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Joshua Grasmüller und Philine Hufnagel kämpfen für einen neuen Bushalt in Kempfenhausen.

Bürgerversammlung

Hoffnung für neuen Bushalt am Gymnasium Kempfenhausen

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Es läuft gut in Berg, und es bewegt sich etwas. In der Bürgerversammlung präsentierte das Rathaus positive Zahlen. Die Bürger denken über Flächenfraß, Versiegelung und Sichtachsen nach. Und es gibt Signale, dass sich die Bussituation vor dem Kempfenhauser Gymnasium verbessert.

Berg – Die Gemeindefinanzen sind in Ordnung, es gibt ausreichend Kinderbetreuungsplätze, und das Wachstum ist moderat. Die wenigen größeren kommunalen Projekte laufen erwartungsgemäß. Größere Verbrechen finden nicht statt, die zuständige Polizei Starnberg ließ an die Bürgerversammlung ausrichten: „In Berg lebt es sich sehr sicher.“ Zweiter Bürgermeister Andreas Hlavaty fand am Rande der Bürgerversammlung die passenden Worte: „Man könnte meinen, bei der Vertreibung aus dem Paradies wurde die Gemeinde Berg vergessen.“

Die gute Stimmung im Gemeinderat, von der Bürgermeister Rupert Monn sprach (siehe Kasten), ist größtenteils auch in der Bürgerschaft spürbar. Die Wortmeldungen aus der Schar der rund 70 Berger, die am Dienstag in die „Post“ nach Aufkirchen gekommen waren, waren ruhig und sachlich.

Größtes Sorgenkind der Berger ist das Mehrfamilienhaus, das der Verband Wohnen an der Osterfelder Straße plant. Randi Valerien, die gegenüber wohnt, befürchtet einen „schwierigen Verkehrsknotenpunkt“ an der Kreuzung zur Staatsstraße nach dem Bezug der Sozialwohnungen. „Auch wenn die Autos in der Tiefgarage sind – die kommen alle wieder raus“, sagte sie und ergänzte: „Die Osterfelderstraße ist eine Rennstrecke, seit die Decke drauf ist.“ Randi Valerien regte ein Phantomgerüst an, damit die Bürger sähen, wie hoch die geplanten drei Stockwerke werden.

Die geplante Höhe des Mehrfamilienhauses für 30 Wohnungen beschäftigte auch Andreas Eberl. Drei Geschosse seien ein massiver Bau. „Der Blick ins Tal nach Biberkor ist dann weg.“ Bürgermeister Monn stimmte ihm zu, verwies aber auf die beiden einstimmigen Ratsbeschüsse zu dem Projekt. Man mache sich durchaus Gedanken, wie sich der Bau in die Landschaft einfügen könnte. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, und das funktioniert nur, wenn der Baugrund wenig kostet.“ Das gemeindeeigene Grundstück in Aufhausen sei das einzige, das man dem Verband Wohnen anbieten könne.

Die Flächenversiegelung beschäftigte Gerd Jäger, Ex-Grünen-Gemeinderat und Ex-Bund-Naturschutz-Vorsitzender in Berg. Er moniert auch die „Verthujung“, die zunehmende Pflanzung von Thujenhecken in der Gemeinde. Monn widersprach: „Es sind nurmehr wenige Hecken. Wir haben ein Auge drauf.“ In Sachen Flächenfraß habe er kein schlechtes Gewissen. „Wir haben wenig expandiert in den vergangenen Jahren, nur kleine Flächen Gewerbe und das Einheimischenmodell Aufkirchner Straße. Im Vergleich zu anderen Landkreisgemeinden sind wir auf der Insel der Glückseligen.“

Auf dieser Insel könnte es auch für die Kempfenhauser Fahrschüler sicherer werden. Schülersprecher Joshua Grasmüller berichtete, dass 600 Menschen die Petition der Schüler für eine Verbesserung der Verkehrssituation vor dem Gymnasium unterschrieben hätten. „260 Unterzeichner sind aus Berg.“ Monn gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies beim Zweckverband Landschulheime ein Umdenken bewirke. Die Gemeinde sei bereit zu investieren, wünsche aber eine Beteiligung des Zweckverbands. Diese Woche ist ein Gespräch im Rathaus. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir weiterkommen“, sagte Bürgermeister Monn.

Gegen das Artensterben und für mehr Bienenfutter setzen sich Susanne Polewsky und Dr. Hermann Will von der Initiative „Berg summt“ aus Allmannshausen ein. Sie appellierten an die Berger Gartler, ihre Gärten bienenfreundlich zu gestalten.

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