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Unveränderter CSU-Vorstand: Robert Schmid (Stellvertreter), der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling, Jannika Mock (Stellvertreterin); Andreas Hlavaty (Vorsitzender); Sabine Leitner (Schatzmeisterin); Andreas Eberl (Stellvertreter) und Andreas Kaspar (Schriftführer, v.l.).

Berger Ortsverband fehlen Leute

CSU fürchtet sich vor der Listenaufstellung

Die Berger CSU bleibt bei ihrem bisherigen Vorstand, hat aber noch keinen Bürgermeisterkandidaten für 2020. 

Berg – Dass Rupert Monn nicht noch mal für das Amt des Berger Bürgermeisters zur Verfügung steht, ist bekannt. Nun hat auch der CSU-Ortsvorsitzende Andreas Hlavaty bei der CSU-Ortsversammlung noch einmal klipp und klar erklärt, dass er nicht als Bürgermeisterkandidat antreten wird. „Elke Link und Anke Sokolowski haben ihren Hut in den Ring geworfen“, sagte Hlavaty, „auch Tobias Völkl denkt darüber nach zu kandidieren. Ich nicht.“ Elke Link (QUH) und Anke Sokolowski (FDP) haben ihre Bewerbung erklärt, weitere Kandidaten sind aber nicht sicher bekannt.

Für die Suche nach einem CSU-Bürgermeisterkandidaten hatte sich Hlavaty Schützenhilfe geholt und den Bundestagsabgeordneten Michael Kießling zur Ortsversammlung eingeladen. Mit den Worten „Engagieren Sie sich! Als Bürgermeister kann man sehr viel bewegen“, appellierte dieser eindringlich an seine Parteikollegen, sich um den Posten zu bewerben.

Doch mit dem politischen Engagement ist das so eine Sache. Selbst zur Ortsversammlung waren nur 14 der mehr als 70 CSU-Mitglieder gekommen – trotz angekündigter Politprominenz und interessantem Thema, denn Michael Kießling sollte aus Berlin berichten. Turnusgemäß standen aber auch Vorstandswahlen an, für die Hlavaty einen Wäschekorb als Wahlurne mitgebracht hatte. 14 Zettel flatterten hinein. Auf allen stand derselbe Name: Andreas Hlavaty steht weiterhin an der Spitze des Ortsverbandes.

Der Vorstand setzt sich so zusammen: Stellvertreter sind Robert Schmid, Jannika Mock und Andreas Eberl, die Schriftführung übernimmt Andreas Kaspar, Schatzmeisterin ist Sabine Leitner, Kassenprüfer sind Jan Dühring und Gustav Bosselmann. Als Beisitzer wurden Dr. Peter Haslbeck, Robert Wammetsberger, Franz Gastl, Anton Leitner, Georg Brandl, Waltraud Vinzens, Gudrun Wagner und Ria Windaus gewählt, die erzählte, dass sie Ministerpräsident Söder persönlich zu seinem Amt gratulieren konnte.

Ortschef beklagt fehlende Bereitschaft

Personell bleibt also alles beim Alten in der Berger CSU. Doch es hapert auch hier. 32 Mitglieder seien inzwischen über 70 Jahre alt. „Das Wort Politikverdrossenheit höre ich seit 30 Jahren. Es fehlt aber die Bereitschaft, sich kontinuierlich in Vereinen einzubringen.“ Mit Schaudern denke er daran, die Wahlliste für die Kommunalwahl aufzustellen – die hat 20 Plätze, so viele wie der Gemeinderat Mitglieder. Dieser Trend zeigt sich auch bei der finanziellen Unterstützung von Parteien: Die CSU hat 2018 keine einzige Spende erhalten.

Rückblickend zeigte sich der schwer erkältete Vorsitzende dennoch zufrieden: „Es war ein ruhiges Jahr.“ Der Standort für das Rathaus sei beschlossen, die Gemeinde schuldenfrei. Mitgebracht hatte der Ortsvorsitzende aber auch einen „Denkzettel“ – eine Liste mit Kritikpunkten, die er mit Blick auf sein Gegenüber Michael Kießling abarbeitete. Zur Bundeswehr: „Bitte bringt die Truppe auf Vordermann.“ Dazu forderte Hlavaty die Einführung eines verpflichtenden Dienstjahrs für Jugendliche, zudem eine Wahlrechtsreform. E-Autos seien „eine Katastrophe“, der der Berger CSU-Chef beklagte den „Bürokratiewahnsinn“ bei Bebauungsplänen, das Bienenvolksbegehren und forderte die Berliner Politiker auf, doch öfter mal die Europahymne in der Öffentlichkeit abzuspielen, um die EU ins Bewusstsein zu bringen.

Und was wollten die anwesenden CSU-Mitglieder vom Bundestagsabgeordneten wissen? Man blieb der Heimat verbunden. Die Fragen kreisten um Ersterschließungs- und Straßenausbaubeiträge, komplexe Verwaltungsungetüme also, die nur schwer zu verstehen sind. Selbst Kießling konnte nur auf das zuständige Landratsamt und die Informationsbroschüren des Innenministeriums verweisen.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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