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Ende eines Radwegs: Von Allmannshausen nach Weipertshausen müssen Radler auf der schmalen Staatsstraße fahren. 

Straßenbauplanung

Der lange Weg zum letzten Stück Radweg

  • vonSandra Sedlmaier
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Der fehlende letzte Kilometer des Radwegs an der Staatsstraße am Ostufer lässt weiter auf sich warten. Das Staatliche Bauamt nennt nun 2024 als möglichen Fertigstellungstermin.

Allmannshausen/Weipertshausen Es ist ja nicht nur der Radweg, der zwischen Allmannshausen in der Gemeinde Berg und Weipertshausen in der Gemeinde Münsing fehlt. Die Staatsstraße, die die beiden Orte verbindet, ist schmal und in sehr schlechtem Zustand. Bis sich dies verbessert, brauchen alle Beteiligten Geduld. Das Staatliche Bauamt hat Probleme, den nötigen Grund für den Straßen- und Radwegbau zu beschaffen und möchte deshalb ein Planfeststellungsverfahren einleiten. 2024 könnte die Straße fertig sein, schätzt der zuständige Mitarbeiter im Staatlichen Bauamt, Martin Herda. Doch die Gemeinden sind ungeduldig, weil sie bereits vor sieben Jahren eine Planung vorfinanziert haben.

2013 entschieden sich Berg und Münsing, den Ausbau der Staatsstraße und den neuen Geh- und Radweg vorzufinanzieren. Denn beide halten den Weg für äußerst wichtig. Für die Planung gaben sie je rund 30 000 Euro aus. Die Straße soll von aktuell 5,50 Meter Breite auf sieben Meter verbreitert werden. Dazu kommen 2,50 Meter Geh- und Radweg sowie zwei weitere Meter Abstand zwischen Straße und Weg. Das verbraucht Fläche, die die Anlieger der Straße nicht verkaufen, sondern nur gegen anderen Grund eintauschen wollen. Am Tauschgrund hapert es aber. Auch deshalb will das Bauamt ein Planfeststellungsverfahren einleiten. Denn auf dessen Grundlage könnte enteignet werden. Das sei aber das letzte Mittel, unterstreicht Herda.

Münsings Bürgermeister Michael Grasl ist mit einem Planfeststellungsverfahren alles andere als glücklich. „Aus leidvoller Erfahrung weiß ich: Das zieht sich eine Ewigkeit hin.“ Deshalb wollen er und sein Berger Kollege Rupert Steigenberger nochmals persönlich mit den Anliegern reden. Steigenberger hält es für sinnvoll, zweigleisig zu fahren: „Das Planfeststellungsverfahren einleiten, aber gleichzeitig versuchen, eine andere Lösung zu finden.“ Er fuhr eigens nach Weilheim, um sich die Problematik Radweg erklären zu lassen.

Martin Herda weiß um das Problem der Tauschflächen. „Die Eigentümer wollen meist Flächen, die an ihren eigenen Grund angrenzen.“ Das sei schwierig. Deshalb bereitet er die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vor, damit diese Anfang 2021 bei der Regierung von Oberbayern eingereicht werden können. Die Genehmigung dauere in der Regel weitere zwei Jahre, danach könne man sich an die Ausführungsplanung machen. „2024 ist ein Zeitplan, den wir für machbar halten“, sagt er.

Grasl hofft schwer auf eine einvernehmliche Lösung mit den betroffenen Grundeigentümern und dass sich gute Tauschflächen auftun. Außerdem wünscht er sich, dass der Radweg noch in seiner jetzigen, letzten Amtszeit Realität wird. „Wir haben die Sache dem Staatlichen Bauamt ausschreibungsreif übergeben“, erinnert er.

Der Wunsch von Allmannshauser Bürgern, eine Mittelinsel am südlichen Ortseingang zu schaffen, um Autofahrer zum Abbremsen zu zwingen, wird übrigens nicht berücksichtigt. Wie Herda sagt, sei der neue Geh- und Radweg auf derselben Seite wie derjenige, der nun am Ortsende von Allmannshausen endet. „Es gibt deshalb keinen Bedarf für eine Mittelinsel als Querungshilfe.“

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