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Provisorische Lösung: Wirt Reto Götte hat eine Folie gespannt, um das Haus zu schützen. Mit Mehrkosten durch das fehlende Dach rechnet er trotzdem. 

Gasthaus Manthaler

Seit Monaten ohne Dach: Das wird teuer

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Knapp acht Monate nach dem verheerenden Brand im Manthal ist auf dem dortigen Gasthaus immer noch kein Dach. Wirt Reto Götte wartet auf eine Baugenehmigung und behilft sich mit einer Plane.

Manthal – Das Wahnsinnsfeuer im Manthal an Pfingsten 2018 hat die Familie Götte nur kurz aus dem Trott gebracht. Nachts um drei weckte sie die Feuerwehr mit der Nachricht, dass das Nachbarhaus lichterloh brennt. Dann wurde sie Zeuge eines der schlimmsten Brände des Jahres 2018 im Landkreis Starnberg. Und knapp eineinhalb Tage später war das Wirtshaus Manthaler schon wieder offen und bereit, Gäste zu empfangen.

Wirt Reto Götte arbeitet und reagiert schnell. Umso unverständlicher ist es ihm, dass er seit fünf Monaten auf eine Baugenehmigung warten muss. Eine Baugenehmigung, die ihm erlauben würde, das Dach seines Wirtshauses genau so wieder zu errichten, wie es vor dem Brand war und das dem Schützenverein Mantal-Harkirchen seinen Schießstand wiedergeben würde.

„Im Moment ist das fehlende Dach durch eine Folie ersetzt“, sagt Götte im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Seine Heizkosten hätten sich dadurch um 50 bis 100 Prozent gesteigert. Auch der Schaden sei größer geworden: „Während der Verzögerung ist Wasser durchs Dach hereingelaufen.“ Die Balken seien feucht geworden, dann gefroren und jetzt aufgeworfen. „Ich rechne mit 50 000 bis 80 000 Euro Mehrkosten durch das fehlende Dach.“

Um das Dach wieder aufzubauen, braucht Götte eine Baugenehmigung. Was ihm nicht ganz einleuchtet: „Wir wollen nur das Dach und die Pfette wieder einbauen, so wie es vor fünf Jahren schon einmal im Rahmen der Komplettgenehmigung erlaubt wurde.“ Was Götte besonders ärgert: Seinen Worten nach werden im Zuge des Bauantragsverfahrens auch die Bereiche neu bewertet, die bereits vor fünf Jahren bis ins Detail geklärt worden seien. „Unter anderem wird die Parkplatzsituation für mein Lokal hinterfragt.“

Das bestreitet Landratsamtssprecher Stefan Diebl. „Die Zahl der Stellplätze steht nicht zur Debatte“, sagte er auf Anfrage. Auch nicht der Bereich des Gebäudes, in dem sich das Lokal befinde. Gleichzeitig bestätigt er, dass Götte zwingend einen neuen Bauantrag einreichen müsse. „Jede Baugenehmigung erlischt in dem Augenblick, in dem das Gebäude gebaut ist.“ In Göttes Fall sei es so, dass ein Bauantrag für das Dach vorliege, sich aber auf Nachfrage ergeben habe, dass der gesamte Schießstand inklusive Dach neu gemacht werden müsse. „Deshalb war auch ein Baukontrolleur von uns im Manthal“, berichtet Diebl. „Uns war nicht ganz klar, um was es genau geht.“ Deshalb werde der von Götte beauftragte Architekt gebeten, den Bauantrag um einige Unterlagen zu ergänzen. Dann stehe den Bauarbeiten nichts im Wege. Diebl weist auch den Vorwurf zurück, das Landratsamt habe den Antrag fünf Monate lang verschleppt. „Er liegt erst seit Oktober bei uns.“

Die Brandursache ist übrigens bis heute ungeklärt.

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