Kempfenhausens Feuerwehr-Kommandant Christian Ebert und sein Stellvertreter Florian Breitruck vor dem alten Wagen aus dem Jahr 1993.
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Können mit einem neuen Löschfahrzeug planen: Kempfenhausens Feuerwehr-Kommandant Christian Ebert und sein Stellvertreter Florian Breitruck vor dem alten Wagen aus dem Jahr 1993.

Feuerwehr Kempfenhausen

Größeres Einsatzfahrzeug fürs gleiche Geld

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Kempfenhauser Feuerwehr bekommt nun doch ein größeres Fahrzeug als ursprünglich geplant. Der Typ LF 10 ohne Sonderausstattung kostet die Gemeinde Berg im Endeffekt so viel wie das eigentlich vorgesehene Mehrzweckfahrzeug mit Sonderausstattung.

Kempfenhausen – Kempfenhausens Feuerwehrkommandant Christian Ebert freut sich. Dass seine Wehr ein neues Fahrzeug braucht und auch bekommt, war aber seit Jahren klar. Die Freude ist jetzt deshalb groß, weil die Kempfenhauser nun doch ein LF10 bekommen und kein Feuerwehrfahrzeug MLF. Der Grund liegt im monetären Bereich: Für die Gemeinde sind die Kosten für ein LF10 und ein MLF gleich. Zwar ist das LF 10 teurer, aber dafür ist die Förderung durch die Regierung von Oberbayern höher.

Die Kempfenhauser Wehr hat jahrelang auf einen adäquaten Ersatz für ihr Löschfahrzeug LF8 aus dem Jahr 1993 mit Blick auf die kommunalen Finanzen verzichtet, wie Bürgermeister Rupert Steigenberger bestätigt. Dann machte die Schön-Klinik zu – mit der Folge, dass sich die Anforderungen an die Kempfenhauser Wehr verringerten und deshalb ein kleineres Fahrzeug auch in Ordnung gewesen wäre. Der federführende Kommandant für die Gemeinde Berg, Bastian Sandbichler, hatte bei der Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans im September angesichts dieser Lage von einem „bitteren Beigeschmack“ gesprochen. Kein LF10 für die Kempfenhauser, nur ein mittleres Feuerwehrfahrzeug MLF.

Bei der Vorbereitung der Bestellung für das MLF stellte sich laut Bürgermeister nun heraus, dass die Sonderausstattung für das Mittlere Feuerwehrfahrzeug schwer zu Buche schlagen würde. „Die Sonderwünsche führen dazu, dass das MLF am Ende so teuer wird wie ein LF10“, sagte er in der jüngsten Ratssitzung. Nehme man die zusätzliche Förderung hinzu, komme ein serienmäßiges LF10 die Gemeinde genauso teuer wie ein MLF mit Sonderausstattung. Steigenberger nannte drei gute Gründe, das größere Fahrzeug zu nehmen: „Die Feuerwehr Kempfenhausen kann damit drei Personen mehr zum Einsatzgeschehen bringen, es gibt eine höhere Förderung, und man könnte mit den Starnbergern eine gemeinsame Beschaffung organisieren.“ Letzteres spare erneut Geld. Aus dem Gemeinderat kamen keine Einwände für dieses Vorgehen. „Dann gehen wir für ein LF10 mit Standardausrüstung ins Verfahren“, kündigte Steigenberger an. Auf Nachfrage des Starnberger Merkur bestätigt er: „Die Kempfenhauser bekommen jetzt das offizielle Nachfolgefahrzeug für ihr LF8. Die Kempfenhauser sind mit dieser Situation jetzt glücklich.“

Das bestätigt Kommandant Ebert. Er hält das größere Fahrzeug aber auch für gerechtfertigt. Zum einen wegen des Geldes: „Ein LF10 wird mit 70 000 Euro bezuschusst, das MLF mit 40 000.“ Die Kosten für die Gemeinde blieben damit gleich, bei rund 200 000 Euro laut Ebert. Vor allem aber hält Ebert das größere Fahrzeug wegen der Arbeitsabläufe für sinnvoll. „Im MLF ist Platz für nur sechs Leute“, sagt er. „Wenn man den Fahrer und den Staffelführer abzieht, sind nur vier einsatzfähig. Wenn ich zwei abstellen muss, um den Verkehr auf der Münchner Straße zu regeln, bleiben mir nur zwei.“ Beim LF10 sei Platz für neun Leute.

Auch der Wassertank des MLF falle klein aus, weshalb einer der Sonderwünsche ein größerer Tank gewesen sei. „Ich möchte mindestens 1000 Liter Wasser dabei haben“, sagt Ebert. Denn die Anforderungen in Kempfenhausen an die Feuerwehr mit ihren 42 Aktiven sieht er durchaus als hoch an. „Das Gymnasium, das Landschulheim, wo 200 Schüler übernachten, die MS-Klinik mit gehbehinderten Patienten, dazu das Allianz-Schulungszentrum und das Lokal im Manthal mit künftig acht Gästebetten, das sind beides Beherbergungsbetriebe, und die Windkraftanlagen“, zählt der Kommandant mögliche Einsatzorte auf. Dafür sei man mit einem LF10 gut ausgerüstet.

„Bei der Feuerwehr gibt es oft ein Wunschdenken, dass man dieses oder jenes im Fahrzeug haben will“, sagt Ebert. „Wir sind zufrieden mit einem Serienfahrzeug von Magirus.“ Das habe sich bewährt. Schön wäre, wenn die Bestellung mit Starnberg klappen würde. Wie Ebert sagt, brauchen die Starnberger zwei LF10 für Hanfeld und Leutstetten. Bestellt man die neuen Fahrzeuge zusammen, gibt es einen Rabatt im vierstelligen Bereich.

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