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Mit dem Maibaum quer durchs Dorf: 20 Madln ritten in Bachhausen ein und freuten sich über die Zuschauer am Straßenrand. 

Tradition

Bachhausener holen den Maibaum ins Dorf

Das Maibaumeinholen in Bachhausen ist immer wieder ein großes Dorffest. 

Bachhausen – „Das gehört einfach dazu“, betont Maria Bock (84), die am Samstagvormittag vom Straßenrand aus gespannt das Einholen des Maibaumes beobachtet. Erst hört sie nur die stimmungsvolle Musik der Lüßbacher Blaskapelle – gefolgt von den Geräuschen des Traktors, der den künftigen Maibaum zu seinem Lagerplatz, der Wachhütte, bringt. Auf dem 28 Meter langen Fichtenstamm sitzen 20 Madln der Burschenschaft Bachhausen, die den begeisterten Zuschauern zuwinken, während die Burschen den Baum in die richtige Richtung lenken.

Auch Robert Demmler (54), der früher selbst in der Burschenschaft war, ist gekommen, um sich das Spektakel anzuschauen. Obwohl der geborene Bachhausener alle vier Jahre, wenn der Baum durch den Ort transportiert wird, dabei ist, sagt er auch heute noch: „Es ist einfach immer wieder schön, wenn die ganze Dorfgemeinschaft zusammen kommt.“ Auch seine Tochter Katharina Demmler, Obermadl der Burschenschaft, lobt den großen Zusammenhalt des Ortes bei solchen Ereignissen.

Für das Einholen des Maibaumes waren einige Vorbereitungen nötig: So wurde bereits am 28. Dezember der Baum ausgesucht, der von der Familie Wernetshammer gestiftet wurde. „Er sollte möglichst gerade und astfrei sein“, erklärt Oberbursch Franz Schaller. Weitere Kriterien: Der Baum benötige im unteren Bereich einen passenden Durchmesser für die Schiene, in die er eingesetzt wird. Außerdem wurde der Baum geschepst, also von der Rinde befreit.

Weitere Arbeiten folgen in den nächsten Wochen: hobeln, schleifen, anmalen. „Das ist viel Arbeit“, sagt Schaller, der seit sechs Jahren in der Burschenschaft ist.

Um einen Maibaum-Raub zu verhindern, wird die nächsten Wochen Wache gehalten. Diese erfolgt in zwei Schichten mit jeweils zwei Leuten. Die erste Wache von Samstag auf Sonntag hielten traditionell die Oberburschen und Obermadln. Langweilig wird es dabei nie: „Wir spielen Mensch ärgere dich nicht, schauen Filme oder ratschen“, erklärt Katharina Demmler. Während der Wachzeit gibt es jeden Abend was zu trinken an der Wachhütte. „Jeder kann kommen“, sagt Demmler. Das Aufstellen des Baumes findet dann am 27. April statt. Das zünftige Maifest wird am 1. Mai ab 13 Uhr gefeiert.  lef

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