Zwei Feuerwehrleute helfen einem an der Drehleiter angegurteten und  von der Drehleiter herabhängenden Zivilisten, einen Biertraglturm zu bauen.
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Die Drehleiter der Berger Feuerwehr muss gewartet werden. Ob sie einsatzbereit bleibt, ist unklar. In den kommenden vier Jahren rechnet die Gemeinde mit einer Neuanschaffung.

Feuerwehrbedarfsplan bis 2025 für die Gemeidne Berg

Drei Fahrzeuge und eine Drehleiter

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Berger Ortsfeuerwehren haben sich viele Jahre in Bescheidenheit geübt, vor allem die Kempfenhauser. Für den Feuerwehrbedarfsplan bis 2025 rechnet die Gemeinde Berg mit Kosten von 2,4 Millionen Euro.

Berg – Fünf ehrenamtliche Feuerwehren, die in 15 Ortsteilen im Einsatz sind: Die Feuerwehrlandschaft in der Gemeinde Berg ist sehr unterschiedlich. Jede hat ihre Stärken und Probleme. Die Bachhauser Wehr zum Beispiel ist eine personell außerordentlich starke Mannschaft. Aber: In ihrem Löschwagen haben maximal neun Leute Platz, weshalb dringend ein neuer Mannschaftswagen nötig ist. Das war eines der Details, die der federführende Kommandant der Gemeinde, Bergs Kommandant Bastian Sandbichler, dem Gemeinderat bei der Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans für die Jahre 2021 bis 2025 präsentierte. Insgesamt geht es um Investitionen von 2,4 Millionen Euro. Der Gemeinderat stimmte ausnahmslos zu. Zum Vergleich: In den vergangenen fünf Jahren hat die Gemeinde 750 000 Euro in die Feuerwehren investiert, wie der zuständige Rathausmitarbeiter Michael Klaßen sagte.

Unterstützung und Unterhaltung der Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe für Kommunen. Umso dankbarer ist das Berger Rathaus, dass die Ortsfeuerwehren sich in Bescheidenheit üben. Die Kempfenhauser Wehr hat die Ersatzbeschaffung für ihr Löschfahrzeug 8/6 seit 2016 immer wieder verschoben, um Kosten einzusparen. Nun wird sie ein deutlich kleineres Fahrzeug erhalten, auch, weil die Schön-Klinik nicht mehr in Betrieb ist. Sandbichler sprach von einem „bitteren Beigeschmack – über fünf Jahre spart man mit dem Ergebnis, dass es nicht mehr ein LF 10, sondern ein mittleres Feuerwehrfahrzeug (MLF) wird.“ Die Kosten für das MLF lägen mit 285 000 Euro rund 100 000 Euro unter dem Preis eines LF 10.

In Berg ist die Drehleiter das große Thema. Das Gerät aus dem Jahr 2001 muss gewartet werden. Wie das ausgehe, sei ungewiss, sagte Bürgermeister Rupert Steigenberger. „Es gibt jetzt schon Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung.“ Eine neue Drehleiter ist für 2024 eingeplant. Den Bedarfsplan hat Sandbichler in vielen Sitzungen mit den anderen Kommandanten und Rathausvertretern erarbeitet. „Wenn wir die Drehleiter alleine beschaffen, ist mit rund 900 000 Euro zu rechnen.“ Um Kosten zu sparen, wolle man sich mit Kochel, Bad Tölz, Wolfratshausen und Penzberg zusammentun. Dann fielen für alle nur die Kosten für eine Planung an. „Und die Regierung von Oberbayern gewährt mehr Zuschuss“, sagte Sandbichler. Überhaupt muss die alte Leiter noch zwei Jahre durchhalten. Für Geräte, die unter 20 Jahre in Betrieb sind, müsse man Zuschüsse zurückzahlen, sagte Klaßen.

Berg braucht einen neuen Gerätewagen, der eventuell zusammen mit dem Bauhof genutzt wird. „Das ist noch nicht entschieden“, sagte Steigenberger. Mittelfristig sind ein Anbau ans Farchacher Feuerwehrhaus geplant sowie ein Neubau für Höhenrain. Steigenberger lobte das Verständnis der Wehren für die finanzielle Situation der Gemeinde und mahnte weiter zur Bescheidenheit: „Wir haben massive Einbrüche durch Corona und hohe Ausgaben durch das neue Rathaus. Wir müssen frühzeitig bremsen, bevor man vor der Wand nicht mehr bremsen kann.“ Denn Wünsche gibt es bei den Wehren auch, wie Sandbichler sagte. Etwa ein Gerätewagen Logistik. Bislang würden die Gerätschaften mit krebserregenden Brandrückständen im Mannschaftswagen transportiert.

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