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„Wir schießen nicht auf Bestellung“ , sagen die Böllerschützen aus Aufkirchen. Sie weihten kürzlich ihre neue Würmseekanone ein. 

Sebastianischützen Aufkirchen

Die Würmseekanone für besondere Anlässe

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Sie kommt aus Berchtesgarden und hat Böllerreferent Siegfried Holzapfel zufolge einen besonders schönen Klang: die „Würmseekanone“ ist seit Kurzem der ganze Stolz der Aufkirchner Sebastianischützen. 

Aufkirchen – Für die Böllerschützen der Sebastianischützen in Aufkirchen beginnt gewissermaßen eine neue Ära: Sie können künftig mit einer besonderen Kanone schießen. Böllerreferent Siegfried Holzapfel und 2. Schützenmeister Manfred Nöbauer tauften sie auf den Namen „Würmseekanone“.

Das war ein Knall! Laut, wie bei einem Einsatz von 350 Gramm Böllerpulver in der Kartusche zu erwarten war, aber besonders schön. Das findet zumindest Siegfried Holzapfel (54) aus Söcking. Der Klang seiner neuen Hinterladerkanone bringt ihn ins Schwärmen. „Klar ist sie laut, aber der Ton ist sehr angenehm, wie bei einer Kirchenglocke.“

Die Kanone stammt aus Berchtesgaden

Und erst die Optik: schlank, auf zwei Holzrädern. Die Kanone stammt vom Berchtesgadener Kanonenbauer Pfnür, der sie 2002 angefertigt hat. „Es war die erste ihrer Art“, sagt Holzapfel. „Die wird so gar nicht mehr gebaut.“ Vieles an der Kanone sei aus Holz, das bedürfe besonderer Pflege. „Die Räder muss man zum Beispiel einmal im Jahr ins Wasser legen“, sagt Holzapfel. Das macht er gern, das hört man deutlich heraus.

Zum Einsatz kommt sie voraussichtlich nur bei besonderen Gelegenheiten. „Wir schießen nicht auf Bestellung“, unterstreicht Nöbauer. Nur wenn ein Geburtstag, ein Jubiläum oder eine Hochzeit eines Mitglieds der Schützen anstehe. Oder bei speziellen Böllertreffen. Oder beim Volkstrauertag. Oder beim Christkindlanschießen – diesen alten Brauch hat die noch sehr junge Böllerschützengruppe der Sebastianischützen im vergangenen Jahr in Aufkirchen wieder aufleben lassen (wir berichteten).

Bis es raucht: Bei einem Schuss kommen 350 Gramm Böllerpulver zum Einsatz (rechts Manfred Nöbauer und Siegfried Holzapfel).

Die Schützen sind von der neuen Kanone begeistert

Die Begeisterung für die neue Kanone ist groß, wie 2. Schützenmeister Manfred Nöbauer (48) aus Berg sagt. Böllerwaffen hatten die Schützen, eine Kanone übernahmen sie vom Soldaten- und Reservistenverein Aufkirchen-Farchach, der sich mangels Nachwuchs aufgelöst hatte. Diese Kanone gehört der Gemeinde, sie stammt laut Holzapfel aus dem Jahr 1951 und braucht 60 Gramm Pulver pro Schuss – klar, dass das anders klingt.

Der Klang ist nicht das Einzige, das Holzapfel ins Schwärmen bringt. Irgendwie war es Schicksal, dass Nöbauer und er auf die Kanone im Internet stießen. Einen mittleren vierstelligen Betrag bezahlten sie für die Kanone, die sie hinter Aschaffenburg kauften. „Es gab viele Angebote, aber der Familie, die die Kanone verkauft hat, war es wichtig, dass sie in Bayern bleibt“, berichtet Holzapfel, der das Gerät zusammen mit Nöbauer erworben hat.

Das Pulver für einen Schuss kostet acht bis zehn Euro

Die beiden Kanoneneigentümer einigten sich auf den Namen „Würmseekanone“, der jetzt bei der offiziellen Kanonenweihe öffentlich gemacht wurde. Wenn sie nicht in Gebrauch ist, hat Holzapfel einen geschlossenen Kastenanhänger für sie. Damit ist es mit den Investitionen für die Würmseekanone dann auch vorbei. Gekauft werden muss nur noch das Pulver. Pro Schuss kostet das etwa 8 bis 10 Euro, sagt Holzapfel. Das nächste Projekt ist für den begeisterten Böllerschüten die Renovierung der gemeindlichen Kanone.  

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