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Ungewisse Zukunft für Skilift am Kreuzmöslberg

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Von: Laura Forster

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Wieder ein Winter ohne Skifahrer, dafür mit laufenden Kosten. Im vergangen Jahr hat Betreiber Robert Schmid noch seinen Lift am Kreuzmöslberg aufgebaut, konnte ihn aufgrund der Pandemie jedoch nicht öffnen. Diesen Winter hat er sich dazu entschieden, den Hang brach zu lassen.
Wieder ein Winter ohne Skifahrer, dafür mit laufenden Kosten. Im vergangen Jahr hat Betreiber Robert Schmid noch seinen Lift am Kreuzmöslberg aufgebaut, konnte ihn aufgrund der Pandemie jedoch nicht öffnen. Diesen Winter hat er sich dazu entschieden, den Hang brach zu lassen. © Andrea Jaksch

Zum vierten Mal in Folge öffnet der Skilift am Kreuzmöslberg diesen Winter nicht. Betreiber Robert Schmid hat sich schon im November dazu entschieden, den Schlepplift nicht aufzubauen – die Auflagen hält er für nicht umsetzbar. Ob zukünftig noch Kinder in Berg Skifahren lernen, ist fraglich.

Berg – Eigentlich müsste Robert Schmid in bester Stimmung sein. Seit einer gefühlten Ewigkeit hat es Mitte Dezember nicht mehr so viel geschneit, wie in den vergangenen Tagen. „Als das letzte Mal zu dieser Zeit so viel Schnee lag, hat mein Vater noch den Skilift betrieben“, erinnert sich Schmid (50). Perfekte Bedingungen, den Schlepplift am Kreuzmöslberg in der Gemeinde Berg zu eröffnen, den letzten im Landkreis. Doch aufgrund der Pandemie und den aktuellen Maßnahmen hat sich der Malermeister schweren Herzens dagegen entschieden.

„Wir haben den Lift dieses Jahr gar nicht aufgebaut“, sagt Schmid im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Normalerweise steht er schon Mitte November.“ Sobald Schmids Bruder seine Rinder von der Weide in den Stall gebracht hat und der Hang frei ist, holt der Berger den 250 Meter langen Lift aus seinem Sommerschlaf. „Wegen Corona haben meine Familie und ich uns gegen einen diesjährigen Betrieb entschieden.“ Die ständige Kontrolle der geltenden 2G-Regel sei einfach nicht möglich gewesen. „Ich würde das nicht schaffen, jeden Skifahrer nach seinem Genesenen- oder Impfnachweis zu fragen“, sagt Schmid.

 „Wir haben nur Minusgeschäfte gemacht, das ist sehr ärgerlich.“

Skiliftbetreiber Robert Schmid

So bleibt der Lift, mit dessen Hilfe schon unzählige Kinder Skifahren gelernt haben, schon den vierten Winter in Folge geschlossen. „Letztes Jahr haben wir den Lift zwar aufgebaut, aber wir konnten ihn aufgrund der Pandemie kein einziges Mal öffnen, obwohl an einigen Tagen perfektes Skiwetter war.“ In den zwei Jahren davor war nicht das Virus das Problem, sondern das warme Wetter. „Es hat einfach nicht genug geschneit.“

Die vergangenen Winter waren nicht leicht für den Skiliftbetreiber. „Wir haben nur Minusgeschäfte gemacht, das ist sehr ärgerlich.“ Regelmäßiger TÜV, neue Seile für mehrere tausend Euro und Versicherung mussten weiter gezahlt werden. „Rein aus Hosenknöpfen finanziert sich das nicht.“

Ob Skilift in Berg wieder in Betreib geht, ist fraglich

Vor sechs Jahren hat Schmid den Lift von seinem Vater übernommen. „Schon damals habe ich mich gefragt, ob sich das überhaupt noch rentiert.“ Doch da der Schlepplift mittlerweile der einzige im Landkreis Starnberg ist und Familien aus den umliegenden Gemeinden, aus München und sogar aus Weilheim extra nach Berg fahren, um einen einzigartigen Winterspaß zu erleben, hat Schmid sich damals dafür entschieden, den Skilift weiter zu betreiben.

Bürgermeister Rupert Steigenberger kann sich noch gut daran erinnert, wie er zusammen mit seinen Freunden früher den Kreuzmöslberg hinabgefahren ist. „Alle Berger Kinder haben dort Skifahren gelernt, der Lift ist etwas ganz Besonderes und war auch in den vergangenen Jahren noch unheimlich gefragt“, sagt Steigenberger. Doch der Bürgermeister weiß auch, dass es für Schmid derzeit nicht einfach ist, den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Er macht das mit seinem ganzen Herzblut, um den Leuten eine Freude zu bereiten. Doch das Risiko, mehr Geld hineinzustecken als rauskommt, ist sehr hoch“, sagt Steigenberger.

Täglich bekommt Robert Schmid Anrufe von begeisterten Skifahrern. Ob und wann der Skilift am Kreuzmöslberg öffnet, wollen sie wissen. Der Berger hat nur eine Antwort: „Ob wir den Lift jemals wieder öffnen, ist fraglich.“ lf

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