Die Flüchtlingsunterkunft in Berg am Ortsausgang Richtung Aufkirchen im Winter.
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Die Flüchtlingsunterkunft in Berg: Das Gelände am Ortsausgang Richtung Aufkirchen ist nur mittelmäßig mit Internet versorgt.

Schlechtes Internet in Flüchtlingsunterkunft Berg

Warten auf das WLAN

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Flüchtlingsunterkunft in Berg hat kein ordentliches WLAN. Der Helferkreis hat eine Lösung parat, braucht dafür aber das Landratsamt und die Regierung von Oberbayern.

Berg – In Corona-Zeiten hängt so viel vom Internet ab: die Schule, der Arbeitsplatz, der Sprachkurs. Ohne geht es kaum. Für die 78 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Berg ist es immer schon schwierig, ins Internet zu kommen. Das Problem ist in vielen Flüchtlingsunterkünften bekannt. Der Berger Asylhelferkreis hätte eine Lösung, um deren Realisierung er sich seit drei Jahren immer wieder und seit einem halben Jahr intensiv bemüht. Bisher scheiterte es am Landratsamt. Doch Besserung ist in Sicht.

Im Moment wird das Containerdorf über eine Richtfunkantenne versorgt, die auf dem Vereinsheim in Aufkirchen befestigt ist. Von dort strahlt sie ins Tal zu einer Empfangsantenne auf einem der Container, der das Signal weitergibt, unter anderem über im Freien verlegte Leitungen, die wegen ihrer mangelnden Zuverlässigkeit schon zweimal erneuert wurden. „Damit ist der Außenbereich des Areals gut abgedeckt, wenn auch das Internet nicht besonders stabil ist“, sagt Peter Born vom Helferkreis. „In den Containern sieht es dagegen viel schlechter aus. Sie sind aus Stahl, da kommt das Signal nicht gut rein.“ Deshalb plädieren er und seine Kollegen vom Helferkreis dafür, feste Leitungen in die Container zu verlegen. „Dann könnte man in den Containern Rooter anschließen und jeder Bewohner hätte eine stabilere und bessere Verbindung.“

Die Leerrohre dafür wurden laut Grünen-Gemeinderätin und Asylhelferin Verena Machnik bereits beim Bau der Anlage verlegt. „Man könnte also schnell nachrüsten“, sagt sie. Es scheitert an der Genehmigung für die Verlegung der Leitungen und von Netzwerksteckdosen, wie Born sagt.

Er steht in ständigem Kontakt mit der Regierung von Oberbayern, die die Anlage betreibt. Die steht den Bemühungen des Helferkreises sehr positiv gegenüber, wie Pressesprecher Wolfgang Rupp mitteilt. Allerdings sei man auf die Zustimmung des Vermieters angewiesen. Die Anlage gehört dem Landkreis, und der hat laut Born bisher seine Zustimmung zu Veränderungen verweigert. „Aus zwei Gründen“, berichtet Born. „Erstens aus versicherungstechnischen Gründen, von denen man inzwischen Abstand genommen hat, und zweitens, weil Flüchtlinge einen Sonderbetrag bekommen, um sich privat um WLAN bemühen zu können.“ Nur sei letzteres an dieser Stelle in Berg nicht möglich. „Private WLAN-Verträge erreichen an dieser Stelle in Berg zu wenig Power“, sagt der Asylhelfer. „Die Distanzschule über dieses Internet laufen zu lassen, geht zum Beispiel gar nicht.“ Und auch Handys mit großen Internetkapazitäten funktionierten dort nicht. Die Regierung von Oberbayern habe signalisiert, dass sie das Problem über einen Bauänderungsantrag ans Landratsamt lösen könnte, berichtet Born. Der Kontakt mit der zuständigen Stelle sei gut.

Das Landratsamt verweist bei der Nachfrage des Starnberger Merkur nach dem WLAN für die Flüchtlingsunterkunft auf die Pressestelle der Regierung von Oberbayern. Jedoch gibt es positive Signale. „Der Landkreis als Vermieter ist gegenüber einer praxisgerechten Lösung aufgeschlossen, verweist seinerseits aber darauf, dass bei weiteren Eingriffen in die Bausubstanz eine vorherige Genehmigung sowie eine fachmännische Ausführung der Arbeiten notwendig sind“, teilt Rupp von der Regierung von Oberbayern mit. Gleichzeitig bekommen die Berger Asylhelfer signalisiert, dass das Landratsamt nun doch einer Installation der Netwerksteckdosen zustimmen werde. Wie Rupp sagt, soll bei einem Vor-Ort-Termin neben einer genauen Bestandsaufnahme der vorhandenen Netzwerkinstallation auch die weitere Abstimmung der beabsichtigten Maßnahmen geklärt werden. „Wir streben als zuständige Unterkunftsverwaltung eine zeitnahe Lösung der momentan noch offenen Fragen an“, versichert er.

Der Helferkreis steht bereit, die notwendigen Steckdosen zu installieren. Die Bewohner der Container, sagt Born, seien bereit, sich finanziell zu beteiligen. „Das ist ihnen sehr wichtig.“

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