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Ein erster, grober Plan für das Huberfeld: Im Norden das neue Rathaus, im Süden Wohnbebauung.
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Das Huberfeld in Berg: Erst vor gut einem halben Jahr sind die Reste der Asyl-Zeltstadt dort verschwunden. Jetzt ist dort wieder Wiese

Entscheidung über Standortfrage

Ja zu Rathaus-Neubau am Huberfeld

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Die Gemeinde Berg wird am Huberfeld ein neues Rathaus bauen. Dafür entschied sich der Gemeinderat mit 15:5 Stimmen. Die Alternativstandorte Enzianweg und Ratsgasse fielen mit großer Mehrheit durch.

Berg– Jetzt steht es fest. Der Gemeinderat Berg will am Huberfeld auf dem Kirchengrundstück am nördlichen Ortseingang von Berg ein neues Rathaus bauen. Mit 15:5 Stimmen votierte das Gremium für das Huberfeld. Die beiden anderen Standorte – das gemeindeeigene Areal am Enzianweg und der aktuelle Rathausstandort an der Ratsgasse – wurden mit 3:17 Stimmen abgelehnt. Jetzt muss weiter mit der Kirche verhandelt und der Bebauungsplan geändert oder neu erstellt werden. Bestenfalls könnte Anfang 2020 Spatenstich sein, sagte Rathauschef Rupert Monn.

Das 3260 Quadratmeter große Grundstück am Huberfeld gehört noch der Kirche. Sie ist zu einem Tausch mit einem 1500 Quadratmeter großen kommunalen Areal an der Postgasse bereit. Die Gemeinde würde die Postgasse in Erbpacht nehmen – für die Mieter würde sich nichts verändern. Die Verträge dafür sind vorbereitet, ein paar Details fehlen noch.

Zuvor hatte Prof. Thomas Bohn die einzelnen Alternativen vorgestellt und Vor- und Nachteile genannt, über die er schon vor zwei Jahren in nicht öffentlicher Sitzung referiert hatte. Konkret ging es um fünf Varianten: eine Erweiterung oder einen Neubau an der Ratsgasse, einen Neubau am Huberfeld sowie um einen Neubau mit und ohne Tiefgarage am Enzianweg. Ein Neubau am Enzianweg ohne Tiefgarage und 64 oberirdischen Parkplätzen wäre die günstigste Möglichkeit für ein neues Rathaus (10,1 Millionen Euro). Diese Variante schlossen jedoch Teile des Gemeinderats und Bürgermeister Monn von vornherein aus. „Der Enzianweg geht nur mit Tiefgarage, alles andere wäre absurd“, sagte Monn. Gegenüber will der Verband Wohnen ein Mehrfamilienhaus errichten und er bekam zur Auflage, eine Tiefgarage zu bauen (wir berichteten).

Bei der Bewertung der zu erwartenden Investitionskosten liegt das Huberfeld mit 12,7 Millionen Euro in der Mitte. Der Enzianweg ist auch mit Tiefgarage noch etwas günstiger (11,8 Millionen). Der Standort Ratsgasse wird mit (13,4 Millionen) oder ohne Neubau (13,1 Millionen) schlechter bewertet als ein Neubau am Huberfeld.

In die Bewertung der Standorte floss ein Fragenkatalog an die Rathausmitarbeiter ein. Bei der qualitativen Bewertung der Standorte liegt das Huberfeld an erster Stelle, gefolgt vom Enzianweg und von einem Neubau an der Ratsgasse. Das schlechteste Ergebnis erzielte die Erweiterung am jetzigen Standort.

Robert Schmid (CSU) monierte, dass im Fall Erweiterung am jetzigen Standort Ratsgasse 1,5 Millionen Euro für ein Ausweichquartier eingeplant sind. Der Lärm während der Bauarbeiten sei sicher kein Problem für die Rathausmitarbeiter. Aber sie können während der Kernsanierung des alten Gebäudes nicht ins neue ziehen. „Dort ist zu wenig Platz“, unterstrich Bohn.

Was mit Sicherheit viele Gemeinderäte von der Lösung Huberfeld überzeugt hat, ist die Flexibiliät, die die Gemeinde für die Zukunft behält. „Wir werden in den nächsten Jahren einen neuen Kindergarten bauen müssen“, sagte Monn. Das könnte an der Ratsgasse passieren. „In Berg bekommen wir keinen Grund mehr zu diesem Preis“, nannte er einen Vorteil des Huberfelds. „Wir bekommen für die Postgasse doppelt so viel Platz.“ Der Enzianweg könne für Wohnbebauung genutzt werden.

Dr. Andreas Ammer (QUH) sah den immensen Wertzuwachs, den die Gemeinde durch den Grundstückstausch am Huberfeld erfahren würde. Positiv sei auch der Wohnraum, den die Kirche neben dem neuen Rathaus schaffen will. „Dann bekommen wir das, was wir wollen: günstigen Wohnraum.“ Allerdings werde es nicht günstiger Wohnraum, schränkte Monn die Erwartungen ein. „Das werden sicher keine Sozialwohnungen, wie wir es uns vorstellen.“

Werner Streitberger (SPD) favorisierte den Enzianweg. Auch weil er in den Verhandlungen mit der Kirche „die eine oder andere Daumenschraube“ sowie Risiken sah. Seiner Ansicht nach hatte man sich zu wenig mit den Vorteilen des Enzianwegs beschäftigt: der Nähe zum Bauhof, der Flexibilität der Planung auf dem großen Areal und den Möglichkeiten zur Erweiterung des Rathauses in der Zukunft.

Am Huberfeld soll diese Flexibilität durch eine Mitarbeiter- und eine Hausmeisterwohnung im dritten Stock des Gebäudes gewährleistet werden, sagte Monn auf Anfrage Streitbergers. Gedacht ist an 2000 Quadratmeter Geschossfläche plus Lagerflächen im Keller und eine Tiefgarage, sagte Stadtplanerin Manuela Skorka Die Planungen seien sehr grob, die Kirche habe eine Vorlage verlangt, auch für ihren Teil. Dort könnten rund 1300 Quadratmeter Geschossfläche entstehen.

Für das neue Rathaus ist ein europaweiter Architektenwettbewerb nötig. Über den Bebauungsplan sollen dafür Vorgaben geschaffen werden, so Monn auf Anfrage. Doch erst muss der Vertrag mit der Kirche notariell besiegelt sein.

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