+
Symbolbild

Nicht gezahlt

Haftbefehl wegen Pferde-Kauf

Berg - Gegen eine Angeklagte wurde Haftbefehl erlassen - sie muss sich vor dem Gericht wegen einer nicht geleisteten Zahlung für ein Pferd verantworten und erschien nicht.

Eigentlich sollten sich zwei Angeklagte am Starnberger Amtsgericht wegen Betruges verantworten, doch eine Frau aus dem niedersächsischen Soltau versuchte sich der Gerichtsverhandlung dieser Tage zum wiederholten Male „wegen Erkrankung“ zu entziehen. Da sie wegen des verlangten Attests nicht mal zum amtsärztlichen Termin an ihrem Wohnort rechtzeitig erschienen war, beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl. 

Der Mitangeklagte, ein 33-jähriger Kraftfahrer aus Pirna, musste sich den Fragen des Gerichts also erst einmal alleine stellen – es geht um ein Pferd. Laut Anklage war er im Januar 2014 am Kauf eines Wallachs beteiligt, den eine Bergerin im Internet für 20 000 Euro angeboten hatte. Der Kraftfahrer war mit seiner damaligen Partnerin – der Frau aus Soltau – nach Oberbayern gefahren, um den Kauf des Pferdes abzuwickeln. 

Vereinbarte Bezahlung: 1500 Euro für Pferd und Transport

Wie sich herausstellte, hatten je-doch weder er noch die Partnerin das nötige Kleingeld dafür – ein in Aussicht stehender Kredit der Sparkasse Soltau für den Kraftfahrer kam nicht zu Stande, die Mitangeklagte hatte wegen Schufa-Einträgen gar keine Aussicht auf Geld. Weil diese das Pferd aber „unbedingt haben“ wollte, erklärte der 33-Jährige, sei es zur Unterzeichnung des Kaufvertrages gekommen. 

Der Wallach wurde von der Verkäuferin auf einen Hof bei Soltau verbracht, doch die vereinbarte Bezahlung von Pferd und Transportkosten (1500 Euro) blieb aus. Rücktransport und Strafanzeige wegen Betruges folgten. „Der Kaufvertrag ist nicht von mir unterzeichnet worden, sondern nur von meiner Ex-Partnerin und der Verkäuferin“, suchte der Pirnaer seine Beteiligung zu relativieren. 

Überraschung nach der Rückkehr aus Bayern

Die Strafanzeige der Bergerin fußte allerdings auch auf dem Umstand, dass der Angeklagte in Anwesenheit eines Zeugen bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages davon gesprochen haben soll, er habe „vom Vater geerbt“ bzw. „Betriebsanteile verkauft“ – ob damit vorsätzlich Zahlungsfähigkeit vorgespielt worden war, muss nun die Verhandlungsfortsetzung am 19. April klären, zu der auch die Berger Pferde-Besitzerin geladen wird. 

Der Kraftfahrer bestritt am ersten Prozesstag solch betrügerisches Handeln und sprach davon, dass seine Ex-Partnerin vielmehr ihm Zahlungsfähigkeit und Kreditaussichten vorgetäuscht hatte: „Erst nach unserer Rückkehr aus Bayern hat sie mir gesagt, dass sie keine Chancen auf einen Kredit habe“, so der 33-Jährige. Überhaupt sei zumeist er derjenige gewesen, der bei gemeinsam erworbenen Pferden für Stallkosten und sonstiges geradegestanden sei. 

Den Wallach aus Berg habe die Soltauerin „zum gemeinsamen Ausreiten“ kaufen wollen. Die Angeklagte wird sich vor dem Prozess in Starnberg nicht drücken können. Die wiederholt „erkrankte“ Dame wird nun zur weiteren Verhandlung polizeilich vorgeführt werden. Die Amtsärztin aus Soltau hat bei Amtsrichterin Brigitte Braun angerufen und berichtet, dass die Angeklagte durchaus verhandlungsfähig sei.

Von Thomas Lochte

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Arbeitsunfall: Polizei sperrt Münchner Straße
Wegen eines schweren Arbeitsunfalles ist am Nachmittag ein Rettungshubschrauber auf dem Gelände des Starnberger Landratsamtes gelandet. Zuvor hatte die Polizei …
Arbeitsunfall: Polizei sperrt Münchner Straße
Brief der Regierung schockt Gemeinderat
Die Gemeinde Andechs hat kurz um ihre aktuellen Pläne für die Sporthalle und das Kinderhaus in Erling gebangt. Ein Schreiben der Regierung zu fest eingeplanten …
Brief der Regierung schockt Gemeinderat
17-Jährige in Krailing sexuell belästigt - Mann schleckt sie ab
Eine 17-jährige Schülerin ist in Krailling sexuell belästigt worden. Sie konnte sich gerade noch zu ihrer Freundin retten. Die Polizei sucht Zeugen.
17-Jährige in Krailing sexuell belästigt - Mann schleckt sie ab
Bagger und Kieslaster beenden Nachtruhe abrupt
„Der Lärm geht oft um 7 Uhr in der Früh los“, bedauerte Dr. Hans-Jürgen Bruer in der Bürgerfragestunde vor Beginn der Gautinger Gemeinderatssitzung am Dienstagabend …
Bagger und Kieslaster beenden Nachtruhe abrupt

Kommentare