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Prima Wind, aber die Berger Windräder drehen sich nicht. Dieses Bild bot sich in den vergangenen zwei Tagen dem Betrachter. Die Ursache war ein technischer Defekt, der nicht bei den Windkraftanlagen zu suchen war, sondern im Netz. Die Ursache soll noch genau erforscht werden.

Bürgerwind Berg

Darum stehen die Windräder derzeit still

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Was war da los? Steife Brise am Starnberger See und die Berger Windräder stehen still...

Berg – Am Montag wehten steife Brisen über den Starnberger See. Und dazu lachte die Sonne vom zunächst noch fast wolkenlosen Himmel. Die Besucher des Seeufers erfreuten sich an den geblähten Segeln der wenigen Boote, die auf dem bewegten Wasser ordentlich Fahrt aufnahmen. Und wunderten sich über die überraschende Ruhe hoch über dem Ostufer: An nur einem der vier Berger Windräder drehte sich der Rotor. Später standen alle Räder still. Dieses Bild bot sich dem Betrachter auch tags darauf, als der Wind sich schon wieder beruhigt hatte.

„Da hat es einige Tumulte gegeben“, rutschte es Robert Sing spontan heraus, als unsere Zeitung ihn nach der Ursache des Stillstandes befragte. Der Geschäftsführer der Bürgerwind Berg Verwaltungs GmbH nahm sich im weiteren Verlauf des Gespräches dann aber vernehmbar zurück. Räumte aber ein, dass man nicht besonders glücklich sei, den Wind nicht habe nutzen zu können. An den Windkraftanlagen habe es nicht gelegen. Dennoch habe der Netzbetreiber die Anlagen ohne Rücksprache gedrosselt. Auf Nachfrage habe die Bayernwerk AG von umfangreichen Netzbaumaßnahmen gesprochen (Sing: „Darüber werden wir normalerweise schon im Vorfeld in Kenntnis gesetzt.“) und von Problemen in Übergabestationen. Beides solle nach Angaben des Netzbetreibers aber nichts miteinander zu tun haben, zitiert Sing die Bayernwerk AG.

Starker März macht Verluste teilweise wett

An der Übergabestation bei Buchhof, über die drei der Windräder ins Netz einspeisen, „hat es einen 20-KV-Schalter rausgehauen“, teilt der Bürgerwind-Geschäftsführer gestern mit. Sein technischer Betriebsleiter sei vor Ort, um den Schalter wieder flott zu bekommen. Wenn die Windräder wieder laufen, „werden wir in Ruhe genaue Ursachenforschung zu dem Blackout betreiben“, erklärt Sing.

Mit dem Betriebsverlauf in diesem Jahr ist der Geschäftsführer nicht unzufrieden. „Im Januar und Februar lagen wir leicht unter der Performance“, so Sing, „im März aber deutlich darüber.“ Der dritte Monat habe mehr als den Verlust eines der vorhergehenden Monate wieder wett gemacht.

Im vorigen Jahr haben die Berger Windräder den erwarteten Ertrag zu etwas mehr als 90 Prozent erfüllt, wie Sing erläutert. Damit stehe die Bürgerwind Berg GmbH vergleichsweise gut da. Bei anderen Windenergieanlagen in Bayern habe die Ertragsquote bei 85 bis 90 Prozent gelegen. Eine Prognose für das gesamte Jahr wollte Sing noch nicht wagen.

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