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Symbolbild.

Aus dem Gerichtssaal

Krankenpfleger bedrängt Kollegin im Schwesternzimmer

Versuchte Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung: Das Schöffengericht Starnberg hat einen 32 Jahre alten Krankenpfleger verurteilt, der in Berg einer Kollegin (26) auf dramatische Weise nachgestellt hat.

Berg – Liebe kann man nicht erzwingen. Diese Erfahrung machte ein Krankenpfleger (32), der sich die Zuneigung einer Kollegin mit Gewalt erzwingen wollte. Gestern musste er sich wegen versuchter Vergewaltigung, vorsätzlicher Körperverletzung, Bedrohung und versuchter Nötigung vor dem Starnberger Schöffengericht verantworten.

Auf Zeitarbeitsbasis war der Angeklagte im Mai 2015 in einer Klinik in Berg tätig und machte dort die Bekanntschaft einer Krankenpflegerin. Zwar war die heute 26-jährige Frau anderweitig liiert, dennoch ließ der Angeklagte nicht locker. Während einer gemeinsamen Nachtschicht Ende Juni 2015 eskalierte laut Anklage die Situation. Im Schwesternzimmer griff er seinem Opfer zunächst an die Brüste. Dann drückte der kräftige Angeklagte die Krankenpflegerin auf den Tisch, hielt sie mit beiden Händen fest und zog ihre Hose runter. Erst als er sich selber entblößen wollte und es der Geschädigten gelang zuzutreten, ließ er von ihr ab.

Zunächst blieb die Sache im Geheimen. Die 26-Jährige meldete sich nach dem Vorfall krank, ihr Peiniger wurde im Rahmen des Zeitarbeitsvertrages versetzt. Dennoch ließ er nicht locker und bedrängte sein Opfer mehrfach per WhatsApp mit dem Wunsch nach einer Beziehung.

Ein knappes Jahr nach der versuchten Vergewaltigung lauerte er seinem Opfer vor der Klinik in Berg auf. Er zückte ein Messer mit rund 13 Zentimeter langer Klinge, hielt es der Frau vor den Bauch und drohte, sie und sich selbst umzubringen. Erst jetzt ging die Geschädigte zur Polizei und brachte beide Vorfälle zur Anzeige. Dem Prozess blieb die psychisch stark angeschlagene Frau fern und ließ sich als Nebenklägerin durch ihre Rechtsanwältin vertreten.

Der 32-Jährige spielte vor Gericht mit offenen Karten und ersparte seinem Opfer damit weitere Pein. Durch seinen Verteidiger ließ er gleich zu Beginn wissen: „Mein Mandant räumt ohne Wenn und Aber ein. Ihm sind schlicht die Gäule durchgegangen. Er dachte, er hat Chancen bei ihr.“ Der beruflich aktuell in den Regensburger Raum versetzte Krankenpfleger sagte: „Es tut mir unendlich leid. Man kann es leider nicht mehr rückgängig machen.“

Zu Gute kam dem bisher unbescholtenen Mann ein bereits absolvierter Täter-Opfer-Ausgleich: Die 26-Jährige erhielt 2750 Euro Schmerzensgeld und akzeptierte die Entschuldigung. Richterin Christine Conrad sah sich nicht zuletzt deshalb im Stande, die verhängte Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten zur Bewährung auszusetzen. Der Angeklagte muss sämtliche Auslagen der Nebenklägerin tragen und 40 Sozialstunden ableisten.  nh

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