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„Hundstage“ von Daniela Fugger-Antonacci: Das Gemälde der Sibichhauser Malerin ist von 2018. Dieses Kunstwerk ist ebenso wie fast alle anderen schnell verkauft worden - nur eines war gestern Abend noch auf www.made-in-berg.de zu haben. 

Corona-Aktion für Künstler

„Made in Berg“ schlägt voll ein

  • vonSandra Sedlmaier
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Die erste Online-Kunstaktion „Made in Berg“ ist ein voller Erfolg. Berger Künstler bieten ihre Werke auf einer gemeinsamen Homepage an – nach einer Stunde war fast alles weg.

Berg – „Made in Germany“ ist ein Qualitätsmerkmal, und „Made in Berg“ offensichtlich auch. Die Homepage www.made-in-berg.de mit 16 Werken von 16 Berger Künstlern zum Fest- und Sonderpreis von je 300 Euro ist am Sonntag um 14 Uhr freigeschaltet worden, und um 15 Uhr war schon fast alles verkauft. „Das ging wirklich superschnell“, sagt der neue Berger Kulturreferent Dr. Andreas Ammer, der die Aktion zusammen mit der Kuratorin Katja Sebald organisiert hatte. „Die ersten drei Kunstwerke waren nach einer Minute weg.“ Gestern Mittag war nur noch eines übrig.

„Made in Berg“ ist eigentlich eine Hilfsaktion in Corona-Zeiten. „Neben Kranken und Kindern haben Künstlerinnen und Künstler am meisten unter der Krise und ihren Folgen zu leiden“, schreiben Sebald und Ammer in einer Pressemitteilung. „Mit der fehlenden Öffentlichkeit ist ihnen nicht nur jede Verdienstmöglichkeit, sondern auch der Sinn ihrer Tätigkeit abhanden gekommen, die Menschen zu erfreuen und zum Nachdenken zu bewegen. Wer seine Lieder niemandem vorsingen und seine Bilder niemandem zeigen kann, dem hilft es nicht, dass er normalerweise eh in seinem Atelier allein arbeitet.“ „Made in Berg“ schaffe deshalb eine Öffentlichkeit für Künstler – und zwar explizit für Berger Künstler.

Mit den 300 Euro pro Kunstwerk könne keiner die lange Corona-Zeit finanziell überbrücken, weiß Ammer. Einige hätten gesagt, sie seien mehr wert. Vielleicht mit ein Grund, warum die Kunstwerke weg gingen wie die warmen Semmeln. Für Ammer ist ein zweiter Grund wichtig: „Die Menschen kommen mit den Künstlern in Kontakt, die Künstler werden sichtbar, auch wenn es gerade nicht möglich ist, Ausstellungen zu organisieren.“ Er habe den Sonntag nur damit verbracht, E-Mails zu schreiben und die Leute zu vernetzen.

Zwei Wochen lang haben Ammer und Sebald zusammen mit dem Bildhauer Hans Panschar, der Malerin Juschi Bannaski und dem Fotografen Andreas Huber die Aktion vorbereitet. Vertreten sind zudem Sabine Beck, Birgit Behrends-Wöhrl, Marlies Beth, Daniela Fugger-Antonacci, Elisabeth Güllich, Dazze Kammerl, Sandra Kolondam, Quirin Leppert, Leda Luss Luyken, Simone Opdahl, Lucie Plaschka, Klaus Soppe und der verstorbene Gerd Jäger. Huber hat alle Künstler und die ganz unterschiedlichen Kunstwerke – Skulpturen, Drucke, Fotografien, Bilder – fotografiert, um das Erscheinungsbild der Seite professionell zu gestalten. Jeder Künstler stellt sich mit einem Lebenslauf und einem Link zu seiner Homepage vor. Die Gemeinde Berg hat die Kosten für die Aktion übernommen. „Bürgermeister Rupert Steigenberger war schnell zu begeistern“, berichtet Ammer.

Zwei Wochen lang ist www.made-in-berg.de online. Die Kunst ist zwar größtenteils verkauft, anschauen kann man sie aber immer noch – und eventuell Kontakt zu den Künstlern aufnehmen. Ammer hat viel positive Rückmeldung bekommen. „Aus Icking und vom Ammersee“, berichtet er. „Dort wird überlegt, die Aktion nachzumachen.“ Er verspricht auch eine Neuauflage von „Made in Berg“. Wann, ist noch unklar. Jetzt ist erst einmal das Gütesiegel etabliert.

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