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nach dem Inferno in den Morgenstunden mussten Feuerwehrleute auch tagsüber noch kleinere Brände löschen.

Fast 200 Helfer im Einsatz

Flammen-Inferno: Rauchmelder retten Leben

Großbrand im Berger Ortsteil Manthal: Ein Handwerkerhof aus mehreren Gebäuden ist in der Nacht auf Pfingstsonntag ein Raub der Flammen geworfen. Die Brandursache ist unklar, der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Manthal – Ein verheerender Großbrand hat am frühen Sonntagmorgen einen Handwerkerhof im Berger Ortsteil Manthal praktisch komplett vernichtet. Mehr als 150 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen. 

Die Anlage am östlichen Rand Manthals bestand aus mehreren Gebäuden, darunter Hallen und Schuppen. Wo genau das Feuer ausgebrochen ist, war zunächst nicht feststellbar – bei Eintreffen der ersten Löschmannschaften kurz vor 3 Uhr stand der komplette Trakt direkt an der Manthaler Straße lichterloh in Flammen, die mehrere zehn Meter in die Höhe schlugen. Feuerwehrleute evakuierten mehrere Anwohner - darunter Kinder - aus einem Wohnhaus direkt neben dem Brandort und versuchten, Gebäude in der Nähe zu schützen. Die Hitze war so groß, dass es aus den Regenwasserkanälen im Umkreis dampfte.Bemerkt worden war der Brand nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, weil Bewohner durch den Alarm von Rauchmeldern wachgeworden waren. In einem Fall rettete sich ein Mann durch einen Sprung aus dem Fenster vor den Flammen - auch er war durch einen Rauchmelder geweckt worden. Die Rauchmelder haben Leben gerettet, denn die Wohnungen brannten aus. 

Auf dem Areal brannten mehrere Fahrzeuge und Container, zudem wurde dort offenbar Holz und andere Material gelagert. Kleinere Detonationen im Brandobjekt deuteten darauf hin, dass sich auch kleine Gasflaschen oder Spraydosen in den Gebäuden befanden, in denen mehrere Betriebe ihren Sitz haben, darunter Werkstätten. Die direkt angrenzende Gaststätte konnten die Feuerwehren halten und ein Übergreifen der Flammen verhindern. Die Löschmannschaften unter Leitung von Kempfenhausens Kommandant Christian Ebert und Kreisbrandrat Peter Bauch dämmten das Feuer von zwei Drehleitern und vom Boden aus ein, was mehrere Stunden dauerte. 

Inferno in Manthal: Am frühen Sonntagmorgen standen mehrere Hallen, Gebäude und Schuppen in dem Berger Ortsteil in Flammen.

Im Einsatz waren Kempfenhausen, Berg, Percha, Starnberg, Wangen, Bachhausen, Pöcking, Söcking, Traubing, Stockdorf, Krailling, Gilching, Unterbrunn und Neufahrn sowie Mehrere Rettungswagen des BRK, Einsatzverpflegung und Krisenterventionsteam des BRK.
Die Löscharbeiten werden noch länger dauern, da Glutnester gesucht und gelöscht werden müssen – auch in einigen Dachstühlen. Laut Mitteilung der Polizei dauerten die Brandbekämpfungsmaßnahmen um 11.10 Uhr noch an. Experten des Technischen Hilfswerkes (THW) begannen am Vormittag, das Trümmerfeld zu sichern und einsturzgefährdete Teile einzureißen.  

Verletzt wurde nach ersten Angaben zum Glück niemand. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck übernimmt die Ermittlungen, Angaben zur Brandursache gibt es nicht. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. 

So war die Lage am Sonntagmittag

Gegen Sonntagmittag schien das Schlimmste überstanden. Vereinzelt löschten die Feuerwehrler mögliche Glutnester ab, die sich unter den Schuttbergen verstecken könnten. „Sie könnten später nochmal aufflammen“, erklärte ein Sprecher vor Ort. Wohl bis zum Abend müsse man Brandwache halten. Aufgrund der langen Dauer waren Einsatzkräfte erschöpft – immer wieder sollen daher Feuerwehren nachalarmiert werden, um die Retter vor Ort zu entlasten. 

Brandermittler waren bereits am Sonntagvormittag kurz vor Ort und werden am Dienstag nochmal aktiv. „Für die Brandursache gibt es bei so einem großen Bereich viele Möglichkeiten“, sagte der Feuerwehrsprecher. Zuständig dafür wie auch für die Schadenshöhe ist allerdings die Polizei.

Klar ist bislang nur: Wohnungen sind ausgebrannt, auch der Schießsstand ist betroffen. Ein anliegendes Gebäude soll noch am Sonntag abgerissen werden. Die Gaststätte ist vom Brand nicht betroffen, sagt der Feuerwehrsprecher. Allerdings ist Wasser eingedrungen. Auch die Lebensmittel müssten entsorgt werden. Wie und ob es vor Ort mit der Gaststätte weitergeht, war am Sonntag daher noch reine Spekulation. (ike/ser(jr)

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