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Mit Musikbegleitung haben die Madln und Burschen den neuen Maibaum ins Dorf geholt.

Bachhauser Wies

Maibaum-Fahrt mit Hindernissen

Samstagmorgen, 8 Uhr: 36 Burschen und Madln treffen sich am Festplatz in „Bichl“, so die Kurzform von Bachhauser Wies. Sie ziehen los ins Wadlhauser Holz, um ihren Maibaum zu holen. 35,5 Meter lang, 107 Jahre alt ist er. Und es ist ein Abenteuer, ihn ins Dorf zu transportieren.

Bachhauser WiesDas hatten sich die Mitglieder der Burschenschaft Bachhauser Wies etwas leichter vorgestellt. Der Transport des neuen Maibaumes für den Berger Ortsteil dauert etwas länger als geplant. Ein Lastwagen blockiert den vorbereiteten Weg. Aber dreieinhalb Stunden, nachdem die 36 Madln und Burschen ins Wadlhauser Holz aufgebrochen waren, um den noch ungehobelten Stamm ins Dorf zu holen, zieht die Dorfjugend schließlich stolz in Bichl ein. Ganz klassisch: Vorne weg läuft die Musik, auf dem Baum sitzen die Mädchen, die Burschen laufen nebenher. Und das ganze Dorf nimmt sie in Empfang.

Dann wird gebaut: Rund 50 Helfer aus dem Dorf packen mit an, denn jetzt braucht der zukünftige Maibaum ein sicheres Zuhause für die kommenden sechs Wochen. Die vorbereiteten Rundhölzer werden gesägt, gebohrt, gehämmert, geschleppt und bis 21 Uhr stehen das lange schmale Dach für den Baum und ein großes Vordach mit Bar-Tresen für den Bauwagen, alles schön verziert mit bunten Lichterketten. „Den Bauwagen haben wir schon vor Jahren ausgebaut“, verrät der Bichler Oberbursch Max Haberl, „er steht normalerweise bei uns auf dem Hof und dient uns als Treffpunkt zum Fußball-Schauen oder Feste feiern.“ Bis zum 1. Mai ist er der „Headquarter“ der Wachen.

Sonntagmittag ist alles ruhig rund um den Baum. Bis 8 Uhr in der Früh hat Max Haberl Wache gehalten und mit rund 130 Leuten aus den umliegenden Dörfern ausgelassen gefeiert. Der erste Wachhütten-Tag dauerte für ihn also ganze 26 Stunden. „Die erste Wache hat immer der Oberbursche, das ist Tradition“, sagt er. Für Haberl ist der Zusammenhalt im Dorf und das Hochhalten des Brauchtums ganz wichtig. „Wir haben ein super Miteinander in Bichl, und wir sind ganz eng mit Höhenrain verbandelt. Wir selbst haben nämlich nur drei Burschen und ein Madl im Dorf. Ohne die Burschen und Madln aus Höhenrain könnten wir gar nichts auf die Beine stellen. Wir helfen uns immer gegenseitig aus.“

Von Susanne Bayer

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