Berg denkt an feste Asyl-Kraft

Berg - Der Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen droht den Helferkreis in Berg zu überfordern. Deswegen denkt die Gemeinde über die Einstellung eines eigenen Betreuers nach.

Die Verzögerung bei der Notunterkunft für Asylbewerber in Höhenrain verschafft dem Helferkreis in Berg eine Verschnaufpause. Koordinator Iradj Teymurian sagt klar: „Wenn Höhenrain dazukommt, dann schaffen wir es nicht mehr ohne eine bezahlte Kraft, die die Gänge zum Amt übernimmt.“ Die Gemeinde steht Teymurians Ansinnen sehr offen gegenüber. Die Pläne, eine Kraft bei der Gemeinde für die Asylbewerber einzustellen, soll nicht auf unbestimmte Zeit verschoben werden, sagt Rathauschef Rupert Monn. „Wir werden den Bedarf mit dem Helferkreis erörtern.“ Monn denkt nicht an eine 450-Euro-Kraft, sondern an eine Teilzeit- oder Vollzeitstelle.

Derzeit koordiniert Teymurian rund 140 Freiwillige und 110 Asylbewerber in Berg. Er selbst sei 50 Stunden die Woche im Einsatz. „Konservativ gerechnet, kommt der Helferkreis auf 700 Stunden pro Woche.“ Für neun Kurse viermal die Woche, deren Vor- und Nachbereitung, Stunden für Schulkinder und Begleitung zu Ämtern. Letzteres ist besonders schwierig und zeitintensiv. Zum Teil müsse man dreimal anrufen und vorbeigehen, sagt Teymurian. „Wir haben ja keine Legitimation.“ Eine Amtsperson von der Gemeinde hätte es wesentlich leichter, ist er überzeugt.

Teymurian und sein Helferkreis, so ist der Konsens in der Gemeinde und im Gemeinderat, leisten hervorragende Arbeit. „Der Helferkreis ist das Bindeglied zwischen den Asylbewerbern und der Bevölkerung“, sagt Monn. Auch deshalb sei er einer von der Gemeinde bezahlten Kraft nicht abgeneigt, obwohl das Sache des Landratsamts sei und er anfangs dagegen gewesen sei.

Wenn der Festplatz in Höhenrain mit einer Notunterkunft bebaut würde, kämen zu den jetzt zu koordinierenden 250 Leuten weitere 120 Gäste und 150 neue Helfer, rechnet Teymurian vor. „Das schaffen wir nicht mehr. 600 Leute – so groß ist keine Firma in Berg.“

Vom Standort Höhenrain hält er nicht viel. „Aber da können wir nichts machen, das ist außerhalb unserer Macht.“ In jedem Fall bräuchte man einen Shuttlebus nach Starnberg, denn in Höhenrain sei nichts, nicht einmal ein Arzt. „Dort hat niemand etwas gegen Flüchtlinge, aber der Standort ist so weit weg von allem.“

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