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Geld für Afrika aus dem Müll

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Pfandflaschensammler und Bergspektiven-Gründer Christian Kalinke (l.) und  Lothar Firlej
Pfandflaschensammler und Bergspektiven-Gründer Christian Kalinke (l.) übergibt 3000 Euro an Lothar Firlej für dessen Straßenkinder-Projekt in Kenia. Das Geld stammt zur Hälfte aus gesammelten Pfandflaschen. © H.P. Höck

Aus Müll mach Geld: Der Berger Christian Kalinke hat Pfandflaschen gesammelt und den Erlös an das Afrika-Projekt von Lothar Firley gespendet.

Berg – Was die Leute so alles wegwerfen und liegenlassen: Christian Kalinke, Initiator der gemeinnützigen Veranstaltungsreihe Bergspektiven, hat die Corona-Zeit damit verbracht, beim Joggen Müll zu sammeln und damit einen Haufen Geld zu machen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, alljährlich Partnerprojekte in Afrika mit mehreren Tausend Euro zu unterstützen. Da Bergspektiven coronabedingt seit Ende Februar 2020 zwangspausiert, hat der inzwischen pensionierte Automanager Kalinke eine Idee aus Schweden reaktiviert und konnte jetzt 3000 Euro an Lothar Firlej für dessen Afrika-Projekt übergeben.

Die Schweden reden von Plogging, wenn jemand beim Joggen Müll aufsammelt. „Gelegentliches Plogging betreibe ich ja schon seit Mitte 1999, als ich nach drei Jahren BMW-Chef in Schweden wieder in meine Heimat nach Berg am Starnberger See zurückkehrte“, berichtet Kalinke. „Jetzt habe ich Plogging in meinen morgendlichen Rentner-Triathlon eingebaut.“ Er startet frühmorgens mit dem Rad und radelt in einem Parcours von etwa 20 Kilometer alle Hotspots ab, bei denen neben dem Müll Pfandflaschen und -büchsen zu erwarten sind. Die größte Ausbeute macht der Berger bei den Corona-Partys. Weiter geht’s mit Schwimmen, meist an Orten, wo nachts gefeiert wurde. Den Abschluss bildet eine Joggingtour.

Das Ergebnis des Intensiv-Ploggings seit Mitte Juni ist bemerkenswert: Knapp 1500 Euro hat Kalinke an Pfanderlösen zusammenbekommen. „Bergspektiven hat diesen Betrag auf 3000 Euro verdoppelt, da trotz der Pandemie weiter Spenden geflossen sind“, freut sich Kalinke.

Das Geld erhielt Lothar Firlej, Leiter von „NGUVU Edu Sport“ (Infos unter nguvuedusport.org/de/). Firlej finanziert damit Resozialisierungs-Initiativen für Straßenkinder in Kenia.

Kalinkes Bilanz nach fast vier Monaten Intensiv-Plogging fällt auch aus anderen Gründen positiv aus: „Unfassbare Naturerlebnisse, das gute Gefühl, etwas für die Umwelt geleistet zu haben, die gesteigerte persönliche Fitness und nicht zuletzt die vielen bereichernden Begegnungen mit Frühsportlern, Gassi-Gehern und Bauhof-Mitarbeitern“, zählt er auf. Bis Jahresende will er weitermachen. „1000 Euro sollen es schon noch werden“, sagt er und hofft auch auf Spenden.

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