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Pfingsten 2018 nach dem Großbrand in Manthal: Christian Eb ert, Kommandant der Kempfenhausener Wehr, hatte in der Nacht zuvor eine Familie gerettet.

Feuer breitete sich aus

Großbrand wütet: Junger Feuerwehrmann weckte sieben Menschen - und rettete ihre Leben

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Feuerwehrkommandant Christian Ebert bekommt die Bayerische Rettungsmedaille. Beim Großbrand von Manthal im Mai 2018 lotste er sieben Menschen nachts aus deren Haus, während die Flammen direkt nebenan ein ganzes Areal zerstörten.

Kempfenhausen/Manthal– „Eigentlich werde ich schnell panisch“, sagt Susi Götte. Am Pfingstsonntag vor einem Jahr wurde sie es nicht – obwohl mitten in der Nacht ein Mann in Schutzkleidung in ihrem Schlafzimmer stand. „Aber er hat so eine Ruhe ausgestrahlt und nur gesagt: Es brennt, packt’s euer Zeug, wir gehen.“ Susi Götte, die mit ihrem Mann Reto das Wirtshaus Manthaler betreibt, spricht über Christian Ebert, den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Kempfenhausen. 

Gegen 3 Uhr morgens rettete er am Pfingstsonntag 2018 das Wirtepaar, ihre drei Kinder und zwei Angestellte aus den Wohnräumen über der Gastronomie. Direkt nebenan standen mehrere Gebäude – unter anderem der Handwerkerhof – in Flammen. Es war einer der größten Brände der vergangenen Jahrzehnte im Landkreis Starnberg.

Für seinen ehrenamtlichen Einsatz bekommt Ebert heute von Ministerpräsident Markus Söder im Rahmen einer Feierstunde im Antiquarium der Münchner Residenz die Bayerische Rettungsmedaille verliehen. Die Auszeichnung, die noch 42 andere Bayern erhalten, wird seit 1952 vergeben – an Menschen, die ihr eigenes Leben für das von anderen einsetzen. „Das ist schon eine Ehre“, sagt Ebert. „Die Auszeichnung muss ja auch jemand beantragen.“ Wer ihn vorgeschlagen hat, weiß der 28-Jährige nicht.

Rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz, Ebert war der Erste

Der 20. Mai 2018 war eine Katastrophe für Manthal: Rund 200 Feuerwehrleute aus dem ganzen Landkreis waren im Einsatz. Die Gemeinde Berg musste später mehrere Menschen unterbringen, die obdachlos geworden waren. Aus noch immer ungeklärter Ursache vernichtete der Brand den Handwerkerhof, mehrere Anbauten, ein Wohnhaus, ein Lager, Fahrzeuge, Container und den Schießstand der Schützengesellschaft. „Die ersten 20 Minuten waren chaotisch. Man wusste gar nicht, wo man anfangen soll“, erinnert sich Ebert. 

Als Einsatzleiter war er der Erste am Brandort. „Als ich durch den Rauch fuhr, habe ich das Ausmaß erkannt und bin etwas nervös geworden.“ Schnell war ihm klar: Er muss die befreundete Familie retten. Die Kinder betreut er bei der Jugendfeuerwehr, ihre Eltern beliefert er als Jäger mit Wildfleisch.

Der Weg zum Wirtshaus war versperrt

Doch die Straße zum Wirtshaus war versperrt – von der Hitze. Es war so heiß, dass Straßenlaternen, Wohnwagenfenster und später auch Blaulichter schmolzen. „Ich musste über eine Wiese laufen“, sagt Ebert. Dann ging er über einen Seiteneingang ins Haus. Weil er auch mal Fleisch liefert, wenn niemand da ist, wusste er, wo ein Ersatzschlüssel aufliegt. „Aus Feuerwehrsicht war das nicht so vernünftig“, sagt Ebert. Er war ohne Atemschutzgerät und sonstige Spezialausrüstung unterwegs, trug nur den einfachen Feuerwehranzug.

Zunächst weckte er die Kinder, die nur eine Brandschutzwand von den Flammen trennte. Der Schießstand auf der anderen Seite des Hauses brannte lichterloh. Der damals 27-Jährige führte die Familie die Treppe hinunter zur Haupttür. „Denn dort wo ich reingekommen bin, ging es nicht mehr. Da war schon Inferno.“

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