Diese Kinder können auch dank Spenden aus Berg in Nairobi zur Schule gehen: Das EFYE Education Centre betreut Kinder von drei bis zwölf Jahren. Neben dem Unterricht bekommen sie etwas zu essen und einen Ort, an dem sie sich gut aufgehoben fühlen. 
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Diese Kinder können auch dank Spenden aus Berg in Nairobi zur Schule gehen: Das EFYE Education Centre betreut Kinder von drei bis zwölf Jahren. Neben dem Unterricht bekommen sie etwas zu essen und einen Ort, an dem sie sich gut aufgehoben fühlen. 

Frisch gegründet

Zukunft für Kinder in Kenia: Berger Verein für Bildung in Nairobi

  • vonSandra Sedlmaier
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Eine Zukunft für Kinder in Kenia: Das Engagement aus Berg für eine Schule in Nairobi ist jetzt in einem Verein gebündelt.

Berg – Ein Praktikum in einer Grundschule in Nairobi hat das Leben von Marie Habdank entscheidend geprägt. Und das der Menschen, mit denen sie 2018 im Eagle’s Fountain Youth Empowerment (EFYE) Educational Center in Kenias Hauptstadt zusammengearbeitet hat. Denn die 25-jährige Tochter des Berger Pfarrers Johannes Habdank begann nach ihrem Praktikum in ihrer Heimat Deutschland damit, Spenden für EFYE zu sammeln. Unter anderem unterstützten Berger Bürger über die evangelische Kirchengemeinde Berg die Schule, im Jahr 2019 mit rund 40 000 Euro. Die Spendenzuweisung lief bisher über die Kirchengemeinde, nun haben Marie Habdank und ihre Mitstreiter einen Verein gegründet.

Der Verein EFYE mit Sitz in Berg kümmert sich nun um Spenden. Vorsitzende sind Marie Habdank und Maren Hildebrand, die ebenfalls während ihres Studiums EFYE in Kenia kennengelernt hat. Deren Bruder Tobias Hildebrand ist Schatzmeister des Vereins.

Seit Marie Habdank das erste Mal in Nairobi war, ist die Schule von 40 auf 80 Schüler angewachsen, auch dank der Spenden aus Berg. Kinder von drei bis zwölf Jahren aus dem Slum Mathare können dort von 7 bis 16.30 Uhr lernen, etwas zu essen bekommen und eine Beziehung zu den Lehrern und Betreuern aufbauen. Oft stammen die Kinder aus schwierigen Verhältnissen, da ist die Schule ein Anker und ein geschützter Raum für sie. „Dort wird ihre psychische und physische Gesundheit gefördert“, sagt Marie Habdank.

Dieser Raum fehlt allerdings im Moment. Die Schule ist wegen der Corona-Pandemie geschlossen. „Mit dem Geld, das sonst für das Schulessen ausgegeben wird, hat die Schule Essens- und Hygienepakete für die Familien organisiert“, berichtet die 25-Jährige. „Damit konnten wir akut Hilfe leisten und den Familien zeigen, dass sie auf uns zählen können.“ Die Lehrer hätten weiter ihr Gehalt bekommen. Das sei umso wichtiger, weil es in Nairobi kein funktionierendes Sozialsystem gebe, berichtet Marie Habdank.

Engagement für die Organisation EFYE: Marie Habdank und Schulmanager Denis John. 

Mit dem Verein möchten die 25-Jährige und ihre Freunde die Finanzierung der Schule sichern. „Mit 25 Euro pro Monat sind die Kosten für ein Schulkind gedeckt“, sagt sie. Diese rund 2000 Euro als laufende Unterstützung nach Kenia schicken zu können, ist eines der Ziele des Vereins. „Das würde nämlich bedeuten, dass wir größere Sonderspenden für die Renovierung, den Ausbau und die Weiterentwicklung der Schule nutzen könnten.“ Dieses Ziel ist durchaus zu erreichen: „Im Moment sind etwa 50 Prozent der Spenden, die über die evangelische Kirche in Berg hereinkommen, laufende Einzahlungen.“ Der Rest sind einmalige Zuweisungen.

Die EFYE-Betreiber träumen davon, auf dem Land in der Nähe von Nairobi ein Internat aufbauen zu können. „Wir betreuen jetzt Kinder bis zum Ende der Grundschule“, erklärt Marie Habdank. „Im Internat könnten sie eine weiterführende Schule besuchen.“ Und hätten damit eine Chance, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. „Internate sind in Kenia sehr angesehen“, weiß die junge Frau.

So geht Händewaschen: In der Schule lernen die Kinder, wie sie sich gegen Corona schützen. 

Gegründet wurde die gemeinnützige Organisation EFYE von Frank Nyaga und seinem Cousin Denis John. „Wir waren die ersten aus unserem Dorf, die studiert haben“, berichtet Denis John beim Interview mit dem Starnberger Merkur in Berg. Das habe ihnen beiden offenbart, wie wichtig Bildung für die Gestaltung einer Zukunft sei. Frank Nyaga ist Psychologe und begleitet die Kinder auch professionell. Denis John hat Kriminologie studiert und sich dann für die Rolle als Schulleiter bei der EFYE entschieden, da er dort durch die Arbeit mit den Kindern einen größeren gesellschaftlichen Beitrag leisten kann.

Der Verein hat aber nicht nur zum Ziel, die Schule finanziell zu unterstützen. „Fundraising ist wichtig, aber es geht auch darum, dass wir uns gegen Rassismus einsetzen“, sagt Habdank. Der deutsche Verein sei maximal eine Partnerorganisation, denn keineswegs wolle oder könne man dem EFYE-Team in Kenia sagen, wie sie die Bildungsarbeit dort vor Ort umzusetzen haben. Weitere Vereinszwecke sind unter anderem Chancengleichheit, Toleranz, kultureller Austausch, Selbstbestimmtheit und -verwirklichung sowie Gesundheit, Umwelt- und Klimaschutz.

Eine Homepage gibt es schon. Auf der Seite efye.org gibt es Informationen über die Entstehung und die Entwicklung der Schule sowie über das Team und den Verein. Spenden können noch nicht direkt über die Internetseite eingesammelt werden – das ist für die Zukunft geplant. „Die Newsletter-Anmeldung und das Kontaktformular funktionieren aber bereits“, sagt Habdank.

Wer das Engagement von EFYE unterstützen möchte, für den steht das Vereinskonto bei der Triodos Bank N.V. zur Verfügung. Die IBAN lautet DE38 5003 1000 1080 9480 06. Marie Habdank: „Im Betreff bitte eine E-Mail-Adresse angeben, dann können wir eine Spendenquittung zuschicken.“

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