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Dankes chön für Helfer: Beförderungen gab es heuer keine bei der Berger Feuerwehr, aber Blumen und ein Dankeschön von Anton Lidl jun. (l.) für Rupert Steigenberger, Klaus Braack, Nina Göring, Tobias Völkl und Susanne Berger, die Geburtstag hatten oder der Wehr halfen. Rechts Bürgermeister Rupert Monn. 

Freiwillige Feuerwehr Berg

Trauerflor auch „Zeichen der Angst“

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Die Freiwillige Feuerwehr Berg muss sich im Jahresverlauf einen neuen Vorsitzenden suchen. Anton Lidl jun. kündigte am Ende der Jahreshauptversammlung am Freitag an, im kommenden Jahr nicht wieder zu kandidieren – die Belastung durch Amt und Beruf sei zu groß geworden. Der Verein in Berg ist hoch aktiv, und auch die eigentliche Feuerwehrarbeit wird immer anspruchsvoller.

Berg – Die Freiwillige Feuerwehr Berg muss sich im Jahresverlauf einen neuen Vorsitzenden suchen. Anton Lidl jun. kündigte am Ende der Jahreshauptversammlung am Freitag an, im kommenden Jahr nicht wieder zu kandidieren – die Belastung durch Amt und Beruf sei zu groß geworden. Der Verein in Berg ist hoch aktiv, und auch die eigentliche Feuerwehrarbeit wird immer anspruchsvoller.

Zwei Vorfälle haben den mehr als 60 Aktiven (13 Damen, 39 Herren und 13 Jugendliche) und dem ganzen, 177 Mitglieder starken Verein im vorigen Jahr sehr zu denken gegeben: ein Unfall mit zwei getöteten Feuerwehrleuten in Brandenburg und ein schwerer Unfall vor der eigenen Haustür. Berg habe sich an der bundesweiten Aktion beteiligt, für zwei ums Leben gekommene Feuerwehrkameraden Trauerflor an den Fahrzeugen anzubringen, erklärte Lidl in seinem Bericht. Gefahr gehöre zur Feuerwehrarbeit, auf Rücksichtslosigkeiten der Mitbürger bereite die Ausbildung jedoch nicht vor. Der Trauerflor sei daher auch „Zeichen der Angst“ vor egoistischer Rücksichtslosigkeit gewesen, denn die Berger sind häufig auf der Autobahn im Einsatz – genau dort hatte sich auch der Unfall in Brandenburg ereignet.

„Glücklicherweise funktioniert in Berg der gesunde Menschenverstand noch“, merkte Lidl an, die Arbeit und Leistung der Feuerwehr werde anerkannt. Auch den scheidenden Kreisbrandrat Markus Reichart treibt der Unfall noch immer um: Für andere Wehren wie seine in Höhenrain sei es immer gut zu wissen, dass die Berger bei der Absicherung von Autobahn-Einsätzen dabei seien.

Der zweite Vorfall schockierte vor allem die Aktiven: Ende Oktober wurden sie zu einem Unfall bei Assenhausen gerufen, bei dem ein Pkw gegen einen Baum geprallt war. Die schwerstverletzte Fahrerin verstarb wenige Tage später im Krankenhaus. Schon bei der Meldung stocke der Atem, sagte Kommandant Tobias Völkl. „Welchen enormen psychischen Belastungen wir von einer Sekunde auf die andere ausgesetzt werden können, hat dieser Einsatz wieder gezeigt.“ Zumal: Chef und Chefin der verunfallten Frau waren mit der Wehr ausgerückt und mussten mit ansehen, wie ihre Angestellte um ihr Leben kämpfte. Die Wehr hat danach Gesprächsangebote für Aktive gemacht.

Ingesamt hatten die Berger Ehrenamtlichen 2017 138 Einsätze zu leisten (59 technische Hilfeleistungen, neun Brände, 16 Brandmeldeanlagen und 57 First-Responder-Einsätze). Es war der zweithöchste Wert der vergangenen 20 Jahre. Aus Völkl-Mirlachs Sicht ist die Ausbildung entscheidend, weswegen dieser Bereich in seinem Bericht an erster Stelle stand. 104 Übungen absolvierten Aktive und Jugendliche. Bei Prüfungen hätten die Berger „das Bild einer einsatzstarken Truppe“ vermittelt. Wie wichtig Übungen seien, zeigte ein Trainingstag für technische Hilfeleistung, bei dem die Aktiven an einem alten und einem ganz neuen Pkw üben konnten – was beim alten Golf noch funktionerte, klappe beim modernen BMW nicht mehr. Man müsse genau wissen, wo man im Unfallfall Schere und Spreizer ansetzen müsse.

Ehrungen und Beförderungen gab es heuer nicht, dafür bedankte sich Lidl bei einigen Helfern und Geburtstagskindern. Die beiden Kassenprüfen mussten neu gewählt werden, es sind wieder Dr. Oliver Sensch und Herbert Söllner. Bürgermeister Rupert Monn dankte im Namen der Gemeinde und hob die Jugendarbeit in Berg, aber auch den vier anderen Wehren in der Gemeinde hervor. Klagen über Nachwuchsmangel kenne man so nur aus anderen Orten.

Das liegt auch an der Jugendarbeit von Martin Höbart und der Kinderfeuerwehr, um die sich Miriam Quintern kümmert. Die Jugend ist im Gemeindeleben vor allem durch die Christbaumsammelaktion präsent, die jährlich an Volumen zunimmt. Herausragend im vorigen Jahr war ein Filmdreh – die Jugend zeigte dabei, wie man es nicht macht. Sinn des Filmes, der noch nicht öffentlich zu sehen ist, war, auf Unfallverhütungsvorschriften hinzuweisen. In die Jugend rücken inzwischen die ersten Mitglieder der derzeit 14 Köpfe zählenden Kinderwehr auf, die sich 2017 vor allem mit dem Thema Waldbrand beschäftigt hatte. Lidl konnte die Betreuer gar nicht genug loben für Können und Engagement, auch auch Miriam Quintern lobte Lidl – der Vorstand habe die Kinderwehr ja erst möglich gemacht.

Mehr Infos über das Jahr 2017 bei der Feuerwehr Berg gibt es in deren Jahresbericht auf der Internetseite unter www.ff-berg.de.

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