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Starnberger Brauhaus
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Das Starnberger Brauhaus liegt zum dritten Mal im Streit mit seinem Ex-Chef. 

Landgericht München II

Starnberger Brauhaus verklagt Ex-Chef

Das Starnberger Brauhaus liegt tief im Clinch mit seinem früheren Geschäftsführer. Schon zweimal trafen sich beide Seiten vor Gericht, am Donnerstag wurde das dritte Fass aufgemacht.

Höhenrain/München – Das Brauhaus verklagt den Ex-Chef, der auch Eigentümer und Vermieter der Betriebsstätte im Berger Ortsteil Höhenrain ist, vor dem Landgericht München II auf Schadenersatz. Der Vorwurf: Er habe beim Umbau der Brauerei die Aufgaben eines Geschäftsführers nicht ausreichend wahrgenommen und Schaden verursacht. Der Streitwert liegt bei 680 000 Euro.

Brauerei-Inhaber Florian Schuh berichtete, wie die ganze Sache zustande gekommen war: Er habe den Beklagten beim Skifahren kennengelernt. Er habe sich schon lange gedacht, dass Starnberg eine eigene Brauerei brauche. Man sei dann auf die Idee gekommen, sich zusammen zu tun, sagte Schuh. Der Beklagte sollte die Halle bauen, Schuh die Brauerei betreiben. „Aber es lief von Anfang an schief“, sagte Schuh.

Der ehemalige Partner konterte: „Es lief gut, bis es erfolgreich wurde. Man wollte mich raushaben und mir das Grundstück abluchsen.“ Schuhs Anwalt berichtete, dass es ein Kaufangebot gegeben habe. „Aber was ist daran schlimm?“ Vielmehr habe sich der Beklagte große Versäumnisse beim Bau der Brauerei zu Schulden kommen lassen.

So seien keine Gullys in die Produktionsräume eingebaut worden, was schon mehrfach zu Wasserschäden geführt habe. Der Boden zum Keller sei undicht. Außerdem gebe es keinen Lastenaufzug und keinen Chemieraum. Zwei Toiletten habe das Landratsamt inzwischen gesperrt, was besonders bei Bierverkostungen mit Gästen ein großes Problem sei. „Die Summe der Dinge macht die Sache unfassbar schwierig“, sagte Schuh. Jedes Problem sei eingehend besprochen worden. Der Beklagte erwiderte, dass er „der einzig Leidtragende“ sei. „Ich habe im Keller Sachen eingelagert“, sagte er.

Lange Verhandlung endet mit Vergleich

Nach langen Verhandlungen einigten sich beide Seiten mit Hilfe des Vorsitzenden Richters Dr. Benjamin Kertai auf einen kleinen Vergleich, den sie außergerichtlich schließen wollen. Für neue Toiletten und einen Chemieraum will der Ex-Geschäftsführer 7000 Euro netto bezahlen, sofern die Brauerei bis Ende 2023 im Haus bleibt. Bei den großen Schäden kamen Kläger und Beklagter allerdings nicht überein. Deshalb begann Richter Kertai mit der Zeugenvernehmung.

Dabei ging es vor allem um die Frage, ob der frühere Geschäftsführer für den Aufbau der Produktionsstätte und den Umbau der Räume zuständig war. Ein Brauanlagen-Bauer aus Franken bejahte das. Sowohl beim Erstkontakt als auch beim Angebot und auf der Baustelle sei er vor allem der Ansprechpartner gewesen. Der Anlagen-Bauer sagte aus, dass er den damaligen Geschäftsführer darauf hingewiesen habe, dass es ausreichend Abflüsse geben müsse. Das sei auch auf den Plänen so eingezeichnet gewesen. „Aber die haben wir dann nicht vorgefunden.“

Auch der jetzige Geschäftsführer erklärte, dass sein Vorgänger für den Bau zuständig gewesen sei. Auch er habe ihn auf das Thema Entwässerung hingewiesen. Der Richter will im September verkünden, wie es weitergeht. Vermutlich müssen noch mehr Beweise erhoben werden. In den zwei ersten Prozessen war es um ausstehende Mietzahlungen und die Einziehung von Geschäftsanteilen gegangen. 

Nina Gut

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Das Starnberger Brauhaus hat mit dem Bau seiner neuen Brauerei in Wieling begonnen. Ab 2021 wird das Starnberger Bier bundesweit vertrieben – Inhaber Florian Schuh hat die Familie Schadeberg von der Krombacher Brauerei mit ins Boot genommen.

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