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So sieht das Modell des künftigen Rathauses am Huberfeld aus. Die Fassade wird vermutlich ein bisschen modifiziert, Details sind noch verhandelbar.

Bau des neuen Berger Rathauses

Zertifikat für eine Million Euro?

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Planungen für das neue Berger Rathaus nehmen langsam Form an. In der jüngsten Ratssitzung präsentierten Experten für Elektro, Lüftung und Sanitär erste Ideen. Und es ging um nachhaltiges Bauen und ob man es sich zertifizieren lassen soll. 

Berg– 14,7 Millionen Euro wird das neue Rathaus in Berg voraussichtlich kosten. Eine Zahl dieser Größe war immer wieder durch die Diskussion über den Neubau geschwirrt, am Dienstag im Gemeinderat nannte sie nun auch Projektleiter Michael Graf. Zu den 14,7 Millionen könnten weitere Kosten, bis zu 940 000 Euro, kommen, falls sich der Gemeinderat dazu entschließt, den Bau gemäß den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifizieren zu lassen. Eine Entscheidung über das Zertifikat soll in der Ratssitzung in zwei Wochen fallen.

Die Grundlagenermittlung für den Rathausneubau ist abgeschlossen. Aber, so betonte es Projektleiter Graf, „konkrete Entscheidungen sind noch nicht getroffen worden“. Die Experten für die Bereiche Elektrik, Tragwerks-planung, Heinzung, Lüftung und Sanitär stellten sich vor und erstatteten dem Gemeinderat Bericht. Auch Architekt Sebastian Dellinger präsentierte erste Ergebnisse. Zum Beispiel empfahl er, mit der Kirche das Gespräch zu suchen. Ihr gehört die andere Hälfte des Huberfelds. „Damit wir dort den Aushub zwischenlagern und die Baustelle einrichten können.“

Konkrete Beschlüsse waren am Dienstagabend nicht nötig. Die Gemeinderäte bekamen vor allem zu hören, welche Möglichkeiten es gibt. Ob nur die Bodenplatte in Stahlbeton gefertigt werden oder auch die Zwischendecken, welche Möglichkeiten der Beheizung es gibt und welche Formen der Lüftung.

Ein Problem ist der schwierige Nagelfluh-Untergrund und die wegen der Stellplatzsatzung sehr groß geplante Tiefgarage. Dr. Andreas Ammer (QUH) appellierte an die Verwaltung, unbedingt nochmals das Gespräch mit dem Landratsamt zu suchen, damit die Parkplätze gegenüber am Sportplatz tagsüber fürs Rathaus genutzt werden können. Eine kleinere Tiefgarage würde nicht nur die Kosten senken, sondern auch das Auftriebsproblem lösen. Das Grundstück führt laut Experte sehr viel Schichtwasser.

Laut Zeitplan soll bis September die Vorplanung stehen. Wie Projektleiter Graf weiter ausführte, soll der Entwurf bis März 2021 vorliegen und der Bebauungsplan Ende 2021 rechtskräftig sein. Baubeginn ist für Anfang 2023 geplant, Einzug Ende 2024.

Teilen des Gemeinderats war es in der Vergangenheit wichtig, dass der Neubau möglichst nachhaltig wird. Messbar ist dies, wenn man gemäß den Kriterien der DGNB plant und dokumentiert. „Es geht um ökologische, ökonomische, soziokulturelle, funktionale und technische Qualität“, sagte Graf. „Grob geschätzt werden die Baukosten um ein bis sechs Prozent höher liegen als bei einem konventionellen Bau.“ Teils seien auch die Materialien teurer. „Mineralwolle etwa ist nicht so nachhaltig wie Holzwolle, und die ist teurer.“ Darüber müssen die Gemeinderäte nun nachdenken. 

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