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Freude nach einem informativen und erfolgreichen Abend: Die SPD-Spitze mit Vorsitzendem Bernhard von Rosenbladt (l.), Sissi Fuchsenberger (2.v.r.) und Werner Streitberger (r.) mit Bürgermeisterkandidat Rupert Steigenberger. 

Ein neuer Bürgermeisterkandidat für Berg

SPD steht geschlossen hinter Steigenberger

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Die erste Hürde hat BG-Gemeinderat Rupert Steigenberger genommen: Die SPD-Versammlung hat ihn zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gekürt – einstimmig.

Farchach – Die erste der drei Parteien, die sich für Rupert Steigenberger als Bürgermeisterkandidat für Berg ausspricht, hat Nägel mit Köpfen gemacht. In der SPD-Versammlung am Mittwochabend in Farchach erhielt der 52-jährige Berger alle Stimmen der 16 Anwesenden.

Interesse an Steigenbergers erstem öffentlichen Auftritt als Bürgermeisterkandidat zeigten insgesamt knapp 30 Berger. Der Kandidat präsentierte sich unaufgeregt, ohne sein Licht unter den Scheffel zu stellen, und er machte deutlich: Er will Bürgermeister werden. „Es wird nicht einfach“, sagte er. „Bei vier Kandidaten wird es ein Kampf um die Stimmen werden. Das Wichtigste ist, in die Stichwahl zu kommen.“ Deshalb bat er um Unterstützung: „Mundpropaganda ist am besten.“

Steigenberger ist im Ort aufgewachsen und mit ihm verbunden

Steigenberger ist Architekt, verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist in Berg aufgewachsen und im Vereinsleben integriert. Durch seine Arbeit in der Staatlichen Bauverwaltung habe er Erfahrung in Personalführung, als Projektmanager und mit Verwaltungsvorschriften, sagte er. „Das Wichtigste aber ist, den Menschen nicht aus den Augen zu verlieren.“

Als größte Herausforderung bezeichnet der Kandidat eine solide Finanzpolitik. Als wichtigste künftige Projekte nannte er den Rathausneubau, das neue Feuerwehrhaus für Höhenrain und die Nachnutzung des alten Rathauses. „Es geht aber nicht nur um Großprojekte, es geht um das alltägliche Leben in der Gemeinde.“ Deshalb brauche das Rathaus einen Chef, auf den man sich verlassen könne. Steigenberger nannte auch die Rückkehr zu einer ressourcenschonenden Lebensweise als Ziel. „Wir wollen keinen asketischen Lebenswandel, trotzdem müssen wir etwas tun, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.“ Er wünscht sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit von Bürgermeister und Gemeinderat, Bürgern und Behörden. „Wenn wir gemeinsam Kompromisse finden, wenn alle ihre Bedürfnisse offenlegen, gibt es idealerweise eine Win-Win-Situation.“

Steigenberger: Das klassische Einheimischenmodell habe ausgedient

Die Themen in der anschließenden Fragerunde reichten vom Rathausneubau bis zum bezahlbaren Wohnraum. Das klassische Einheimischenmodell habe ausgedient, meinte Steigenberger dazu. Für die gemeindliche Fläche nahe des Friedhofs in Höhenrain sei eine kleinteilige Bebauung sinnvoll, aber beim alten Feuerwehrhaus könnte man Geschosswohnungsbau schaffen, und zwar als Genossenschaftswohnbau. Zum Rathaus sagte Steigenberger: „Für uns ist wichtig: Die Planung muss wirtschaftlich und nachhaltig sein.“ Er gab zu bedenken: „Jeder Quadratmeter, den ich nicht baue, den muss ich nicht beheizen und der versiegelt auch keine Fläche.“

Grünen-Chefin Katrin Stefferl fragte nach Treffs für die Jugend. Steigenbergers Idee ist eher unkonventionell. „Man könnte einen Container nehmen und ihn alle zwei Monate an eine andere Stelle setzen. Dann ist die Belastung für die Nachbarschaft nicht so groß.“ Allerdings sei es nicht leicht, die Infrastruktur vorzuhalten.

Gemeinderätin Sissi Fuchsenberger sprach an, was sich mancher SPDler dachte. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, einen Konservativen als Bürgermeisterkandidat anzuerkennen. Was mich dazu bewogen hat: Er ist immer offen für neue Ideen – und er fährt ein Elektroauto. Das zeigt: Er redet nicht nur vom Umweltschutz, sondern handelt auch.“

Zwei potenzielle SPD-Bewerber machten einen Rückzug

Zuvor hatte SPD-Chef Bernhard von Rosenbladt erklärt, warum sich der Vorstand ohne Rücksprache mit der Basis für den parteifremden Steigenberger entschieden hatte. Zwei potenzielle SPD-Bewerber seien doch nicht zur Verfügung gestanden, sagte von Rosenbladt. „Personalfragen verlangen Diskretion und Schnelligkeit. Die endgültige Entscheidung fiel bei uns am Sonntagnachmittag, am Montagfrüh war die Pressekonferenz, bei der wir unseren gemeinsamen Kandidaten präsentierten.“ Wie berichtet, haben sich Steigenbergers eigene Gruppierung, die Bürgergemeinschaft (BG), die SPD und die EUW auf einen Kandidaten verständigt.

Sowohl von Rosenbladt als auch Steigenberger waren mit dem Abend zufrieden. „Unser Gefühl ist: Der Mann ist kompetent“, sagte von Rosenbladt. Steigenberger freute sich über die Bestätigung: „Toll, dass alle für mich gestimmt haben.“

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