Sein energieeffizientes Zuhause zeigte Martin Schröferl (l.) Interessierten um Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger (3.v.l.).
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Sein energieeffizientes Zuhause zeigte Martin Schröferl (l.) Interessierten um Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger (3.v.l.).

Großes Interesse bei Ortstermin

Einblicke in Berger Passivhaus: Hocheffizient aber auch herausfordernd

Was kann ein Passivhaus? Aber welche Herausforderungen stellt es auch an die Bewohner? Darüber erkundigten sich Interessierte nun in Berg.

Berg – 20 Interessierte folgten der Einladung zur Passivhausbesichtigung in Berg zum Start der Bayerischen Klimawoche. Unter ihnen waren einige Architekten und auch Bürgermeister Rupert Steigenberger. Sie ließen sich fast zwei Stunden lang die Details des energieautarken Hauses des Ehepaars Martin Schröferl und Tanja Oesterreich erläutern. In Kleingruppen ging es in den Heizkeller zur Direktverdampfer-Erdwärmepumpe und zum 70 Kilowattstunden-Carbon-Batteriespeicher.

„Moderne Technik, höchste Effizienz, Sparsamkeit und Erneuerbare Energien werden im Hause Schröferl-Oesterreich nicht gegeneinander ausgespielt, sondern genial miteinander verknüpft“, sagt die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Josefine Anderer-Hirt, die die Veranstaltung in Kooperation mit der Ortsgruppe Berg des Energiewendevereins organisierte.

Die anwesenden Experten waren sichtlich beeindruckt vom ganzheitlichen Ansatz der Planung. „Das Konzept hört bei der technischen Planung nicht auf,“ meinte ein Architekt. Schröferl, selbst Elektroingenieur, habe sich intensiv um das kluge Zusammenspiel der Fotovoltaik-Anlage mit der Wärmepumpe und einer Lüftungsanlage bemüht. Den Wechselrichter musste er austauschen, weil er gemerkt hatte, dass zu viel Strom bei der Umwandlung auf der Strecke blieb. „Man sollte lieber bei der Größe der Anlage sparen, als bei der Effizienz der Heiztechnik Kompromisse einzugehen“, sagte Schröferl vor Ort.

4000 Kilowattstunden Strom verpuffen ungenutzt

Die Wärmepumpe sei selbst an kalten Tagen nicht zu toppen. Trotzdem verpuffen 4000 Kilowattstunden Strom ungenutzt, weil im Sommer einfach zu viel Strom vom Dach kommt. Weil der Anschluss ans öffentliche Netz fehlt, kann der Überschuss nicht eingespeist werden. Deshalb leistet sich das Ehepaar, das seinen Garten nach den Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet, im Frühjahr den Luxus, das Frühbeet mit Glühbirnen zu heizen. Scheint mehrere Wochen mal keine Sonne, neigt sich der Ladestand der Batterie schon mal Richtung 20 Prozent. „Für Licht und Kühlschrank reicht es immer noch,“ sagt Schröferl nach fünf Wintern gelassen. Schon Ende Februar gebe es oft ausreichend Sonne. Er berät übrigens auch andere Bauherren und ist auch beim Projekt Berger Rathaus involviert.

Klimaschutzmanagerin Anderer-Hirt hatte das Paar 2019 bei einer Starnberger Fridays-for-Future-Kundgebung kennengelernt. „Das Gebäude zeigt, dass hocheffiziente Haustechnik und Solarlösungen seit Langem bereit stehen und sich in der Praxis bewähren“, sagt sie. Details zur Technik gibt es unter www.vallentin-reichmann.de.

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