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Wie ein Segen sind Ammas Umarmungen für Max Schneider aus Starnberg. Er begegnete der Inderin gestern zum zweiten Mal. Vor vier Jahren traf er sie in München und nahm mit ihr an einer Baumpflanzaktion teil.

Spirituelle Führerin in Gut Biberkor

Amma verteilt 3000 Umarmungen für den inneren Frieden

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Sie wuchs in einem armen Fischerdorf auf, heute verehren Anhänger auf der ganzen Welt die Inderin Amma als geistliche Führerin. Schon zum zweiten Mal ist sie nun in der Gemeinde Berg. Etwa 3000 Besucher kamen gestern nach Gut Biberkor, um sich von Amma umarmen zu lassen.

Höhenrain– Als Hugging Saint, Knuffelgoeroe oder auch Mata Amritanandamayi ist die Inderin Amma auf der ganzen Welt bekannt. Auch in Deutschland hat die 66-Jährige eine große Anhängerschaft. So kamen gestern rund 3000 Besucher in die Turnhalle der Montessori-Schule auf Gut Biberkor im Berger Ortsteil Höhenrain und warteten teils bis zu sechs Stunden, nur um sich von Amma umarmen zu lassen.

Die Inderin gilt unter ihren Anhängern als geistliche Führerin und will mit ihren Umarmungen eine Botschaft in die Welt hinaustragen. So auch in Berg: Gegen 10 Uhr betrat Amma die Halle und schritt, begleitet von Applaus und Geigenmusik, auf die Bühne. Nach einer etwa 30-minütigen Meditation ging das Umarmen los. Alle Besucher zogen eine Nummer und warteten, bis sie an der Reihe waren. Währenddessen konnten sie sich die Zeit an einem der zahlreichen Stände vertreiben, an denen Schmuck, Blumengirlanden und Dekoration verkauft wurden.

„Ammas Vision ist Liebe“, sagte eine ihrer Helferinnen

„Ammas Vision ist Liebe“, sagt Irmgard Preisinger (59). Sie gehört zu den etwa 570 Helfern, die die „Umarmungs-Tour“ quer durch Europa organisieren. „Amma sagt, dass Liebe und Mitgefühl in unserer Gesellschaft fehlen.“ Und das will sie ändern. Durch Umarmungen, die die Menschen trösten sollen, aber auch durch konkrete Hilfe. So gründete Amma, obwohl sie nur vier Jahre die Schule besuchte, mit Embracing the World (deutsch: die Welt umarmen) eines der größten Hilfswerke in Ostasien. Es setzt sich seit mehr als 30 Jahren für arme Menschen in Indien, die Gleichberechtigung indischer Frauen und den Umweltschutz ein.

Dennoch wirkt die Szenerie in der Turnhalle von Gut Biberkor, wo tausende Menschen auf eine Umarmung von der nur 1,53 Meter großen Inderin warten, in gewisser Weise befremdlich. Den Eindruck hatte früher auch Ismael Gazda (20). Er lebte einige Jahre in Tutzing und ist für Amma von Stuttgart in die Nähe seiner früheren Heimat zurückgekehrt. „Meine Mutter hat mich schon als Kind mit zu Amma genommen“, erzählt er. „Die Umarmungen waren schön, aber ich habe mich damals gefragt: Was bringt mir das?“ Heute ist Gazda sicher: Amma trägt durch ihre Umarmungen Liebe in die Welt.

Max Schneider aus Starnberg: Ammas Umarmungen seien wie ein Segen

Max Schneider aus Starnberg hat während einer Geschäftsreise auf Korsika von Amma erfahren. „Wenn dir jemand von Amma erzählt, dann ruft sie nach dir und du solltest zu ihr gehen“, sagt er. Eine Umarmung von Amma sei für ihn wie ein Segen. Schneider hat auch ein Geschenk für sie: zwei kleine Bäumchen, die er ihr nach dem Umarmen übergibt. Auf die Idee kam er, weil er vor vier Jahren mit der Inderin an einer Baumpflanzaktion teilnahm. Er bekam von Amma, wie alle anderen Besucher, auch ein paar kleine Gaben: einen Apfel, ein Rosenblatt und ein Bonbon.

Eva Urban (79) aus Herrsching hat bei Amma etwas für sie noch viel wertvolleres gefunden: inneren Frieden. „Uns verbindet Liebe – einfach Liebe“, ist sich die Seniorin sicher. Seit 1992, als Freunde sie zum ersten Mal zu einer Veranstaltung von Amma mitnahmen, lässt sich Eva Urban jedes Jahr von der Inderin umarmen. Für die Familie der 79-Jährigen war es zunächst gewöhnungsbedürftig, dass sie eine spirituelle Führerin verehrt. Mittlerweile sei das aber für alle in Ordnung. „Mein innerer Frieden hat sich auf meine Familie übertragen“, sagt die Herrschingerin.

Helferin Viola Borchardt hat Spaß bei der Benefizveranstaltung

Viola Borchardt aus Weilheim ist über ihre Familie sogar erst auf Amma aufmerksam geworden. Ihre Mutter Susanne habe bei einem Meditationskurs von Amma erfahren und sie daraufhin häufig besucht, auch zusammen mit ihrer Tochter Viola. „Ich bin mit Amma groß geworden“, sagt die 18-Jährige. Mittlerweile gehört die gebürtige Tutzingerin zum Helfertross der Inderin. „Meine Motivation sind die vielen glücklichen Gesichter, die ich hier sehe“, sagt Viola Borchardt. „Das macht die Arbeit zu einem schönen Job.“

Auch heute will Amma den ganzen Tag und die Nacht hindurch Umarmungen in Höhenrain verteilen.

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