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Generations- und Fahrzeugwechsel

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Von: Tobias Gmach

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Der neue Vorstand der Feuerwehr Kempfenhausen (ab 2. v. l.): Schriftführerin Lisa Pistor, Kommandant Christian Ebert, Vorsitzender Benjamin Gitter, Vizevorsitzender Xaver Kaunicnik, Zweiter Kommandant Florian Breitruck und Kassier Michael Sticht. Vertrauensmann Jürgen Pischetsrieder (l.) bekam die Silberne Ehrennadel der Jugendfeuerwehr.
Der neue Vorstand der Feuerwehr Kempfenhausen (ab 2. v. l.): Schriftführerin Lisa Pistor, Kommandant Christian Ebert, Vorsitzender Benjamin Gitter, Vizevorsitzender Xaver Kaunicnik, Zweiter Kommandant Florian Breitruck und Kassier Michael Sticht. Vertrauensmann Jürgen Pischetsrieder (l.) bekam die Silberne Ehrennadel der Jugendfeuerwehr. © Andrea Jaksch

Die Freiwillige Feuerwehr Kempfenhausen blickt optimistisch in die Zukunft. Für den scheidenden, langjährige Vereinsvorsitzenden Hans Maier wurde ein Nachfolger gefunden. Und im nächsten Jahr bekommen die Einsatzkräfte das langersehnte neue Löschfahrzeug.

Kempfenhausen – Das Vereinsleben ist zurück, und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kempfenhausen genießen es in vollen Zügen. Gesellig und ausgelassen war die Stimmung im Gasthaus Manthaler bei der Jahresversammlung. Die rund 35 Anwesenden, darunter zwölf Kinder und Jugendliche, hatten sich viel zu erzählen. Der offizielle Beginn verschob sich um eine halbe Stunde.

Dann ergriff Hans Maier das Wort – zum letzten Mal als Vorsitzender des Vereins. Nach 30 Jahren im Amt trat er nicht wieder zur Wahl an. Ein rechtzeitiger Generationswechsel sei ihm wichtig, ließ der 64-Jährige später wissen. Maier, seit Geburt Kempfenhausener, bleibt dem 86 Mitglieder starken Verein aber treu. „Wenn beim Aufbau fürs Sommerfest oder den Adventsmarkt Hilfe gefragt ist, bin ich da“, versprach er. Als der neue Vorstand bereits gewählt war, bekam Maier noch das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz von Kreisbrandmeister Tobias Völkl überreicht. Und seine Kempfenhausener Kameraden ernannten ihn zum Ehrenvorstand. Für Maier war es ein sehr emotionaler Abend. Gerade das Gedenken an den heuer im April im Alter von 71 Jahren gestorbenen ehemaligen Kommandanten Manfred Ebert ging ihm nah.

Ausgezeichnet zum Abschied: Der langjährige Vorsitzende Hans Maier (l.) bekam von Kreisbrandmeister Tobias Völkl das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz und wurde außerdem zum Ehrenvorstand ernannt.
Ausgezeichnet zum Abschied: Der langjährige Vorsitzende Hans Maier (l.) bekam von Kreisbrandmeister Tobias Völkl das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz und wurde außerdem zum Ehrenvorstand ernannt. © Andrea Jaksch

Um die Vereinsangelegenheiten kümmert sich ab sofort Benjamin Gitter federführend. Der 43-Jährige, seit etwa 15 Jahren in Kempfenhausen daheim und als Gruppenführer bei der Feuerwehr bestens integriert, wurde zum Vorsitzenden gewählt. „Ich habe drei Söhne, zwei von ihnen sind schon bei der Feuerwehr“, sagte er dem Starnberger Merkur. Man habe ihn nicht lange überreden müssen. „Wir sind ein Team, hier gibt es keine Grüppchenbildungen.“ Gitters Stellvertreter ist Xaver Kaunicnik, Schriftführerin bleibt Lisa Pistor. Und als Kassier fungiert Michael Sticht, der schon in der abgelaufenen Amtsperiode für Stefan Hüser eingesprungen war.

Wiedergewählt wurde Kommandant Christian Ebert. Als er mit den Worten „noch fahrbereit“ auf das alte Löschfahrzeug zu sprechen kam, schmunzelten einige im Saal. Das Gefährt vom Typ LF 8, Baujahr 1993, bereitet den Einsatzkräften schon seit längerem Kummer. Nicht nur wegen des Rosts: „Die Pumpe saugt nicht mehr“, berichtete Ebert. Aber Abhilfe ist in Sicht. Man sei sich mit der Gemeinde einig geworden, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Das bestätigte danach auch Bürgermeister Rupert Steigenberger: „Wir haben lange diskutiert.“ Ein LF 10 mit 1600-Liter-Wassertank soll noch heuer bestellt und nächstes Jahr geliefert werden. Es handle sich dabei nicht um eine feuerwehrtypische Sonderanfertigung, sondern um ein passendes Produkt „von der Stange“, wie Zeugwart Thomas Ebert erklärte. Deshalb sei es mit etwa 220 000 Euro auch deutlich günstiger als ein maßgeschneidertes. Und weil die Gemeinde Berg die Anschaffung in Kooperation mit der Stadt Starnberg tätigt, die ihre Feuerwehr ebenfalls neu ausstattet. „Dann ist die Förderung für Kommunen höher“, sagte der Bürgermeister.

37 Einsätze fuhren die Kempfenhausener im Corona-Jahr 2020. 18-mal, um technische Hilfe zu leisten, siebenmal als First Responder. Nur zweimal brannte es. Und zehn Einsätze fielen in die Kategorie Fehl- und Täuschungsalarme. Gerade für die breit aufgestellte Kinder- und Jugendfeuerwehr hoffen die Vereinsverantwortlichen, dass 2021 und 2022 wieder mehr geht. Immerhin beim Campen waren die Nachwuchskräfte heuer schon.

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