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Sie wollen lehren, wie man glücklich sein kann: Pädagogin Martina Schindler (l.) und Trainerin Stephanie Weiss setzen auf die innere Einstellung – die mache auf dem Weg zum Glück 40 Prozent des Erfolgs aus. 

Kursangebot

Diese beiden Frauen wissen, wie man glücklich wird

Kann man Glück lernen? Ja, sagen eine Pädagogin und eine Trainerin aus Berg. Ihr Angebot mit Spielen, Basteleien und Gesprächen richtet sich an Kinder, Eltern und Großeltern – und soll bald ausgebaut werden.

Berg – Auf dem großen Tisch im Café Frühtau in Berg liegen bunte Steine im Kreis, daneben kleine Zettel mit so schönen Worten wie Freude, Dankbarkeit, Stolz oder Gelassenheit. Alles ist vorbereitet für die erste „Glückswerkstatt“, die ab sofort jeden Mittwochnachmittag in diesen Räumen stattfindet. Organisiert wird das offene Angebot für Kinder, Eltern und Großeltern von Trainerin Stephanie Weiss und Pädagogin Martina Schindler aus Berg. Mit Spielen, Basteleien und Gesprächen sollen die Teilnehmer ihrem eigenen Glück und Wohlbefinden ein wenig näher kommen.

Was ist Glück und wie schafft man es, aus tiefem Herzen glücklich zu sein? Fragen, die wahrscheinlich so alt sind wie die Menschheit. Neu ist, dass dank bildlicher Darstellung der Hirnaktivitäten gemessen werden kann, welche Art von Erfahrung glücklich macht. Weiss hat sich intensiv damit auseinandergesetzt und sagt: „Glück kann man lernen“. Die Idee, sich mit dem Glück und der positiven Psychologie zu befassen, entstand in einer persönlichen Grenzsituation: Sie bekam Zwillinge, als viertes und fünftes Kind. „Ich hatte keine Hilfe und keinen Schlaf, ich lief völlig auf den Felgen.“ Also versuchte sie, zwischen all den Aufgaben, den Sorgen und Ängsten, dem Stress und Schlafentzug, sich auch um ihr eigenes Wohlbefinden zu kümmern. Sie wusste, um nicht zu verzweifeln, musste sie bewusst alles an Entspannungstechniken anwenden, was sie bereits kennengelernt hatte. Vieles davon hat sie später während ihrer Ausbildung zum „Certified Professionell of Positive Psychology“ vertieft. Nun will sie ihre Erfahrungen in Kursen, Workshops und Lehrstunden weitergeben. Vor allem an Mütter, deren Situation sie nur zu gut nachvollziehen kann.

Drei Kurse starten nun neben der offenen Glückswerkstatt, die man jederzeit ohne Voranmeldung besuchen kann. Der Kurs „Mama, light my fire“ gibt Müttern wirksame Methoden an die Hand, die ihre Lebenszufriedenheit erhöhen und das persönliche Aufblühen fördern. Der Kurs „Glück lernen“ richtet sich nicht nur an Mütter. Er soll die grundsätzlichen Wirkmechanismen des Glücks zeigen und wie sie sich in den Alltag integrieren lassen.

„Glück ist nicht nur Schicksal oder Zufall, wir können durchaus eine Menge dazu beitragen“, erklärt Weiss. „Zu zehn Prozent ist Glück auf äußere Umstände zurückzuführen, etwa 50 Prozent sind Veranlagung, und zu 40 Prozent ist individuelles selbstgesteuertes Verhalten, sind also unsere Gedanken und Handlungen für unser Glück verantwortlich.“ Ein weiterer Kurs richtet sich an Menschen in Rekonvaleszenz: „Glück hilft heilen“ soll den inneren Halt unterstützen sowie die Anteile im Menschen, die helfen, gesund zu werden. Gemeinsam mit der Pädagogin Martina Schindler möchten sie ihre Arbeit zukünftig auch in Schulen anbieten, mit Workshops zu einzelnen glücksrelevanten Themen für die Schüler: „Das ist aber noch Zukunftsmusik, jetzt sind erst einmal die Mütter dran.“

Der erste Kurs ist bereits gestartet. „Was Mütter tagtäglich leisten, das ist unglaublich“, sagt Weiss. „Wenn sie ihr Tagwerk abends im Hinblick auf Freude, Dankbarkeit, Stolz oder Gelassenheit betrachten und nicht nur auf das schauen, was sie vielleicht nicht geschafft haben, dann ist der Weg zum Glück schon beschritten.“

Von Susanne Bayer

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