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So sollte er aussehen: doch ein 32-Jähriger ließ seinen Führerschein fälschen.

Aus dem Gerichtssaal

Führerschein gefälscht: Geldstrafe für 32-Jährigen

Berg – Eine Verkehrskontrolle in Berg hat nun gerichtliche Folgen für einen 32-Jährigen. Er hat seinen Führerschein in der Ukraine fälschen lassen. 

Autofahren leicht gemacht: Den Führerschein besorgte sich ein im Landkreis Weilheim-Schongau wohnender Handwerker in der Ukraine – ohne jemals eine Fahrstunde, geschweige denn die Prüfung absolviert zu haben. Als er Ende Oktober vorigen Jahres am Steuer seines Opel-Kleintransporters im Berger Ortsteil Höhenrain in eine Verkehrskontrolle geriet, war guter Rat teuer. Der ukrainische Führerschein stellte sich schnell als Totalfälschung heraus. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Urkundenfälschung. 

Mann wurde bereits wegen fahrlässigen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt

Vor dem Starnberger Amtsgericht räumte der 32-jährige Familienvater sogleich ein: „Ich gebe es zu. Ein Freund hat mir gesagt, dass es in der Ukraine schneller geht, einen Führerschein zu bekommen. Ich habe ihm dafür Geld gegeben und er hat mir gesagt, das sei alles legal und echt.“ So viel Naivität wollte Richterin Christine Conrad dem Angeklagten nicht zugestehen: „Auch in der Ukraine muss man eine Führerscheinprüfung machen. Dass es sich um ein gefälschtes Dokument handelte, war ihnen doch klar.“ 

Als Stolperstein erwies sich zudem eine Voreintragung im Bundeszentralregister. Im März 2015 war bereits ein Urteil wegen fahrlässigen Fahrens ohne Fahrerlaubnis am Weilheimer Amtsgericht ergangen, weil der 32-Jährige mit seinem ukrainischen Führerschein unterwegs gewesen und erwischt worden war. Fahrlässigkeit wollte das Starnberger Amtsgericht dem einschlägig vorbestraften Mann jetzt nicht mehr durchgehen lassen. Wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung verhängte Richterin Conrad eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 35 Euro und betonte: „Wenn man in der Ukraine einen Führerschein kauft, dann muss man davon ausgehen, dass das nicht der legale Weg ist."

Von Nilda Höhlein

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