Gebrochene Steinstele: Dr. Günter Link und Erika Link betrachten das Kunstwerk von Matthias Bischoff.
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Gebrochene Steinstele: Dr. Günter Link und Erika Link betrachten das Kunstwerk von Matthias Bischoff.

Künstler Matthias Bischoff

Der Mann, der Steine schweben lässt: Das Berger Kunstwerk des Monats

Der Leichtigkeit des Steins hat sich der Künstler Matthias Bischoff verschrieben. Er präsentierte nun das Berger Kunstwerk des Monats.

Berg – Seit zehneinhalb Jahren veranstaltet der Berger Kulturverein mit der evangelischen Kirche die Reihe „Kunstwerk des Monats“, die Gemeinde Berg fördert sie. Pfarrer Johannes Habdank und Kunsthistorikerin Katja Sebald, die als Kuratorin der Reihe die letzten Monate mit Online-Präsentationen überbrückte, freuen sich, endlich wieder ihre Kunstfreunde persönlich willkommen zu heißen – wenn auch nur im Freien, im Vorgarten des Pfarrhauses und unter Einhaltung der Hygieneregeln.

„Immer noch befinden wir uns in einer Art Schockstarre“, sagte Sebald bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste, die am vergangenen Mittwoch endlich wieder Kunst und Kultur (Musik von Jörn Kachelriess und Stefan Busch) live erleben konnten. Der Mensch brauche gerade in diesen Zeiten Utopien und konstruktive Zukunftsgestaltung, betonte die Kunsthistorikerin, um den „rückwärts gewandten Forderungen nach altem Leben“ entgegen zu wirken. Ein Mittel sei die Kunst, die Möglichkeitsräume und Alternativen eröffne, die „die Welt erklären, anregen, anrühren und aufrütteln kann, die vor allem die Menschen ins Gespräch bringt und damit die Welt ein kleines bisschen besser macht“.

Enormer technischer Aufwand war nötig, um die Skulptur des Steinbildhauers Mattias Bischoff aus Wielenbach/Wilzhofen vor dem Pfarrhaus aufzubauen. Es handelt sich um eine knapp zwei Meter hohe, 30 mal 30 Zentimeter dicke Steinstele. Das obere Drittel scheint zu schweben, ein zwei Zentimeter breiter Riss teilt den Stein. Die Bruchstelle ist mit Blattgold belegt, das Ganze von innen beleuchtet, so dass der Riss zu glühen scheint.

Bischoff, 2013 mit dem Publikumspreis der Schwabacher Kunsttage ausgezeichnet, sagt: „Die Schwere der Steine fasziniert mich.“ Der Künstler, der 2006 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, betont, dass er mit dem Begriff Kunst eher vorsichtig ist. „Das fertige Objekt soll keine Erklärungen brauchen, sondern nur schön sein.“ Nur schön? Bischoff bringt Tonnen schwere Steine aus Granit, Basalt oder Gneis zum Schweben, hebt die Gesetze der Schwerkraft auf, verleiht Steinblöcken Leichtigkeit und lässt sie strahlen.

Astrid Amelungse-Kurth

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