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Drei für Cedric Muth (3.v.l.): Dr. Oswald Gasser, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (2.v.l.), Britta Hundesrügge und der übrige FDP-Kreisvorstand votierten einstimmig für den Juristen aus Berg als Landratskandidat.

Kandidat aufgestellt

Cedric Muth soll für die FDP Starnberger Landrat werden

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Die Landkreis-FDP zieht mit Cedric Muth an der Spitze in den Kommunalwahlkampf. Der 43 Jahre alte Jurist aus Berg will die Nachfolge von Landrat Karl Roth (CSU) antreten.

Landkreis – Am Dienstag stellte sich Muth der Presse vor. Sein Motto lautet: transparent, sachlich, bürgernah. Damit gibt es nun fünf Bewerber um das Amt des Landrates. Für die CSU tritt Stefan Frey an, die Grünen haben Martina Neubauer nominiert. Die SPD schickt Christiane Kern ins Rennen, die Freien Wähler Matthias Vilsmayer.

Die FDP im Landkreis erlebt nach Aussage ihrer Kreisvorsitzenden Britta Hundesrügge gerade regen Zulauf. Allein in der vergangenen Woche zählte sie fünf Anträge auf Mitgliedschaft. „Es sind jetzt über 230 Mitglieder“, sagt Hundesrügge. Von diesem Rückenwind, so hofft der Kreisvorstand, wird auch Cedric Muth profitieren. Zunächst aber, das ist auch Muth klar, muss er sich bekannt machen. Denn bisher hatte er lediglich Parteiämter inne, noch kein Mandat.

Dabei ist Muth fast ein alter Hase der Liberalen, seit 1993 in der FDP und sowohl im Kreis als auch in seinem Heimatort Berg Vizeparteichef. Er ist in der Region verwurzelt – mit CSU-Kandidat Frey und dem Starnberger Bürgermeisterkandidat Patrick Janik war er in einer Klasse am Gymnasium Starnberg. Muth ist ledig, kinderlos und Mitinhaber einer Kanzlei in Gauting. Seine juristische Ausbildung sowie ein verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium würden ihm bei der Arbeit im Landratsamt sicher zugute kommen.

Zweiseitige Liste mit Themen

Für die Pressekonferenz hatte der Berger eine zweiseitige Liste mit Themen dabei, die er als Landrat angehen möchte. Vor allem das Thema Pflege liegt ihm am Herzen, aus persönlichen Gründen. Bis zum Beginn des Jahres pflegte er seinen inzwischen verstorbenen Vater. Deshalb weiß er, dass vor allem Kurzzeitpflegeplätze im Landkreis fehlen. „Ich habe nur einmal einen Platz für meinen Vater in Grünwald bekommen“, berichtet er. Zudem stellt er sich vor, den so genannten Grauen Pflegemarkt mit Pflegerinnen aus Osteuropa, die monatsweise kommen und dann 24 Stunden pro Tag arbeiten, anders zu strukturieren. „Wir brauchen eine Pflegebörse“, fordert Muth. „Damit die Seriosität und die Qualität gesichert sind.“

Die weiteren Offensiven, die er in seinem Themenpapier nennt, betreffen die Bildung, die Wirtschaft, das Klima und den Verkehr. Er fordert einen Schulausschuss des Kreistages: zum einen als Begleitung für den Bau des Herrschinger Gymnasiums – das unbedingt vierzügig geplant werden müsse –, zum anderen für die Gymnasien, die nach und nach aus den Gemeinden auf den Landkreis übertragen werden. Bei dieser Idee steht die Kreistagsfraktion hinter ihm: „Die Übertragung der Schulen ist eine hochkomplizierte Sache“, sagt Kreisrat Dr. Oswald Gasser. „Der Landkreis wird schnell ein Schulamt aufbauen müssen, und das braucht auf der demokratischen Seite ein Gegenstück.“

Interessanter Vorschlag beim Thema Verkehr

Einen interessanten Vorschlag hat Muth beim Thema Verkehr. Als konkretes Projekt schlägt er vor, die Autobahn A 95 über eine Starnberger Umfahrungsvariante so ans Verkehrsnetz anzubinden, dass die Kreisstadt entlastet wird. Dabei denke er nicht an den Südring, sagt er auf Nachfrage, sondern an eine Straße, die bei Wangen an die A 95 anschließt.

Beim Thema Wirtschaft bezieht er klar Stellung für Gewerbegebiete in Schorn und im Unterbrunner Holz, will aber Handwerk und Einzelhandel grundsätzlich in den Orten belassen. Oberpfaffenhofen soll Werksflughafen bleiben und Zentrum eines Innovationsclusters und Forschungsstandort werden.

Grundsätzlich will Muth die Bürger mehr einbinden. Sei es, indem er Online-Anträge stellen oder seine Meinung äußern kann. Er will, dass bei sämtlichen Großprojekten – wie zum Beispiel dem Tunnel in Starnberg – die Haltung der Bürger viel ernster genommen wird. „Es sollte immer erst eine Bürgerbeteiligung und dann einen Bürgerentscheid geben“, sagt er. Deshalb hofft er, dass der zweite Anlauf für das Bürgerbegehren zum Tunnel Erfolg hat. Und auch der Klimaschutz ist Muth wichtig – wobei er weniger den „Notstand“ sieht als die Notwendigkeit, aktiv zu werden. 

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