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Weltall-Kenner: Stefan Schmid, Leiter der Christian-Jutz-Volkssternwarte in Aufkirchen, freut sich besonders auf den 21. Dezember, wenn Jupiter und Saturn eng zusammenstehen. Experten sprechen dann von der großen Konjunktion. 

Sternwartenchef aus Berg erklärt

Jupiter und Saturn begegnen sich so nah wie nie: Die astronomischen Höhepunkte 2020

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Eine Mondfinsternis, viele Sternschnuppen und eine spektakuläre Begegnung von Jupiter und Saturn: Das Jahr 2020 bietet einige astronomische Höhepunkte. Ein Überblick.

Aufkirchen – Andenken aus dem All gibt es bei der Christian-Jutz-Volkssternwarte in Aufkirchen schon ab fünf Euro. Größere und ausgefallenere Meteoritenbruchstücke können auch mal 35 Euro kosten. „Die Nachfrage ist gut“, sagt Stefan Schmid, Leiter der Sternwarte. „Gerade Kinder wollen nach einem Beobachtungsabend etwas zum Anfassen mit nach Hause nehmen. Manche sogar als Glücksbringer für die nächste Mathe-Ex, wie ich gehört habe.“ Die Exponate der kleinen Sammlung stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und wurden in Ostsibirien, Südwestafrika und Argentinien gefunden. Am Starnberger See landen sie, wenn Schmid oder andere Vereinsmitglieder sie von Astronomie-Messen mitbringen.

Der Blick in den Weltraum von der Aufkirchner Warte aus soll noch in der ersten Jahreshälfte deutlich besser werden: dank eines riesigen Spiegelteleskops, das Ulrich Schmidbauer in seiner Garage entwickelt und konstruiert (wir berichteten). Die auf Schienen verschiebbare Hütte, also das Gehäuse des Teleskops, steht bereits. Was es 2020 alles zu sehen gibt? Erst sagt Schmid, das die Höhepunkte in diesem Jahr „überschaubar“ seien, um dann gleich mehrere vielversprechende Ereignisse zu nennen.

  • Noch bis 6. Januar treten die Quadrantiden auf, die zu zu den ergiebigsten Sternschnuppenströmen gehören. Sie sind Überbleibsel von Kometen mit mehreren Kilometern Durchmesser. Letztere vergleicht der Sternwartenchef mit „großen, schmutzigen Schneebällen. Sie kommen sehr nah an die Sonne, durch das Verdampfen wird Staub freigesetzt, den man auch Kometenschweif nennt“, so Schmid. Oft fallen mehr als 100 Meteore pro Stunde. Ein wahres Schauspiel – aber nur, wenn der Himmel aufklart.
  • Am 10. Januar kommt es in den Abendstunden zu einer partiellen Halbschattenfinsternis des Mondes. „Ein leichter Grauschleier legt sich über den Großteil des Mondes“, erklärt Schmid. Der Anblick ist nicht so spektakulär wie der des berüchtigten „Blutmondes“. In diesem Fall steht der Erdsatellit komplett im Schatten der Erde.
  • In der ersten Jahreshälfte ist die Venus besonders gut zu sehen – jener Planet, der der Erde auf seiner Umlaufbahn am nächsten kommt. Die Venus erscheint dann als hellstes Gestirn abgesehen vom Mond und wird auch Abendstern genannt. „Wir bekommen immer wieder Anrufe deshalb. Die Leute fragen dann wegen der Helligkeit unter anderem, ob es sich um eine Raumstation handelt“, berichtet Schmid.
  • Um den 12. August erwarten Himmelgucker jedes Jahr die Perseiden, einen Meteorschauer. „Zu uns kommen dann immer viele Familien mit Picknickdecken und Liegestühlen“, sagt der Leiter der Sternwarte. „So mancher macht einen Wettbewerb daraus, wer die meisten Sternschnuppen sieht.“ Die Besonderheit heuer: Der Mond spielt mit. Er geht in der Nacht vom 12. auf den 13. August erst nach Mitternacht auf. Damit ist die nötige Dunkelheit gewährleistet.
  • Mitte Oktober erreicht der Mars seinen erdnächsten Punkt. Schmid: „Er ist dann viel größer als sonst durch die Teleskope zu erkennen.“ Bei besten Bedingungen, bei klarem Himmel und ruhiger Luft, könne man dann Details der Marsoberfläche wahrnehmen: von den Polkappen bis zu Sandstürmen. Die Experten sehen den Mars ab Oktober „in Opposition zur Sonne“, also steht die Erde genau zwischen Mars und Sonne.
  • Am 21. Dezember kommt es zu einer sogenannten großen Konjunktion – ein seltenes Phänomen, das es erst wieder in rund 20 Jahren geben wird. Jupiter und Saturn stehen extrem nah zusammen. „Es ist dann schwierig, sie zu unterscheiden. Von der Erde aus wirkt das wie ein großer, heller Himmelskörper“, sagt Schmid. Auch die vielen großen Monde des Jupiters könnten zu beobachten sein. Schmid: „Ich habe so etwas selbst noch nie gesehen. Das wird mein Highlight.“

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