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Inklusionsbeauftragte in Berg: „Den Leuten wird es nicht leicht gemacht“

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Von: Sandra Sedlmaier

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Eine Rollstuhlfahrerin auf dem Weg in ihre Wohnung
Behinderte Menschen haben es nicht immer leicht. © Patrick Seeger

Die Inklusionsbeauftragte der Gemeinde Berg, Elisabeth Fuchsenberger, hat dem Gemeinderat einen Bericht vorgelegt. Eine Ortsbegehung ist geplant.

Berg – Eigentlich dürfte es behinderten Menschen nicht schwer gemacht werden, am sozialen und politischen Leben teilzuhaben. Spätestens seit 2009, als die Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnete. Eigentlich – doch die Realität schaut in vielen Bereichen anders aus, wie die Berger Inklusionsbeauftragte Elisabeth Fuchsenberger in ihrem Bericht für den Gemeinderat feststellte.

Fuchsenberger ist Ansprechpartnerin für Menschen mit Behinderung in der Gemeinde Berg. Immerhin 8,29 Prozent der Bürger in Berg, also 691 Bürger, haben einen Behindertenausweis. Deutlich weniger als der Landkreisdurchschnitt, der bei 10,5 Prozent liegt. Wobei die Tendenz steigend ist: 2010 lebten 10 831 Menschen mit Behinderung im Landkreis, 2020 waren es 14 124. 8739 beziehungsweise 9768 davon waren schwerbehindert.

Elisabeth Fuchsenberger Inklusionsbeauftragte in Berg.
Elisabeth Fuchsenberger Inklusionsbeauftragte in Berg. © C. Hoffelner

Die SPD-Gemeinderätin sieht sich selbst als Kümmerin. Sie hilft Menschen mit Behinderung bei Anträgen an Behörden, begleitet die Bürger auf Wunsch, berät sie bei Fragen rund um die Arbeit und beim behindertengerechten Umbau ihrer Wohnungen. Ihre Stellungnahme ist beim Bau kommunaler Gebäude und Straßen gefragt. Und natürlich als Teil eines Netzwerks – Fuchsenberger hatte das Ehrenamt bereits in der letzten Wahlperiode des Gemeinderats inne und ist in Behindertenfragen gut vernetzt. In der Schule, so ist Fuchsenbergers Erfahrung, sei Inklusion schwierig. „Den Leuten wird es nicht leicht gemacht“, sagte sie. „Die Lehrer sind sehr engagiert, aber es ist oft schwierig.“

In der Vergangenheit organisierte Fuchsenberger Lesungen mit der hörbehinderten Anna Krott von der Selbsthilfegruppe Gilchinger Ohrmuschel und mit der an der Glasknochenkrankheit leidenden Journalistin Zuhal Soyhan. Wegen Corona konnte der Tag der Inklusion 2021 nicht mit Aktionen stattfinden, deshalb beteiligte sich Berg an einer landkreisweiten Plakat-Aktion mit dem Titel „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“. Heuer will Fuchsenberger eine Ortsbegehung vorbereiten, um auf neuralgische Punkte für Behinderte hinzuweisen. Sie will weitere Bücher in leichter Sprache für die Bücherei Aufkirchen organisieren und sich bei den Schulassistenten reinhängen: „Damit bin ich am meisten beschäftigt.“ Und sie sucht Familien, die Sportler während der Special Olympics, die im kommenden Jahr in Deutschland stattfinden, aufnehmen wollen.  edl

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