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Werner von Kahlden-Gmell auf der noch freien Wiese: Hinter ihm, rechts neben dem Busch, soll das „Haus des Friedens“ entstehen. Links daneben ist ein Mehrgenerationenhaus mit Betreutem Wohnen geplant, zudem soll in der Nähe auch ein Haus für benachteiligte Kinder des Inselhauses entstehen. 

Gut Biberkor

„Haus des Friedens“ statt Gotteshaus

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Das Gotteshaus, das Werner von Kahlden-Gmell auf Gut Biberkor errichten will, heißt nach Protesten beider Kirchen jetzt „Haus des Friedens“. Der 74-Jährige hofft im Laufe des Jahres auf die Baugenehmigung für seine Erweiterungspläne für Biberkor.

Höhenrain – Werner von Kahlden-Gmell ist hartnäckig. Dass er mit seinen Plänen, einen sakralen Raum auf Gut Biberkor zu errichten, allerorten aneckt, nimmt ihm nicht den Mut. „Ich habe das Gotteshaus in ,Haus des Friedens‘ umbenannt, nachdem sich die Pfarrer beider Kirchen bei mir beschwerten“, berichtet er. Bei einer Präsentation der Biberkor-Pläne im Gemeinderat hatten auch die Ratsmitglieder Probleme mit der Kapelle, Kirche, Gotteshaus – oder wie immer man es nennen will. Ein Argument damals war, dass der sakrale Bau im Norden von Gut Biberkor den Blick auf Aufkirchen beeinträchtigen könnte.

Bei einem Rundgang auf Gut Biberkor wird deutlich, dass es den Blick nach Aufkirchen von dort aus gar nicht gibt. Die Landschaft liegt dazwischen. Von Kahlden-Gmell ist bereit, dass das „Haus des Friedens“ in der Höhe nicht die Hangkante überschreitet. Das Projekt ist ihm ein Anliegen: „Alle Weltreligionen sollen darin Platz finden, aber keine sektiererischen Gruppen“, geht er ins Detail. „Vertreter jeder Religion können Veranstaltungen und Tagungen abhalten, jeder Wanderer soll reinkönnen.“ Das Haus sei für rund 50 Personen gedacht. Vor dem Haus soll es Sitzmöglichkeiten mit Sonnenschutz geben. „Dann kann auch mal der Kunst-, Philosophie- oder Religionsunterricht der Montessori-Schule im Freien sein.“

Die Idee hinter dem „Haus des Friedens“ beschäftigt von Kahlden-Gmell seit mehr als 20 Jahren. Als er 1995 Gut Biberkor vom Orden der Schwestern von der Heiligen Familie kaufte, plante er eine überkonfessionelle Begegnungsstätte. Die trug sich jedoch in keiner Weise, so dass er diese Pläne begrub. Was ihn damals bewegte, bewegt ihn noch heute. „Als ich Biberkor kaufte, tobte der Balkankrieg. Es war mir unverständlich, wie die Kirchen links und rechts die Waffen segneten, und dann jagte man die Menschen im Namen desselben Gottes aufeinander los. Ich möchte einen neutralen Ort schaffen, wo sich die Religionen begegnen können.“ Er wolle dazu auch die Kirchen einbinden. Und er mache sich Gedanken, wie das Haus nach seinem Tod in seinem Sinne weitergeführt werde.

Die Baupläne schreiten voran. Nach einem Architektenwettbewerb für das „Haus des Friedens“ habe sich die Jury für einen der drei Entwürfe entschieden, der nun dem Gemeinderat vorgestellt werden soll, sagt von Kahlden-Gmell. „In der Jury war auch eine von der Gemeinde beauftragte Städteplanerin.“ Er hofft, dass die erforderlichen Genehmigungen im Laufe des Jahres erfolgen. Neben dem „Haus des Friedens“ ist ein Kinderheim für das Inselhaus geplant sowie ein Mehrgenerationenhaus (wir berichteten). Alles soll barrierefrei werden. „Der Umgriff für den Bebauungsplan für Gut Biberkor muss erweitert werden“, erklärt von Kahlden-Gmell. „Bestenfalls können wir nächstes Jahr mit dem Bau beginnen.“

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