Den Auftakt machte  „Das Gespräch am runden Tisch“ von Helmut Ammann (mit Erich Kasberger, Pfarrer Johannes Habdank und Prof. Marita Kraus, v.l.),
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Den Auftakt machte 2011 „Das Gespräch am runden Tisch“ von Helmut Ammann (mit Erich Kasberger, Pfarrer Johannes Habdank und Prof. Marita Kraus, v.l.),

Seit zehn Jahren gibt es die Veranstaltung „Kunstwerk des Monats“

Besonderer Raum für besondere Arbeiten

Die Veranstaltung „Kunstwerk des Monats“ im Katharina-von Bora-Haus in Berg war zunächst auf ein Jahr angelegt. Die Premiere ist nun zehn Jahre her, das „Kunstwerk des Monats“ aus dem kulturellen Leben in Berg und darüber hinaus nicht mehr wegzudenken.

Berg – Den Auftakt machte 2011 „Das Gespräch am runden Tisch“, eine Bronzeplastik des 2001 verstorbenen Bildhauers Helmut Ammann aus Pöcking. Es stand programmatisch für ein Projekt, das immer am zweiten Mittwoch im Monat bewusst auch kontroverse Diskussionen über Kunst anstoßen wollte. Die Evangelische Kirchengemeinde rief es ins Leben. Von Beginn an dabei: Kuratorin Katja Sebald und Gastgeber Pfarrer Johannes Habdank. Nicht zu vergessen die Helfer im Hintergrund, die stets für gutes Gelingen sorgten. Schon im zweiten Jahr fanden die Kirchengemeinde und der Berger Kulturverein zusammen, seither fördert auch die Gemeinde das Projekt.

Gegenwartskunst in der Kirche, da war klar, dass kritische Fragen nicht ausblieben. „Künstler sind Seismografen von aktuellen mentalen und geistigen Entwicklungen, Inspirateure von neuen Lebensdeutungen, die religiös anregend sein können“, pflegte Pfarrer Habdank zu sagen – selbst Sohn eines Künstlers. Die Fangemeinde wuchs ständig, was nicht zuletzt auch der klugen Auswahl der Exponate durch die Kunsthistorikerin Katja Sebald zu verdanken war. Im Januar wird immer ein verstorbener Künstler geehrt, auf Ammann folgten unter anderem Vicco von Bülow, Heinrich Kirchner, Fritz Winter, Rupprecht Geiger und 2020 schließlich mit Ilse von Twardowski erst mal eine Künstlerin.

Auch unter den Lebenden waren große Namen wie Bernd Zimmer, Florian Holzherr, Dorothea Reese-Heim oder Christina von Bitter. Wowo Habdank und Marcus Calvin, Gerd Holzheimer, Franziska Sperr, Norbert Göttler, Johano Strasser und viele andere haben die Veranstaltungen mit literarischen Texten bereichert. Für musikalische Umrahmung sorgten Musiker wie Graham Waterhouse oder Josef Brustmann.

„Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht, und einer, der sie braucht.“ Dieses Zitat von Ernst Barlach steht im Jahr 2021 über der Veranstaltungsreihe, die wie so vieles in diesen Zeiten online stattfindet. Im Fenster des immer noch geschlossenen Katharina-von-Bora-Hauses in Berg ist eine Arbeit der Bildhauerin Sophia Hößle aus Irschenhausen zu sehen. Ab 13. Januar 2021 wird das Kunstwerk täglich von 16.30 bis 21 Uhr beleuchtet und kann vor Ort am Fischackerweg 10 in Berg besichtigt werden. Es wird außerdem von einer Online-Präsentation begleitet, für die der Schauspieler Wowo Habdank eines der Gedichte vorlesen wird, die Rainer Maria Rilke in Irschenhausen schrieb. Zu sehen unter: evgberg.de, sophiahoessle.de und katjasebald.de.

Im ersten Halbjahr stellen Rainer Viertlböck aus Gauting, Pomona Zipser aus Berlin, Gisela Krohn aus Tutzing, Reiner Wagner aus Münsing und Elias Naphausen aus Augsburg aus.  

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