da, obwohl die Kurse für russische Verhältnisse teuer seien. „,Made in Germany‘ hat auch bei Bildung einen Wert“, sagt sein Kollege Nowak. Er freut sich, in dem neuen Job auf Gut Biberkor seine persönlichen Interessen und seine beruflichen Fähigkeiten unter einen Hut zu bringen.

Was kommt, wenn der Neubau fertig ist? „Ideen gibt es viele“, sagt Borchardt mit einem Lächeln. „Das ,Glückliche Referendariat‘ zum Beispiel.“ Die Akademie überlegt, wie sie ein alternatives Lehrer-Referendariat für Privat- und reformpädagogische Schulen aufbauen kann. „Aktuell ist das Referendariat in den Schulen eine Mischung aus Druck und Demütigung.“ Mit dem neuen Projekt könnte man auch den eigenen Lehrernachwuchs sichern.

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