Gemeinderat Berg

Berg sorgt sich um seine Bienen:„Mehr Arbeit – das muss klar sein“

Die Gemeinde Berg will gegen das Aussterben von Insekten vorgehen. Deshalb brachten mehrere Gemeinderatsmitglieder in der jüngsten Ratssitzung Vorschläge, wie die Insekten besser geschützt werden können. 

Berg – Einen Beschluss für mehr Engagement für die Bienen hat der Gemeinderat Berg in seiner jüngsten Sitzung nicht gefasst. Sehr wohl aber herrscht Konsens, dass die Gemeinde etwas gegen das Aussterben von Insekten tut – auch wenn es mehr Arbeit bedeutet. Der im Gemeinderat lang erwartete Vortrag der Landschaftspflegeberaterin im Landratsamt, Petra Gansneder, brachte keine neuen Erkenntnisse, wie man Bienen fördern kann. Die Expertin war auf Antrag der SPD eingeladen worden. Gansneder lobte die Gemeinde: „Es gibt tolle Ausgleichsflächen in Berg, zum Beispiel am Lüßbach.“ Dort wurde der Bach renaturiert. Bürgermeister Rupert Monn zeigte Fotos von Blumenwiesen und sagte: „Es blüht durchaus etwas in Berg.“ Der Bauhof habe heuer bereits einen Großteil der gemeindlichen Flächen nicht gemäht, damit die Blumen aussäen könnten.

Antragstellerin Sissi Fuchsenberger (SPD) sah hingegen durchaus Handlungsbedarf. „Wie bei der sukzessiven Sanierung unserer Wasserleitungen könnten wir uns vorher überlegen, welche Flächen insekten- und bienenfreundlicher gestaltet werden könnten.“ Zweifellos sei man auf einem guten Weg. „Wenn die Gemeinde ein Auge darauf hat, sind wir schon zufrieden.“ Zudem habe sich ein privater Initiativkreis gegründet (wir berichteten).

Harald Kalinke (QUH) sah die Lage nicht ganz so rosig wie Fuchsenberger. „Nichts gegen den Bauhof, aber eine gärtnerische Ausbildung hat dort keiner.“ Etwas für die Insekten zu tun, sei durchaus aufwendig. „Man muss zwar nur zweimal im Jahr mähen, aber man muss öfter abräumen.“ Und das Saatgut müsse gestaffelt, also nacheinander, ausgebracht werden. „Das ist mehr Arbeit, nicht weniger, das muss uns klar sein.“

MTV Berg will künftig bienenfreundlich arbeiten

Monn, von Beruf Landwirt, bestätigte dies. „Sie sollten nicht träumen von Wiesen, die mit der Sense gemäht werden, weil das kann niemand mehr.“ Denn bestenfalls sollten die Magerwiesen von Hand gemäht werden. Eventuell könnte die Gemeinde für den Bauhof einen Balkenmäher anschaffen, um bienengerechter zu arbeiten. „Das ist ein Mehraufwand, den man aber verwirklichen kann.“

Andreas Hlavaty (CSU) bot als Chef des MTV Berg an, auf dem Sportgelände künftig bienenfreundlich zu arbeiten. „Das bietet sich ja an.“ Monn gab seiner Skepsis Ausdruck: „Vor drei Jahren hat die Gemeinde Flächen zur Verfügung gestellt, aber keiner hat gemäht. Es wäre schön, wenn der MTV mitmacht. Nicht, dass es nur heißt: Gemeinde, ihr könnt den Rasen mähen.“ Monn zitierte den Rat der Berger Öko-Imkerin Katrin Stefferl. „Am einfachsten und billigsten und am hilfreichsten für unsere heimische Insektenwelt ist es übrigens, nicht künstlich zu begrünen, sondern einfach das Mähregime anzupassen, nicht zu mulchen (Mähgut nicht abtransportieren) und die heimische Pflanzenwelt wachsen zu lassen. Was von alleine kommt, nützt den Wildbienen 1000 Mal mehr als irgendwelche fremdländischen einjährigen Blumen aus sogenannten Wildblumen-Mischungen.“  

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Pleul

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