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Einheimische und Promis treffen bei den BergSpektiven aufeinander: Christian Kalinke  im Gespräch mit Christoph Kammerlander, Wiesnwirt Christian Schottenhamel und Frederik Höbart (v.l.).

Bergspektiven

Das 100. Treffen unter Freunden

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Besucher ratschen mit lokalen Bekannten und mit Promis – und spenden dabei Geld. Das ist das Prinzip der BergSpektiven. Heute findet die hundertste Auflage statt. Ein Rückblick auf Kurioses, peinliche Szenen und beeindruckende Gäste.

Berg – Einmal flog Christian Kalinke sein eigenes Konzept um die Ohren. Der Initiator der BergSpektiven legt bei seinen Veranstaltungen Wert auf spontane Momente. Als der Moderator Paula Bosch auf der Bühne hatte, bestellte er sich eine Weinschorle. Das kam bei der Sommelière natürlich nicht gut an. Kalinke berichtet von einer zehnminütigen Standpauke. „Ich war klein mit Hut.“ Unvorhergesehene Momente macht die Reihe BergSpektiven aber aus.

Spenden: Etwas mehr als eine Viertelmillion Euro

Am heutigen Freitag findet die Veranstaltung zum 100. Mal statt. Kalinke wird die Anekdote mit Bosch erzählen und betonen, wie wichtig die BergSpektiven sind. Er hat sie 2002 als MTV-Unternehmerstammtisch gegründet. Die Idee: Ein Prominenter und ein lokaler Experte sprechen in lockerer Atmosphäre zu einem bestimmten Thema. Besucher und Sponsoren spenden, womit unter anderem der Berger Jugendfußball gefördert wird. Der Bau des DFB-Kleinfelds etwa sei mit einem fünfstelligen Betrag unterstützt worden, sagt Kalinke. Geld fließt auch in ein Ausbildungsprojekt in Kenia oder ein Basketballprojekt für Mädchen in Mosambik. Etwas mehr als eine Viertelmillion Euro sind über die Jahre zusammengekommen, sagt Kalinke. „Aber wir messen die BergSpektiven nicht nur am Spendenaufkommen.“

Zwei Experten an einem Tisch: Weinsommelière Paula Bosch und Prominentenfreund Christian Kalinke.

Der Berger ist stolz, wie sich die Veranstaltungsreihe entwickelt hat. Die ersten Räumlichkeiten im Hotel Schloss Berg wurden bei 50 Besuchern schnell zu eng. Im Hotel Vier Jahreszeiten in Starnberg war es dann größer, aber: „Es hat nicht zu den BergSpektiven gepasst – ein Businesshotel, ein bisschen seelenlos. Wir wollen den morbiden Charme.“ Den hat Kalinke im Hotel Schloss Berg wieder gefunden.

„Da ist mir ein Schalter rausgefallen“

Dort will er die Promis zum Reden bringen. „Häufig sagen sie mir, dass sie mehr erzählt haben, als sie wollten“, sagt der Moderator. Woran das liegt? „Es ist ein Treffen unter Freunden, man kennt sich ja.“ Und so stünden die BergSpektiven im Gegensatz zu Talkshows. „In den meisten kommt wenig Überraschendes.“ Die größte Überraschung erlebte Kalinke mit Dr. Karlheinz Zeilberger. Der ehemalige Olympiaarzt und Anti-Doping-Beauftragte des Bayerischen Leichtathletikverbandes schätzte, dass bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 rund 60 Prozent der Sportler gedopt waren. 

„Da ist mir ein Schalter rausgefallen“, sagt Kalinke. Spannend sei auch der Besuch von Ulrich Wegener gewesen. Der ehemalige GSG-9-Offizier leitete 1977 die Befreiung der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ in Mogadischu. „Er war der einzige Gast, den ich nicht geduzt habe. Er hatte ein Höchstmaß an Autorität. Selbst das Publikum stand bei Fragen stramm.“

Bierhoff, Aigner und Valérien waren schon da

Im Gespräch: Sportreporter-Legende Harry Valerien und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff

Es soll aber auch lustig zugehen bei den BergSpektiven. Unerwartet und spektakulär humorvoll wurde es mit Marcus Rosenmüller von "Out of Hausham", erinnert sich Kalinke. Rosenmüller habe die Besucher begeistert. „Das war Stand-up von der ersten bis zur letzten Sekunde.“ Besucher aus dem Biergarten nebenan seien aufmerksam geworden. „Sie kamen mit ihren Stühlen in den heillos überfüllten Saal.“ Auch Sportstars wie Oliver Bierhoff, Politiker wie Ilse Aigner oder TV-Legenden wie Harry Valérien waren bei den BergSpektiven.

Die Entwicklung der Veranstaltung hat nicht Kalinke alleine möglich gemacht, wie er betont. Bei der 100. Auflage am heutigen Freitag soll im Berger Marstall ein Helfer aus dem Hintergrund geehrt werden. Erstmals und von nun an häufiger wird der „Gerd- und Gerda-Preis“ vergeben. Hintergrund: Kalinke bittet Gäste bei komplexen Ausdrücken gerne, es einfach zu erklären, eben für Gerd und Gerda. Heute erwartet er bis zu 200 Besucher.

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