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Baustellen auf dem Kempfenhauser Schulgelände

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Von: Sandra Sedlmaier

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Der denkmalgeschützte Torbogen am Eingang des Landschulheims Kempfenhausen ist einem Mülllaster zum Opfer gefallen. Eine aufwendige Holzkonstruktion hindert ihn am Abrutschen.
Der denkmalgeschützte Torbogen am Eingang des Landschulheims Kempfenhausen ist einem Mülllaster zum Opfer gefallen. Eine aufwendige Holzkonstruktion hindert ihn am Abrutschen. Foto: Andrea Jaksch © Andrea Jaksch

Ein beschädigter Torbogen, ein Wasserschaden in der Turnhalle, Vorbereitungen für die Umstellung auf eine Pelletheizung und hoffentlich bald auch ein neues Internatsgebäude: All das beschäftigt derzeit das Landschulheim Kempfenhausen.

Kempfenhausen – Der kaputte Torbogen an der Einfahrt zum Landschulheim Kempfenhausen ist die Baustelle, die als erstes ins Auge fällt. Eine aufwendige Holzbalkenkonstruktion stützt ihn, die waagerechten Risse links und rechts sind deutlich zu sehen. „Noch ein Riss geht oben durch die Mitte“, sagt Schulleiter Elmar Beyersdörfer. „Ohne die Abstützung bestünde die Gefahr, dass der Torbogen auf dem abschüssigen Gelände abrutscht.“ Ein 18-Tonner, der den Müll holen wollte, hat das Malheur verursacht, im Juli kurz vor Schuljahresende. Das Landschulheim Kempfenhausen hat aber noch mehr Baustellen, aktuelle und künftige. Die gute Nachricht: Der Schulbetrieb ist von den Arbeiten nicht beeinträchtigt, so Beyersdörfer.

Noch ist unklar, wann und wie der denkmalgeschützte und geziegelte Torbogen repariert wird. „Unser Architekt würde ihn gerne breiter und höher planen“, sagt der Schulleiter. Damit künftig auch Mülllaster leichter durchkommen. Doch das sei nicht so einfach, weil alles mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden müsse. „Das wird dauern“, ist Beyersdörfer klar und ergänzt: „Das ist für uns ein Megaproblem, weil wir nur noch eine Zufahrt haben – und die führt über den Pausenhof.“ Schüler, Lehrer und Lastwagen könnten nur noch diese eine Zufahrt nutzen. Ebenso die Mülllaster. Die hätten den Weg durch den Torbogen vorgezogen, weil sie somit sich zwei enge Kurven sparen konnten. Doch so ein 18-Tonner komme eben nicht durchs Tor. „Wir haben oft gebeten, dass zu uns kleinere Lastwagen kommen sollen“, berichtet der Direktor. Doch leider ohne Erfolg.

Eine weitere Baustelle ist in einer der Turnhallen. Dort gab es schon vor längerer Zeit einen Wasserschaden, für dessen Behebung die Sommerferien nicht ausgereicht haben, so der Schulleiter. „Das ist eine aufwendige Sache, der Estrich muss raus.“

Erdarbeiten auf dem Schulgelände sind die Vorboten einer Heizungsumstellung: „Wir wollen künftig Pellets nutzen und brauchen Lagerräume.“ Das sei am sinnvollsten im Zusammenspiel mit dem bestehenden Blockheizkraftwerk. Das Ganze sei unabhängig vom Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Energieproblemen schon länger geplant gewesen. Ebenso wie die Versorgung mit Solarenergie.

Letztere soll auf einem neuen Internatsgebäude entstehen, ein großes Projekt für das Landschulheim. „Vom Kultusministerium ist der Neubau abgesegnet“, sagt Beyersdörfer und hofft, dass das Projekt auch realisiert werden kann: „In diesen Zeiten ist alles unsicher.“

Das neue Gebäude soll anstelle eines der Internatsgebäude, des ältesten, errichtet werden. Notwendig sei es, weil der Platz für die internen Schüler nicht mehr ausreiche. Denn auch das denkmalgeschützte Wagner-Haus, in dem derzeit Schüler wohnen, habe seine Defizite. „Dort fehlt es am Brandschutz“, sagt Beyersdörfer. „Die Denkmalschutzbehörde erlaubt nicht, dass wir einen zweiten Fluchtweg außen anbauen. Und innen wird er viel zu teuer.“ Deshalb sei das Wagner-Haus künftig nicht mehr als Internatsgebäude nutzbar. Zudem sei der Raumbedarf der Schule durch die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums gewachsen. Beides wolle man mit dem geplanten neuen Gebäude auffangen.

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